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Fixpunkte

Die Welt wackelt. Sie ist viel langsamer geworden und doch habe ich das Gefühl, dass alles rast. In den letzten Tagen saß ich oft auf meiner Couch und versuchte zu analysieren, was in mir drin los ist. Ich fühle mich, als wäre ich eben aus einer Achterbahn ausgestiegen. Ein bisschen flau, aufgekratzt und die Füße wollen sich nicht so recht mit dem Boden unter mir anfreunden. Wo sieht man hin, wenn nichts mehr so richtig fest zu stehen scheint?

Ich habe mir zwei Dinge als Fixpunkte gewählt.

Das erste ist: Gottes unveränderliches Wesen.

Gottes Güte, seine Gerechtigkeit und seine unerschütterliche Liebe. Sie steht über mir,  über der Gemeinde, über dieser Welt. Nichts hat sich daran geändert und nichts wird sich jemals daran ändern.

Psalm 116,5-7 sagt: Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.

Gott ist gut. Und er weicht nicht von unserer Seite. Gott ist unser Fels. Unser Fixpunkt, auf den wir unsere Augen richten, wenn die Achterbahn in den nächsten Looping geht.

Ich muss meinen Augen immer wieder sagen, dass sie auf ihn schauen sollen, denn leider gehöre ich zu den Menschen, die sich leicht ablenken und einschüchtern lassen. Da wo es sich bewegt, wo es bedrohlich wird, da irrt mein Blick hin. Deswegen muss ich ihn bewusst zurücklenken auf meinen gewählten Fixpunkt. Das kostet Kraft. Aber es hilft. Ich habe vor Jahren beschlossen diesem Jesus zu vertrauen. Ich habe mein Leben in seine Hände gelegt. Das war eine gute Entscheidung. Dieser Jesus bewahrt mich nicht nur in Ruhezeiten. Gerade im Sturm ist er da. Deswegen schaue ich auf ihn, auf den Unveränderlichen, auf den, der mir hilft, wenn ich schwach bin. Damit meine Seele wieder zufrieden sein kann.

Der zweite Fixpunkt in meinem Alltag ist: Saat und Ernte.

Die Welt um uns herum verändert sich. Und in den letzten Monaten verändert sie sich schnell. Doch Gott hat vor Urzeiten ein Versprechen gegeben: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1.Mose 8,22)

Wir stecken mitten im Frühsommer, im wunderschönen Mai. Alles wächst und blüht. Gott hat sein Versprechen, Saat und Ernte nicht aufhören zu lassen, seit tausenden von Jahren gehalten. Um uns herum lebt es, weil er es so möchte. Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, wie schnell mir vermeintlich selbstverständliches genommen werden kann. Ich möchte diesen Mai bewusst genießen. Er ist nicht selbstverständlich. Er ist ein Geschenk. 

Leider habe ich zu Hause keinen Garten. Aber ich habe eine Fensterbank. Und auf dieser Fensterbank keimen seit ein paar Tagen Kornblumen und Kapuzinerkresse. Ich musste nichts tun. Nur die Saaten in die Erde legen und gießen. Bzw. die Saaten auf die Erde legen. Wusstet ihr, dass man Kornblumen gar nicht einbuddeln muss? Ich wusste das nicht. Zum Glück war ein Beipackzettel bei den Samen. Nach nur drei Tagen gingen die Samen auf. Und nun erfüllt sich vor meinen Augen dieses uralte Versprechen aus 1. Mose 8. Es ist für mich eine tägliche Erinnerung geworden, dass Gott treu ist. Wir haben einen treuen Gott.

Das sind meine beiden Fixpunkte, auf die ich meine Augen lenke:

  • Gott ist gut, er ist die unerschütterliche Liebe.
  • Gott ist treu, Saat und Ernte sind meine tägliche Erinnerung daran.

2 Comments

  • Becky

    ..letzte Woche lief ich an einem süßen wilden Gärtchen vorbei. Es hing ein Schild da:
    „Gardening is better than therapy. And you get tomatoes“
    Und Du bekommst Kapuzinerkresse und Kornblumen.
    Und ich warte, das die Landschaftsgärtner endlich hier fertig machen (sie machen schon ganze 3 Tage Pause und sind bei einem anderen Auftrag – grr… Geduld lernen, jaaa….) und ich die am Samstag gekauften Pflänzchen endlich einbuddeln kann. Ich denke dauernd, dass sie vielleicht sonst jemand klaut oder sie mir eingehen, bevor sie an ihren Platz kommen. Hab u.a. bald Blaubeeren! Soooo cool. (Falls sie nicht von kleinen Mitbewohnern vor der Erntezeit gefuttert oder als Wurfgeschosse entwendet werden)
    Sorry, heute keine tiefgründigen Worte, dafür ein bisschen Alltag teilen 🙂
    Und sooooo cool, dass Du wieder hier regelmäßig schreibst! Das ist immer so ein schöner Moment, wenn ich auf Deine Seite klicke und -hach- ein neuer Beitrag… Juhu!
    Liebe Grüße zu Dir und bis hoffentlich mal wieder im echten Leben!

  • The

    Liebe Tine, danke für diese Erinnerung an Gottes Güte und Treue! Vor allem auch den zweiten Punkt fand ich eine gute Erinnerung! Der Mai war so trocken hier, und wir haben ausgeharrt in einer Durststrecke, die nicht nur am fehlenden Regen lag. Die trüben und regnerischen Tage jetzt im Juni fühlen sich verheißungsvoll an… – gar nicht trüb, sondern erfrischend. Saat und Ernte.
    Liebe Grüße, The

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