Kleine Abenteuer

Eine Nacht im Wald

Überlebt…!!

Die 24 Stunden Wanderung durchs Remstal ist vorbei. 53 der 75 Kilometer bin ich mitgelaufen. Start im Regen und alleine, hinein in eine trockene Nacht und durch den Nebel in den Sonnenaufgang. Es endete mit einem Kaffee auf einer Wanderhütte und mit vielen neuen Bekannten.


Fazit: eines der krassesten Erlebnisse, die ich bisher hatte. Und mit den richtigen Schuhen und noch besserer Vorbereitung, wäre es definitiv auch eines der Schönsten gewesen. So war es…autschautschautsch.


Gestern habe ich versucht die Erfahrungen in Worte zu fassen, aber das kriege ich noch nicht hin. Danke nochmal für eure lieben Kommentare und Nachrichten. Ihr seid wunderbar.


Meine ersten Erkenntnisse während 12 Stunden laufen, davon 5,5 Stunden im Dunkeln:

  • Teile des Weges allein zu gehen ist entspannend. Aber wenn es anfängt hart zu werden, sind Menschen an der Seite, die den gleichen Weg gehen, unendlich wertvoll.
  • Herr der Ringe Hörbuch: sehr, sehr wichtig.
  • Ich werde hoffentlich nie wieder die Augen über das Volk Israel verdrehen, die nach drei Tagen in der Wüste rebellierten, wenn bei mir schon nach wenigen Stunden im Wald die Stimmung kippt. (Und das bei voller Wasser- und Müsliriegelversorgung.)
  • Eine längere Wanderung zwingt den Kopf in die Gegenwart. Gegenwart ohne Ablenkung ist eine sehr verstörende Erfahrung.
  • Es bringt nichts, die Kilometer immer wieder durchzuzählen, es werden deswegen nicht weniger.
  • Der Wald ist nachts wunderschön. Doch der Sonnenaufgang ist nicht zu beschreiben.
  • Schuhe ausziehen ist mein neues Hobby.
  • Wanderführer sind Helden. Nicht nur, weil sie den Weg kennen und Kondition haben. Sie schaffen es dabei auch noch zu erzählen und einen auf den Weg aufmerksam zu machen. Und plötzlich vergisst man kurz das Ziel und sieht die wunderschönen Dinge um sich herum. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber nach 10 Stunden wirren Gedanken und das Kreisen um den Abbruch, grenzt so etwas an ein Wunder.
  • Der erste Kaffee am Morgen, nach einer durchwanderten Nacht ist…unglaublich. Vor allem, wenn man gleichzeitig die Schuhe auszieht und sich hinsetzt.

Würde ich es wieder machen?
Ja, ich denke schon. Mit besserer Vorbereitung und anderen Schuhen. Und am liebsten mit Leuten gemeinsam am Start, mit denen man gut reden und schweigen kann.

2 Comments

  • Vera

    Gratuliere! Es ist gar nicht entscheidend, dass Du nicht alles geschafft hast, sondern wertvolle Erfahrungen machen und Deine persönliche momentane Grenze spüren konntest. Jetzt hast Du gelernt, was Du anders machen würdest, kannst selbst Interessierten den ein oder anderen Tip geben. Und ja, ich kenne dieses befreiende Gefühl, wenn man die Schuhe wieder auszieht 🙂

    • Tine

      Danke liebe Vera! Ach, das ist so schön. Die Hälfte der Zeit im Wald hatte ich deine und eure Kommentare im Ohr. 🙂 Das hat wirklich geholfen.
      Und die Schuhausparty ist tatsächlich fantastisch.

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