{"id":874,"date":"2020-06-15T22:31:00","date_gmt":"2020-06-15T20:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=874"},"modified":"2020-06-15T22:48:33","modified_gmt":"2020-06-15T20:48:33","slug":"tagebuchgedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=874","title":{"rendered":"Tagebuchgedanken"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Sonntagabend, hatte ich viel Zeit. Und so sa\u00df ich endlich mal wieder in Ruhe an Mamas Sekret\u00e4r und schrieb Tagebuch. Schrieb mir alles von der Seele. Normalerweise teile ich solche Sachen nicht, sondern lasse sie f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit setzen. Manchmal, wenn ich ein Jahr sp\u00e4ter durch die Seiten bl\u00e4ttere, greife ich ein paar Gedanken auf und manchmal werden diese zu der Grundlage f\u00fcr neue Texte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch gerade h\u00f6re ich von vielen, dass es ihnen mit Jesus \u00e4hnlich geht wie mir. Dass sie Sehnsucht haben nach mehr und gleichzeitig die Luft raus ist. Deswegen m\u00f6chte ich den Text heute v\u00f6llig unreflektiert teilen, auch wenn sich das komisch anf\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, dass D\u00fcrrezeiten zum Glauben dazu geh\u00f6ren. Und ich glaube, dass es keinen Sinn macht, sie zu leugnen. Trotzdem freue ich mich darauf, wenn meine vorbei ist. Aktuell f\u00e4llt es mir schwer mich an Jesus zu klammern. Aber Gott sei Dank h\u00e4lt er ja mich fest.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Ein neuer Anfang, mitten im Chaos. \u00dcber die letzten Monate habe ich Gott aus dem Fokus verloren. Trotz all der Marker, die ich mir gesetzt habe. Es ist einfach so passiert. Langsam, still, leise, heimlich. Heimlich? Nein, heimlich eher nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich war einem Teil von mir immer klar, was da gerade passiert. Dass andere Dinge wichtiger werden und sich in den Vordergrund dr\u00e4ngen. Aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war bzw. ist, dass die Liebe kalt wurde. Meine Liebe zu Jesus wurde kalt. Alles um mich herum wurde wichtiger und attraktiver. Dr\u00e4ngte sich auf den Platz, der pl\u00f6tzlich frei war. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte nicht mehr beten. Ich wollte mich nicht mehr mit meinem eigenen Versagen konfrontiert sehen. Nicht genug sein. Meinen eigenen Anspr\u00fcchen nicht zu gen\u00fcgen. Und denen der Bibel erst recht nicht. Weder im Verhalten, noch im Charakter. Die Erkenntnis &#8211; einmal mehr &#8211; auf einen Retter angewiesen zu sein, das kratzt an meinem Ego. Ich brauche einen Retter. Immer wieder. Jeden Tag aufs Neue. Es ist hart. Zu erkennen: ich kann es nicht. Nicht das mit der F\u00fcrbitte, nicht dass mit der Ehe und schon gar nicht das mit der Gemeindeleitung. <\/p>\n\n\n\n<p>Wo ist die Grenze von eigenem Unverm\u00f6gen zu fehlender Treue? Wann h\u00f6rt man die Worte.&#8220; Wohl dir, du treuer Knecht.&#8220;? Und wann: &#8222;Ich habe dich nie gekannt.&#8220;? Bisher machte ich es an der Herzenshaltung fest. Doch was passiert, wenn selbst das Herz kapituliert? Wenn es erkennt, dass es zur H\u00e4rte und nicht zur Milde neigt? Dass es lieber an sich, als an andere denkt? Ich war sehr egoistisch in den letzten Wochen. Fast scheint es, als w\u00e4re Egoismus meine Muttersprache. Es geht flie\u00dfend und leicht, w\u00e4hrend N\u00e4chstenliebe eine Fremdsprache bleibt. Mit M\u00fche verbunden, mit \u00dcbersetzungsarbeit. Mit einer bewussten Entscheidung. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mein Herz, das nicht funktioniert. Mein Herz hat Rhythmusst\u00f6rungen. Und das obwohl es bereist transplantiert wurde. Ich habe ein neues Herz, bin befreit, erl\u00f6st, geliebt, adoptiert. Und dennoch&#8230;dennoch ist Eifersucht leichter als Dankbarkeit. Ist Neid einfacher als Gen\u00fcgsamkeit. Ist Zerstreuung n\u00e4her als eine Umarmung von Jesus. <\/p>\n\n\n\n<p>Stille ist um so viel schwerer auszuhalten, als blinder Aktionismus. Ich wollte nicht in die Stille, w\u00e4hrend ich mich gleichzeitig nach einer Blockh\u00fctte im einsamen Mittelschweden sehne. Nach Ruhe und Entschleunigung. Aber still werden in deinen Armen, Jesus&#8230;das w\u00fcrde bedeuten so lange still zu halten, bis das Wasser sich beruhigt und der Dreck sich legt. Und dann? Riskiere ich den Blick auf mein Spiegelbild. Verzerrt, aber unleugbar ich. Und hinter mir: Du. Wundersch\u00f6n, stark und klar. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich muss zugeben, ich sehe mich lieber durch deine Augen. Unter deinem Blick schrumpfen Zweifel, Sorge, Neid und Eifersucht. Dein Blick sagt mir, dass ich genug bin. F\u00fcr dich genug bin. Keine Entt\u00e4uschung f\u00fcr dich, selbst wenn ich mich entt\u00e4usche. Wenn ich hinter dem was du in mir siehst und weckst, zur\u00fcck bleibe. Das was du bist und was du getan hast, reicht f\u00fcr uns beide. <\/p>\n\n\n\n<p>Du bist genug. Das ist wahr. Auch wenn ich es gerade nicht f\u00fchle. Auch wenn gerade alles in mir in Muttersprache spricht. Diene Sprache ist anders. Du bist mehr. Und ich will dich. Auch wenn ich es nicht f\u00fchle. Auch wenn andere Stimmen lauter, eindringlicher und attraktiver sind. Ich will dich. Das ist meine Entscheidung. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein neuer Anfang, mitten in im Chaos. Ich m\u00f6chte neu lieben wie du liebst. Aus einer Einheit mit dem Vater heraus. Ich m\u00f6chte mit den Gl\u00fccklichen lachen und mit den Traurigen weinen. Ich m\u00f6chte andere und auch mich mit deinen Augen sehen. Ich m\u00f6chte wichtiges von unwichtigem unterscheiden k\u00f6nnen und entsprechend danach handeln. Ich will lieben. Und ich habe verstanden, dass ich das nicht ohne dich kann. Ich brauche dich jeden Tag. Wecke das Feuer neu in mir. F\u00fcr dich bin ich genug. Dank dir bin ich geliebt und unendlich wertvoll. Danke.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-876\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-300x300.jpg 300w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-150x150.jpg 150w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-768x768.jpg 768w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-1160x1160.jpg 1160w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2-75x75.jpg 75w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch2.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch3-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-881\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch3-2.jpg 1024w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch3-2-300x169.jpg 300w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagebuch3-2-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntagabend, hatte ich viel Zeit. 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Ich brauche einen Retter. Immer wieder. Jeden Tag aufs Neue. Es ist hart. Zu erkennen: ich kann es nicht. Nicht das mit der F\u00fcrbitte, nicht dass mit der Ehe und schon gar nicht das mit der Gemeindeleitung. Wo ist die Grenze von eigenem Unverm\u00f6gen zu fehlender Treue? Wann h\u00f6rt man die Worte.&#8220; Wohl dir, du treuer Knecht.&#8220;? Und wann: &#8222;Ich habe dich nie gekannt.&#8220;? Bisher machte ich es an der Herzenshaltung fest. Doch was passiert, wenn selbst das Herz kapituliert? Wenn es erkennt, dass es zur H\u00e4rte und nicht zur Milde neigt? Dass es lieber an sich, als an andere denkt? Ich war sehr egoistisch in den letzten Wochen. Fast scheint es, als w\u00e4re Egoismus meine Muttersprache. Es geht flie\u00dfend und leicht, w\u00e4hrend N\u00e4chstenliebe eine Fremdsprache bleibt. Mit M\u00fche verbunden, mit \u00dcbersetzungsarbeit. Mit einer bewussten Entscheidung. Es ist mein Herz, das nicht funktioniert. Mein Herz hat Rhythmusst\u00f6rungen. 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Keine Entt\u00e4uschung f\u00fcr dich, selbst wenn ich mich entt\u00e4usche. Wenn ich hinter dem was du in mir siehst und weckst, zur\u00fcck bleibe. Das was du bist und was du getan hast, reicht f\u00fcr uns beide. Du bist genug. Das ist wahr. Auch wenn ich es gerade nicht f\u00fchle. Auch wenn gerade alles in mir in Muttersprache spricht. Diene Sprache ist anders. Du bist mehr. Und ich will dich. Auch wenn ich es nicht f\u00fchle. Auch wenn andere Stimmen lauter, eindringlicher und attraktiver sind. Ich will dich. Das ist meine Entscheidung. Es ist ein neuer Anfang, mitten in im Chaos. Ich m\u00f6chte neu lieben wie du liebst. Aus einer Einheit mit dem Vater heraus. Ich m\u00f6chte mit den Gl\u00fccklichen lachen und mit den Traurigen weinen. Ich m\u00f6chte andere und auch mich mit deinen Augen sehen. Ich m\u00f6chte wichtiges von unwichtigem unterscheiden k\u00f6nnen und entsprechend danach handeln. Ich will lieben. Und ich habe verstanden, dass ich das nicht ohne dich kann. 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