Angst,  Gedankenflug

Die Sache mit der Angst

“May your choices reflect your hopes, not your fears.” (Nelson Mandela)

Angst sucht nach Sicherheit. Wenn ich Angst habe, dann möchte ich mich an einen Ort flüchten, an dem ich mich geborgen fühle. Ich möchte, dass mir jemand die Aufgabe abnimmt, die mich ängstigt oder die Situation für mich löst, der ich mich nicht gewachsen sehe.

Ich habe oft Angst. An manchen Tagen ist die Angst diffus. Ich kann nicht den Finger darauf legen, vor was ich mich fürchte. Das sind die schlimmen Tage. An diesen Tagen fühlt es sich genauso überfordernd an stehen zu bleiben, wie weiter zu gehen. Die Furcht vor dem Stillstand ist so gegenwärtig wie die Furch vor dem Weitergehen.

An anderen Tagen sind es konkrete Aufgaben, vor denen ich mich fürchte. Oft sind es nur Kleinigkeiten wie der Anruf bei einem Amt. Manchmal sind es große Dinge wie medizinische Eingriffe oder Vorträge vor einer großen Gruppe fremder Menschen. Und manchmal ist es einfach nur die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Mit Situationen oder Meinungen konfrontiert zu sein, die mich heraus- oder überfordern könnten. Die meine Welt hinterfragen und eine Korrektur meines Handelns fordern könnten.

Mögen deine Entscheidungen deine Hoffnungen widerspiegeln, nicht deine Ängste.

Jede Entscheidung, birgt Chancen und Gefahren. Jesus fordert mich immer wieder heraus, über mich selbst hinaus zu wachsen. Die Enge des Käfigs meiner bisherigen Welt zu verlassen und mich, mit allem was ich bin, in seine Arme zu werfen. Und in das Abenteuer, das mich dort erwartet. Oft habe ich Angst das zu tun. Oft möchte ich einfach nur in meiner Ecke sitzen und warten, bis das Leben vorbei ist. Ich möchte, dass Jesus für mich die Entscheidungen und Aufgaben übernimmt. Ich möchte nicht nur hören ‚Früchte dich nicht.‘. Ich möchte, dass er mir die Frucht nimmt, ohne, dass ich etwas dafür tun muss. Ich möchte in meinem kleinen, vermeintlich sicheren Boot bleiben und auf den Himmel warten. Aber wir sind nicht dazu gedacht nur zu warten. Wir sind dazu gedacht zu lernen auf dem Wasser zu laufen. Boote sind toll, aber Wasserlaufen ist unglaublich. (Und wenn ich es bei anderen beobachte, dann packt mich die Sehnsucht und auch der Neid…)

Ich wünsche mir, dass ich meine Entscheidungen bewusst treffe. Und mich bei dem Treffen von Entscheidungen nicht von meinen Ängsten und Beschränkungen leiten lasse, sondern von der Hoffnung und der Aussicht auf das Wunder, das mich da draußen erwartet.

2 Comments

    • Tine

      Liebe Ingrid,
      schön dass du da bist :-), Aktuell kann man meinen Blog leider nicht abonnieren. Das hat mit der DSGVO rechtliche Gründe, denn für ein Abo müsste ich eure Adressen verwalten. Und das darf ich nicht so ohne weiteres, selbst wenn ihr mir die Erlaubnis gebt.
      Ich hoffe, dass ich dafür bald eine Lösung finde.
      Bis dahin versuche ich einfach jeden Dienstag einen Beitrag hochzustellen, damit ein bisschen Regelmäßigkeit drin ist.

      Ein lieber Gruß
      Tine

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