alltägliches,  Dankbarkeit

Wechsel

Es ist kühler geworden. Mein Kopf, der in den letzten Wochen fast nur noch gebrummt hat, entspannt sich merklich. Bewegen macht auch wieder mehr Spaß. Das Bild bei meinen abendlichen Spaziergängen über die Felder hat sich verändert. Fast alle Felder sind abgemäht. Wo es eben noch grün und dann golden vor sich hingewedelt hat, ist nun braune Erde – mit Ausnahme der Maisfelder, die wachsen nach wie vor in den Himmel. Die Pflanzen sind inzwischen deutlich größer als ich. Es ist verrückt wie schnell das ging.

Ich mag diese Zeit. Ich mag die tiefer stehende, aber noch warme Sonne. Ich mag die Gerüche, die der Spätsommer mit sich bringt. Die warme, aber schon frische Luft, die gleichzeitig nach Erinnerung und nach Veränderung riecht. Ich mag die lauen Abende, für die man bereits einen Pulli braucht und an denen Lagerfeuer nicht nur romantisch, sondern auch angenehm wärmend ist. Ich mag die Regentage, die mit Couch und guten Büchern locken. Und ich mag die überraschend warmen Tage, die plötzlich noch einmal wieder kommen und sich nach Leben anfühlen.

Bald werden die Blätter bunt leuchten, in den Tälern morgens der Nebel hängen und die Morgenluft wird auf der Haut prickeln. In den Küchen wird nach Kürbis und Gewürzen riechen und meine heißgeliebten Zimtschnecken kriechen aus ihren Schneckenhäusern.

Ich freue mich auf diese Zeit. Und wieder einmal merke ich, wie dankbar ich bin, dass Gott, bei allem Fortschreiten der Zeit, bei aller Veränderung, doch auch diese Wiederholungen, diese Kreise in Jahreszeiten eingebaut hat. Der vertraute Wechsel tut mir gut. Das Freuen auf die neue Jahreszeit, der wehmütige Abschied von der Alten. Dankbarkeit, die aufsteigt, für all das, was ich erleben durfte und Neugier auf das, was kommen wird.

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