
Bilder im Kopf
Was ich an Gott unter anderem liebe ist sein Faible dafür Vergleiche zu finden. Gleichnisse, Bilder, Ähnlichkeiten zu Dingen, die uns vertrauter sind, als das Göttliche.
Seitdem ich klein bin liebe ich es in meinem Kopf Bilder entstehen zu lassen um dann darin spazieren zu gehen. Inzwischen habe ich festgestellt, dass das auch sehr gut mit Bildern geht, welche die Bibel malt. Seit ein paar Wochen habe ich mit dieser Bildmeditation wieder angefangen. Anfangs noch bei 30 Grad, draußen auf dem Balkon (da hatten die Bilder viel mit frischem Wasser zu tun), inzwischen eingekuschelt in einer Decke im Wohnzimmer.
Zuerst nehme ich die Bibel und lese (vor allem die Psalmen sind eine sehr dankbare Quelle für Wortbilder.) Und dann fange ich an, das Bild, das mir am besten gefällt im Kopf auszumalen und darin spazieren zu gehen.
Immer wieder bin ich fasziniert davon, wie Gott das Unbegreifliche so herunter bricht, dass wir es anfassen und verstehen können. Wie er uns Dinge nahe bringt, damit wir sie emotional erfassen können.
Meine persönlichen Dauerbrenner bei Bildern aus der Bibel sind:
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Sich unter Gottes Flügeln bergen (Ps. 91)
Jesus als der Löwe (Offb. 5,5)
Gemeinde als Familie (Eph. 2,20)
Gemeinde als Körper (1.Kor.12)
Die Bilder helfen mir in Zeiten in denen ich unsicher bin. Unsicher, weil ich Selbstzweifel habe, ob ich gut genug bin. Unsicher, weil Dinge, für dich ich mich verantwortlich fühle, nicht heil sind. Dann erinnern mich diese Bilder daran, dass ich nur das geben kann und muss, was ich in Händen habe. Und danach darf ich mich unter Gottes Flügeln ausruhen und bin dort warm und beschützt.
Ich weiß, dass Jesus nicht nur nett und kuschelig ist, sondern auch ein Löwe. Ungezähmt, wild und bereit zu beschützen. Ich stelle mir vor, wie dieser Löwe hinter mir angerannt kommt, einen Satz über mich macht und sich zähnefletschend zwischen mich und die Gefahr wirft. Abends liegt er vor meinem Bett oder auf der Matratze neben mir. Groß, ruhig und unendlich stark. Ich versinke in diesem Bild, bis ich glaube seine Wärme zu spüren, während sich mein Herzschlag beruhigt und sich langsam seinem anpasst.
One Comment
Becky
wow.
Danke.