Dankbarkeit,  Gastbeitrag

Ein neuer Schatz im Netz

Es gibt ein paar Frauen in meinem Leben, die mich durch den Alltag tragen. Es sind Menschen, denen ich mich auch in meinen anstrengenderen Zeiten voll zumute (auch wenn zugegeben dann jeder dritte Satz ist: „Du musst aber wirklich sagen, wenn es dir zu viel wird!“)

Doro ist eine solche Frau. Doro ist Mama von drei Kindern und eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Obwohl sie sich wahrscheinlich selbst überhaupt nicht so sehen würde. Sie hat lange darum gekämpft Mama zu sein und als es dann soweit war, musste sie um das Leben ihres zweites Mädchen monatelang im Krankenhaus ringen.

Doro lacht viel. Ihr Haus ist wie ihr Gemüsegarten: lebendig und echt. Wenn ich sie aus meiner stillen Welt besuchen komme, ist es meist ein Kulturschock. Oft habe ich in den ersten fünf Minuten meinen Namen bereits 30 Mal aus drei verschiedenen Kinderkehlen gehört, hab kleine Hände in meinen, die mich in alle möglichen Richtungen ziehen, hab mit Lego gespielt, ein Bild gemalt und dabei die Dauerbeschallung von TipToi im Ohr. Und ich fühle und weiß mich so geliebt.

Die schönsten Momente spielen sich bei Doro allerdings am Esstisch ab. Doro kocht nicht nach Rezept, sie kocht nach Gefühl. Und es schmeckt. Es schmeckt nach Liebe, nach zu Hause und nach ihrem Gemüsegarten.

Wenn ich mich dann nach ein paar Stunden verabschiede bin glücklich und satt. Und brauche wegen Reizüberflutung meist einen Tag Urlaub. 🙂

Auch Doro schreibt über ihr Leben; abends, wenn sie ein paar freie Minuten hat und auch in ihrem quirligen Leben ein wenig Ruhe einkehrt. Sie schreibt es für sich, um sich zu erinnern. Doch seit ein paar Monaten tut sie das nun auch im Netz, um zu teilen. Und sie hat sich sogar durchgerungen ein paar ihrer Rezepte in messbare Daten zu quetschen! Der folgende Text ist von ihr. Und wenn ihr mehr lesen wollt, könnt ihr das ab jetzt auf folgendem Blog:

https://kurzdieweltgerettet.de/


Es wird zäh.

Wieder eine neue Woche im Lockdown.
Wieder Schulaufgaben aus der Ferne.
Wieder überlege ich mir kreative Angebote für mein besonderes mittleres Kind – mir gehen die Ideen und die Motivation aus.

Ich bin froh, dass die Ferien greifbar näher kommen. Ferien brauchen wir jetzt dringend.

Lustlos hole ich die Gitarre von der Wand. Suche das Liederbuch und finde es im Puppenkleider Berg. Selbst die Puppenkleidung hängt nicht mehr im Schrank. Für den Rest der Familie gilt auch: Wer etwas zum Anziehen sucht, wühlt in den Wäschekörben mit sauberer (!) Wäsche.

Eigentlich total praktisch, denke ich, sollte ich so beibehalten. Jeder hat einen Korb, in den werfe ich die gewaschene Wäsche rein.

Wir setzten uns also mit Gitarre und Liederbuch hin und singen unser Begrüßungslied. Während die Kinderstimmen motiviert erklingen, schaue ich hoch und sehe in die strahlenden Augen. Immer noch gehört der Morgenkreis zum Start in den Tag für sie dazu.

Plötzlich merke ich, wie gesegnet ich bin: Wir haben drei kerngesunde Kinder. Wir haben ein warmes, sicheres Zuhause und ich habe die Kraft und die – etwas laienhafte – Fähigkeit der Gitarre Töne zu entlocken und meinen Kindern damit eine Freude zu bereiten.

Aus voller Kehle singt nun meine Kleinste:

Einfach spitze, dass du da bist,
einfach spitze, dass du da bist.
Einfach spitze,
kommt wir loben Gott den Herrn!

Dabei reckt sie ihre Däumchen bei „spitze“ in die Höhe.

Ja, sie hat recht. Einfach spitze, dass wir uns haben und die Zeit hier zusammen verbringen können. Auch wenn mir Verschnaufpausen, Zeiten für Sport oder meine Arbeit fehlen. Auch wenn wir uns manchmal tierisch auf die Nerven gehen.

Es ist spitze, dass meine Kinder und mein Mann da sind und dafür lobe ich Gott!

Diese Dankbarkeit verspüre ich auch, wenn ich zu unseren Freunden nach Myanmar blicke oder die Menschenaufstände in Russland und Belarus sehe. Denn mir wird bewusst, wie gut es uns geht:

Danke, Gott, dass wir hier „nur“ eine Pandemie zu überstehen haben. Danke, dass wir in unserem Land politisch sicher sind.
Danke, dass wir unsere Meinung äußern dürfen.
Danke, dass unsere Kinder nicht als Waisen auf der Straße ums Überleben, ohne Rechte, kämpfen müssen.

Vater lass uns in der jetzigen Zeit nicht vergessen, dass du ein „sehr gut“ über uns alle ausgesprochen hast. Dass du jeden einzelnen liebst und siehst.

Egal wo ihr euch befindet, im Spagat Homeoffice und Homeschooling, euch Sorgen oder Ängste plagen, ihr euch kraftlos fühlt und nicht wisst, wie es weiter geht. Es gibt einen, der euch sieht und der um eure Sorgen weiß. Einer, dem ihr nicht egal seid.

Fühlt euch umarmt von Gott und lauscht Ihm, wenn Er euch ins Ohr flüstert: Einfach spitze, dass du da bist!

Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Matthäus 11,28

2 Comments

  • Vera

    Was für ein schöner Beitrag in einer Zeit, in der so viele Menschen zunehmend erschöpft und dünnhäutig sind, nur noch die anhaltenden Einschränkungen vor Augen haben. Trotz allem ist es wirklich oft ein Jammern auf hohem Niveau, denn jeder von uns hat doch weiterhin ein Dach überm Kopf, eine warme Stube, genug zu essen (immerhin haben Viele doch das ein oder andere Kilo zugelegt), einen vollen Kleiderschrank, tolle Kommunikationsmöglichkeiten usw. Und so wie ganz langsam der Frühling durchbricht, wird auch das Leben wieder leichter werden. Danke liebe Doro, Du wirst in mir eine neue Blogleserin finden und danke liebe Tine für die tolle „Werbung“ 🙂

    • Doro

      Liebe Vera, vielen Dank für deine lieben Worte und dein Interesse an meiner manchmal chaotischen Gedankenwelt.
      Du hast so recht, mit zunehmender Sonne und Wärme wird einem wieder viel leichter ums Herz! Hoffen wir also auf Frühling mit seinen kleinen Wundern, die uns von Gottes großer Liebe zu uns erzählen. Liebe Grüße Doro

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