alltägliches,  Dankbarkeit

Gemeinsam

Nun ist es wirklich richtig Herbst. Ein sehr nasser und kalter Herbst bisher. Pünktlich zum Rucksack packen und im Wald verschwinden, öffnete der Himmel seine Pforten und es schüttete, was runter kam. Schweren Herzens mussten Ruth und ich unsere Wanderwoche canceln. Stattdessen gab es im Schwarzwald ein paar Wellnesstage – fängt ja auch mit ‚W‘ an.

Die Ruhe tat gut. Ausschlafen, lesen, lange Gespräche bei Kaffee und Kuchen. Und dann doch noch mal raus in den Wald, als es eine kurze Regenpause gab.

Es fällt mir leichter zu beten, wenn Ruth dabei ist. Überhaupt fällt es mir meist leichter mich auf Jesus zu konzentrieren, wenn ich andere Christen um mich herum habe. Menschen, die mich in den Lobpreis führen. Menschen, die ihre Erkenntnisse und Erlebnisse teilen, die sie mit Jesus haben. Menschen, die für und mit mir beten und für und mit denen ich beten darf. Wir Christen sind keine Einzelkämpfer.

Diesen Sonntag waren wir zum ersten Mal seit April wieder in unseren Gemeinderäumen. Der Gottesdienstraum war bis auf den letzten Platz belegt. Was nicht daran liegt, dass meine kleine schnuckelige Gemeinde plötzlich auf ein paar hundert Leute angewachsen wäre, sondern daran, dass die Stühle soweit auseineiander stehen müssen. Es war schön nach der Sommerpause wieder gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Aber es fällt mir noch immer schwer, meine Freunde und Weggefährten nicht umarmen zu können. Noch schwerer fällt es mir, als Mitverantwortliche diese Entscheidung zu treffen und zu überwachen. Abzuwägen zwischen verantwortungsbewusster Vorsicht und vernünftiger Gelassenheit. Es will mir nicht richtig gelingen. Die Situation überfordert mich und einmal mehr bin ich froh, nicht politisch weitreichende Entscheidungen treffen zu müssen.

Trotzdem war der Gottesdienst schön. Ich hatte keinen Dienst und durfte einfach nur konsumieren. Durfte eine Predigt hören, die jemand anderes in der letzten Woche für uns vorbereitet hat. Durfte dem Lobpreis lauschen und darin versinken, den jemand anderes für uns geprobt hat. Durfte mein Herz in Gebete einklinken, die jemand anderes für uns formulierte. Das alles ist nicht selbstverständlich. Nach der Sommerpause und mit all dem geforderten Abstand und den Regelungen, wird mir das nur noch mehr bewusst.

Was für ein Segen, dass wir uns haben, dass wir gemeinsam unterwegs sein können.

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