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Ankermomente

Zu lernen im Alltag mit Gott zu leben, bedeutet für mich gerade, mich seinem Tempo anzupassen. Gar nicht so einfach, denn er ist mir entweder zu langsam oder zu schnell. Entweder ich warte gefühlte Ewigkeiten auf Antworten von ihm oder er gibt mir Impulse, während ich gerade mit meinem Kopf und Leben ganz woanders bin.

Zu lernen mit Jesus zu leben heißt zu lernen, dass ich im Moment ankommen muss. Zu lernen, den Raum auszufüllen, in dem ich gerade bin. Das sind nicht nur die Momente, in denen ich etwas zu tun habe. Sondern vor allem auch die Momente, in denen nichts von mir erwartet wird. Momente, die dazu da sind Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Einfach nur zu sein, bei ihm zu sein.

Oft genug passiert es mir aber, dass ich selbst in wunderbaren und geschenkten Momenten nicht den Augenblick genieße, sie nicht mit Jesus zusammen durchlebe, sondern weiter hetze. Ruhemomente überspringe, damit ich die große Entspannung am Abend früher erreiche. Nur um dann festzustellen, dass ich da zwar Zeit habe, aber sich die innere Ruhe deswegen nicht automatisch einstellt.

Vor kurzem habe ich eine Frau getroffen, die ihren Alltag mit Jesus lebt. Einfach so. Die ihn morgens fragt, was er für den Tag geplant hat. Sie hat einen normalen beruflichen Alltag, lässt sich in diesem aber von Jesus leiten. Und dann machen die beiden das, was Jesus ihr gezeigt hat. Gemeinsam. Vielleicht hätte ich lächelnd mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Naja, wenn es für dich funktioniert.“ (Denn erfahrungsgemäß funktioniert das bei mir nämlich leider nicht so einfach.) Aber diese Frau hatte ein Leuchten, eine Bescheidenheit und Wärme, dass ich an ihr und dem Thema nicht vorbei gehen konnte. In ihrer Gegenwart hatte ich pure Sehnsucht.

Wie bekomme ich mehr Bewusstsein für Jesus in meinen Alltag? Das mit dem morgens hinsetzen und den Tag gemeinsam planen wäre ein nächster Schritt. Aber ein Schritt, der mir noch viel zu groß vorkommt, mit meinem aktuell überaktivem Kopf und übervollem Herzen. Aber was dann?
Da kam mir die Idee, mir die Momente bewusst zu machen, die für mich im Alltag Ruhe bedeuten. Diese kurzen Augenblicke, die sich weder planen, noch aufschieben lassen. Momente, die einfach passieren und die wahrgenommen werden wollen. Ich habe sie Ankermomente genannt. Der Begriff scheint mir passend, weil ich in diesen Momenten glücklich bin und sie dazu nutzen kann meine Gedanken neu an Jesus festzumachen. Hier will ich im Alltag versuchen inne zu halten, Danke zu sagen, die Hand von Jesus zu drücken und dann gemeinsam weiter zu gehen.

Einige Ankermomente meiner letzten Wochen waren zum Beispiel:

  • Nach einem langen Spaziergang zurück in die warme Wohnung kommen.
  • Der erste Blick morgens aus dem Fenster.
  • Eine Packung meiner Lieblingskekse, die mir eine Freundin zugesteckt hat.
  • Einem Singvogel zuhören, bevor der Tag anbricht. (Achim und ich glauben, dass es eine Nachtigall war.)
  • Im Wald stehen und nichts als das Rauschen der Bäume hören.
  • Am Sonntag zur Gemeinde kommen und dieses kurze und heftige Ziehen hinterm Herzen spüren, das sagt: zu Hause.
  • Die Seiten im Tagebuch umblättern, die beschriebene Struktur spüren und eine neue Seite beginnen.
  • Die Umarmung eines Freundes.
  • Das Morgenlicht in meinem Zimmer.
  • Ein Projekt erfolgreich abschließen.
  • Eine liebe SMS einer guten Freundin.

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