{"id":920,"date":"2020-08-11T03:37:00","date_gmt":"2020-08-11T01:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=920"},"modified":"2020-08-10T15:38:27","modified_gmt":"2020-08-10T13:38:27","slug":"leidenschaft-unterwegs-verloren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=920","title":{"rendered":"Leidenschaft unterwegs verloren"},"content":{"rendered":"\n<p>Immer wieder liest man von christlichen Leitern, die ausgebrannt sind. Das ist nun kein Alleinstellungsmerkmal, auch andere Berufszweige haben damit zu k\u00e4mpfen. Aber irgendwie verwundert es eben doch. Sollten Christen nicht durch Gottes Kraft leben und arbeiten? Sich von H\u00f6he zu H\u00f6he schwingen und aufsteigen wie die Adler? Brennen und leuchten von einem inneren Feuer, von dem Licht der Welt?<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgebrannt, das ist, wenn die Flamme immer kleiner wird und man verpasst Feuerholz nachzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Dozent f\u00fcr Gemeindearbeit, der selbst durch einen Burnout durch ist, betont regelm\u00e4\u00dfig, wie wichtig es ist, auf seine Stille Zeit mit Gott zu achten. Privataudienz beim Sch\u00f6pfer der Welt zu haben, das ist es, was geistliches Feuerholz herbeischafft. Sich lieben zu lassen, ganz ohne Verpflichtungen, ohne Anspr\u00fcche, ohne Ziel. Einfach nur mal &#8217;sein&#8216; d\u00fcrfen, nichts &#8218;tun&#8216; m\u00fcssen. Eine Zeit zu haben, wo man sich geborgen f\u00fchlt und gleichzeitig von sich weg und auf Gott sieht. Ihn um seinetwillen lieben und nicht wegen der Gaben, die er gibt. Das will ge\u00fcbt und erlebt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit macht das f\u00fcr mich durchaus Sinn. Auch, dass es deutlich ges\u00fcnder ist, sich von Gott den Fokus auf die wichtigen Arbeiten lenken zu lassen. Und nicht den Sachen im Alltag hinterherzurennen, von denen ich oder andere glauben, dass sie dringend getan werden m\u00fcssen. Denn diese Sachen hei\u00dfen oft &#8218;Legion&#8216;, soll hei\u00dfen: &#8218;wir sind viele&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht auszubrennen, das hei\u00dft, Privatzeiten mit Jesus zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur leider sind das sie Zeiten, die am schnellsten wegbrechen. Ein voller Tag: ich lass die Stille Zeit weg. Schlecht geschlafen: ich bleib ein bisschen liegen, f\u00e4llt halt die Stille Zeit mal weg. Ein dringender Anruf: ich geh da kurz ran, die Stille Zeit mach ich halt dann sp\u00e4ter (was in der Regel nicht passiert).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, ich schreibe h\u00e4ufiger \u00fcber dieses Thema. Das liegt vor allem daran, dass es ein Dauerthema bei mir ist. Und ich glaube bei vielen anderen auch. Denn nicht nur Leiter brennen aus, bei uns allen besteht die Gefahr. Bei Leitern f\u00e4llt es oft nur st\u00e4rker auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mich am meisten erschreckte: Irgendwann war nicht nur die Leidenschaft weg, auch die Sehnsucht danach die Leidenschaft f\u00fcr Gott und seine-meine Gemeinde wiederzubekommen, verschwand still schweigend. Alles was ich vom Leben noch wollte war eine einsame H\u00fctte irgendwo in Schweden und einen Helikopter, der einmal pro Woche Nahrungsmittel vor meiner H\u00fcttent\u00fcr abwerfen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, dass ich noch ein ganzes St\u00fcck entfernt bin, von einem wirklichen Burnout. Aber wenn man merkt, dass man auf einem bl\u00f6den Weg ist, dann darf man da runter. Am besten bevor man selbst und andere echten Schaden nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher habe ich nun beschlossen, eine Auszeit zu machen. Nicht in Schweden, sondern mit Jesus. Nur er und ich und ein Rucksack. Das wollte ich schon sehr lange einmal machen &#8211; eine Woche raus, keine digitale Ablenkung, sondern Natur. Ich hoffe, dass ich dadurch den Fokus wieder finde. Auf Jesus. Auf das was ihm wichtig ist. Ich hoffe, dass ich mich dort drau\u00dfen von ihm so lange lieb haben lassen kann, bis das echte L\u00e4cheln auf meinen Lippen zur\u00fcck ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bisschen Schreibtischt\u00e4terei liegt noch vor mir, denn ich m\u00f6chte ein paar Sachen vom Schreibtisch zu bekommen, um guten Gewissens Mailprogramm und Handy ausmachen zu k\u00f6nnen. Aber die Auszeit ist am Horizont sichtbar, genau so wie mein geliebter Herbst. Und seit langer Zeit kitzelt es wieder hinter meinem Bauchnabel und ich freue mich auf etwas. Bald geht es los zum geistlichen Feuerholz sammeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder liest man von christlichen Leitern, die ausgebrannt sind. Das ist nun kein Alleinstellungsmerkmal, auch andere Berufszweige haben damit zu k\u00e4mpfen. Aber irgendwie verwundert es eben doch. Sollten Christen nicht durch Gottes Kraft leben und arbeiten? Sich von H\u00f6he zu H\u00f6he schwingen und aufsteigen wie die Adler? Brennen und leuchten von einem inneren Feuer, von dem Licht der Welt? Ausgebrannt, das ist, wenn die Flamme immer kleiner wird und man verpasst Feuerholz nachzulegen. Mein Dozent f\u00fcr Gemeindearbeit, der selbst durch einen Burnout durch ist, betont regelm\u00e4\u00dfig, wie wichtig es ist, auf seine Stille Zeit mit Gott zu achten. Privataudienz beim Sch\u00f6pfer der Welt zu haben, das ist es, was geistliches Feuerholz herbeischafft. Sich lieben zu lassen, ganz ohne Verpflichtungen, ohne Anspr\u00fcche, ohne Ziel. Einfach nur mal &#8217;sein&#8216; d\u00fcrfen, nichts &#8218;tun&#8216; m\u00fcssen. Eine Zeit zu haben, wo man sich geborgen f\u00fchlt und gleichzeitig von sich weg und auf Gott sieht. Ihn um seinetwillen lieben und nicht wegen der Gaben, die er gibt. Das will ge\u00fcbt und erlebt werden. Soweit macht das f\u00fcr mich durchaus Sinn. Auch, dass es deutlich ges\u00fcnder ist, sich von Gott den Fokus auf die wichtigen Arbeiten lenken zu lassen. Und nicht den Sachen im Alltag hinterherzurennen, von denen ich oder andere glauben, dass sie dringend getan werden m\u00fcssen. Denn diese Sachen hei\u00dfen oft &#8218;Legion&#8216;, soll hei\u00dfen: &#8218;wir sind viele&#8216;. Nicht auszubrennen, das hei\u00dft, Privatzeiten mit Jesus zu haben. Nur leider sind das sie Zeiten, die am schnellsten wegbrechen. Ein voller Tag: ich lass die Stille Zeit weg. Schlecht geschlafen: ich bleib ein bisschen liegen, f\u00e4llt halt die Stille Zeit mal weg. Ein dringender Anruf: ich geh da kurz ran, die Stille Zeit mach ich halt dann sp\u00e4ter (was in der Regel nicht passiert). Ich wei\u00df, ich schreibe h\u00e4ufiger \u00fcber dieses Thema. Das liegt vor allem daran, dass es ein Dauerthema bei mir ist. Und ich glaube bei vielen anderen auch. Denn nicht nur Leiter brennen aus, bei uns allen besteht die Gefahr. Bei Leitern f\u00e4llt es oft nur st\u00e4rker auf. Was mich am meisten erschreckte: Irgendwann war nicht nur die Leidenschaft weg, auch die Sehnsucht danach die Leidenschaft f\u00fcr Gott und seine-meine Gemeinde wiederzubekommen, verschwand still schweigend. Alles was ich vom Leben noch wollte war eine einsame H\u00fctte irgendwo in Schweden und einen Helikopter, der einmal pro Woche Nahrungsmittel vor meiner H\u00fcttent\u00fcr abwerfen w\u00fcrde. Ich wei\u00df, dass ich noch ein ganzes St\u00fcck entfernt bin, von einem wirklichen Burnout. Aber wenn man merkt, dass man auf einem bl\u00f6den Weg ist, dann darf man da runter. Am besten bevor man selbst und andere echten Schaden nehmen. Daher habe ich nun beschlossen, eine Auszeit zu machen. Nicht in Schweden, sondern mit Jesus. Nur er und ich und ein Rucksack. 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