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Zeit ist wertvoll

Es kam eins zum anderen…Die freien Abende taten und tun gut. Es kamen Winterspaziergänge dazu. Putzen, dekorieren. Ein tägliches Date mit Jesus, um gemeinsam ein Andachtsbuch zu lesen. Kerzen anzünden. Sich mehr Zeit nehmen um Essen zu kochen…und sich mehr Zeit nehmen beim essen. Mit kauen und so.

Der Mann hat sich dezent und wissend lächelnd zu den Schwiegereltern verdrückt, so dass ich fünf Tage für mich allein sein kann. Nun ist es hier in der Wohnung wirklich still. Wenn nicht gerade Hörbuch läuft oder ich in’s Handy spreche, dann ist es leise. Was macht man mit so viel Stille, mit so viel Zeit?

Sprachnachrichten mit Freundinnen. Kuscheln mit dem Kaninchen. Badewanne und danach riechen wie ein Zimtstern. Eigentlich wollte ich am Dienstag (also heute, wenn der Blogeintrag online geht) wieder weiterarbeiten. Aber ich habe mich entschieden es sein zu lassen. Die Arbeit läuft nicht weg, das hat sie noch nie getan. Vielleicht werde ich es in einer Woche bereuen, wenn sie auf mich einstürzt. Aber ich würde es mit Sicherheit bereuen, wenn ich diese ruhigen Tage nicht beschützen würde. Sie sind ein Geschenk und Geschenke darf man auspacken und benutzen. Oder nicht?

Ich erinnere mich an eine Hautcreme, die ich als Teenager geschenkt bekommen habe. Sie roch so gut und ich glaube, dass sie teuer war. Zumindest teurer als alles, was ich sonst so im Bad herumstehen hatte. Also habe ich sie mir aufgehoben. Für besondere Momente. Wenn meine picklige Haut erst besser sein würde. Wenn ich zu einem besonderen Treffen eingeladen wäre. Wenn…ja…wenn. Irgendwann musste ich sie wegwerfen, weil sie kaputt war. Leider habe ich wenig daraus gelernt und praktizierte das ‚Aufbewahren für den besonderen Moment‘ munter weiter: bei Kleidung, bei Kosmetik, ja sogar bei Stiften oder Notizbüchern. Und irgendwie auch bei Momenten.

‚Ich mach nur noch schnell…und dann…‘: Wenn ich diesen Text fertig, diese Mail beantwortet, die Ablage aufgeräumt und die Steuer eingereicht haben, dann…
‚Ich mach nur noch schnell…und dann…‘, ist einer meiner liebsten und meiner verhasstesten Sätze.

Diesmal nicht. Diesmal greife ich mit beiden Händen zu. Und verschwende meine Zeit (nicht). Sie ist kostbar.

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