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Morgenstunde

Weckerklingeln. Ich mag den Klingelton. Allerdings musste ich auch lange suchen, bis ich einen gefunden hatte, der mir nicht auf den Zeiger geht. Aber diese Melodie lässt mich lächeln – obwohl es ein Wecker ist.

Draußen ist es noch stockdunkel und ich genieße den frühmorgendlichen Moment, in dem ich einfach nur daliegen darf und atme. In meinem kuscheligen Bett. Draußen ist es still. Wir leben in keiner ruhigen Ecke. Meistens ist Abends bis tief in die Nacht einiges auf den Straßen und im Schulzentrums gegenüber geboten. Doch jetzt ist es still.

Jesus ist da. Er hat über meinen Schlaf gewacht. Ich spüre selten, dass er da ist. Aber ich weiß es und deswegen versuche ich mir für einen Moment vorzustellen, wie es wäre, wenn ich jetzt seine Hand auf meiner Stirn spüren könnte. Ich muss nochmal lächeln.

Mein Morgen startet langsam und er läuft nach einer bestimmten Routine ab. Das tut mir gut. Nicht entscheiden müssen, sondern sich einfach vom Strom des Morgens in den Tag tragen lassen. Ich lasse mir von meinem Handy ein paar Kapitel aus der Bibel vorlesen, bevor mich der Kaffee in die Küche lockt. Teewasser für den Vormittag aufsetzen, eine Ladung Wäsche anwerfen, Geschirrspüler ausräumen. Badezimmer. Ein Blick auf die Uhr, gleich ist es soweit. Ich wickle mich in die dicke Strickjacke, wärme mir die Hände am Kaffee und stelle mich an’s Fenster im Arbeitszimmer. Und dann beginnt es…das morgendliche Schauspiel.

1. Akt: Ankündigung der Sonne. Leichte Rottöne, sanftes Orange. Viele Wolken. Die Frage, was Gott sich wohl heute ausgedacht hat.

2. Akt: Der Himmel brennt. Es passiert ganz plötzlich, wie das Anschwellen von Musik. Eben war es noch kaum wahrnehmbar. Plötzlich wird es dunkelrot, tiefes Orange, leichtendes Gelb, das immer weiter über den Himmel wandert.

3. Akt: Es verschwindet fast ebenso schnell, wie es gekommen ist. Die Sonne schiebt sich über den Horizont und das Farbenspiel verblasst. Manchmal taucht sie als leuchtend roter Ball auf. Heute ist sie hinter den Wolken nicht zu sehen.

Vorgestern war der Sonnenaufgang sanft pastellfarben. Wie eine einzelne Violine oder ein Klavier. Heute war es dramatisch. Ein ganzes Konzert inklusive Pauken.

Im Winter sind die Sonnenaufgänge atemberaubend. Und sie sind jeden Morgen anders. Sie erinnern mich daran, wie unglaublich groß, kreativ und gewaltig Gott ist.

2 Comments

  • Tina

    Wie schön!!! Auch mein Zimmer schaut in Richtung Sonnenaufgang. Wie kreativ und herrlich ist unser Schöpfer! Mal strahlendes Morgenrot, mal hellblau rosa Morgenhimmel mit Schäfchenwolken oder nachts ein grandioser Sternenhimmel. Das alles will ich nicht vergessen für die Tage wie heute, wenn alles nur grau und nass ist.

  • Vera

    Hier am Bodensee ist heute wieder Nebelsuppe. Umso schöner, wie Gott immer wieder Farben in unser Herz malt. Das sind doch die Momente, für die man sich echt bewusst Zeit nehmen sollte und sich auch das frühe Aufstehen lohnt 🙂

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