{"id":828,"date":"2020-05-12T06:01:00","date_gmt":"2020-05-12T04:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=828"},"modified":"2020-05-12T08:46:15","modified_gmt":"2020-05-12T06:46:15","slug":"aus-dem-takt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=828","title":{"rendered":"Aus dem Takt"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerade hangle ich mich durch die Tage. Seit dem Lockdown ist mein Leben ein st\u00e4ndiges \u201aTrial and Error\u2018. Ein st\u00e4ndiges Testen und Ausprobieren, wie dieser neue Alltag funktionieren k\u00f6nnte, am besten ohne wahnsinnig zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ein Rhythmus-Mensch. Ich brauche Rituale, Wiederholungen, feste Handgriffe. Eine Kommilitonin sah mich einmal entsetzt an und fragte: <em>&#8222;Wieso baust du dir ein solches Gef\u00e4ngnis?&#8220;<\/em> Aber f\u00fcr mich ist es kein Gef\u00e4ngnis. F\u00fcr mich bedeutet es Sicherheit. Ich bin schon in mir drin so konfus, da kann ich das um mich herum nicht auch noch haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Lockdown losging, war ich aus dem Takt. Mein bisheriger Rhythmus funktionierte nicht mehr: keine Termine mehr, ein Gro\u00dfteil meiner Aufgaben weggefallen. Wie strickt man einen sinnvollen Alltag um die gro\u00dfe Leere herum? Und was ist \u00fcberhaupt ein sinnvoller Alltag? Klar kann ich weiterhin um sechs Uhr morgens aufstehen. Die Frage ist nur: wozu? Es dauerte einige Wochen, bis ich einen neuen Rhythmus gefunden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Takt ist langsamer. In mancher Hinsicht auch bewusster. Ich nehme mir mehr Zeit f\u00fcr die kleinen Handgriffe des Alltags und schenke der Gegenwart mehr Aufmerksamkeit. Ich bin weniger streng mit mir. Ich merke, wie mir Rituale Halt geben. Mein Wecker erinnert mich jetzt zum Beispiel abends um acht daran, dass ich mich ein wenig zu Jesus setze. Dass die Bildschirme auch mal aus sein d\u00fcrfen. Dass Tee oder ein Spaziergang der Seele gut tun. Ja, ein Rhythmus, ein neuer Takt haben mir geholfen den Alltag zu meistern. Wobei &#8218;meistern&#8216;, vielleicht etwas hochgegriffen ist. Die Wohnung ist noch nicht zugem\u00fcllt und mein Mann hat sich nicht versucht vom Balkon zu st\u00fcrzen. Beides verbuche ich als Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sich auch ver\u00e4ndert hat in den letzten Wochen sind meine sozialen Kontakte. Und damit meine ich jetzt nicht die 1,5 Meter Abstand halten. Auch nicht so sehr die Art wie man Kontakte pflegt: ich war eh nie der gro\u00dfe Partyg\u00e4nger, ich telefoniere nach wie vor nicht gerne, aber ich spreche und h\u00f6re nach wie vor gerne Sprachnachrichten. Das alles ist unver\u00e4ndert. Nur die Menschen, mit denen ich aktuell Kontakt habe, haben sich ge\u00e4ndert. Das ist einfach so passiert.&nbsp; Ich spreche jetzt zum Beispiel mit einer dreifachen Mama t\u00e4glich mehrmals hin und her. Wir erz\u00e4hlen uns von unseren unterschiedlichen Alltagsherausforderungen. Wir teilen uns unsere Aufgaben mit, sprechen \u00fcber unsere kleinen Erfolge und unser Versagen. Wir lachen viel, meistens \u00fcber uns selbst. Wir tun uns gut. Vor allem, weil wir uns gegenseitig an Jesus erinnern und wie sehr er uns lieb hat. Es tut gut, das von anderen zu h\u00f6ren. Das l\u00e4sst mich aufatmen. Das beruhigt mich. Gott ist der gleiche, egal wie sehr die Welt auch wackelt. Es ist nicht der erste Sturm, durch den er seine Menschen begleitet. Gott ist da. Er h\u00e4lt uns. Er liebt uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil es so gut tut das zu h\u00f6ren, will ich es dir und euch nochmal sagen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#8222;Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen \u00fcber dich.&#8220; <\/p><cite>(Zefanja 3,17)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade hangle ich mich durch die Tage. Seit dem Lockdown ist mein Leben ein st\u00e4ndiges \u201aTrial and Error\u2018. Ein st\u00e4ndiges Testen und Ausprobieren, wie dieser neue Alltag funktionieren k\u00f6nnte, am besten ohne wahnsinnig zu werden. Ich bin ein Rhythmus-Mensch. Ich brauche Rituale, Wiederholungen, feste Handgriffe. Eine Kommilitonin sah mich einmal entsetzt an und fragte: &#8222;Wieso baust du dir ein solches Gef\u00e4ngnis?&#8220; Aber f\u00fcr mich ist es kein Gef\u00e4ngnis. F\u00fcr mich bedeutet es Sicherheit. Ich bin schon in mir drin so konfus, da kann ich das um mich herum nicht auch noch haben.&nbsp; Als der Lockdown losging, war ich aus dem Takt. Mein bisheriger Rhythmus funktionierte nicht mehr: keine Termine mehr, ein Gro\u00dfteil meiner Aufgaben weggefallen. Wie strickt man einen sinnvollen Alltag um die gro\u00dfe Leere herum? Und was ist \u00fcberhaupt ein sinnvoller Alltag? Klar kann ich weiterhin um sechs Uhr morgens aufstehen. Die Frage ist nur: wozu? Es dauerte einige Wochen, bis ich einen neuen Rhythmus gefunden hatte. Der neue Takt ist langsamer. In mancher Hinsicht auch bewusster. Ich nehme mir mehr Zeit f\u00fcr die kleinen Handgriffe des Alltags und schenke der Gegenwart mehr Aufmerksamkeit. Ich bin weniger streng mit mir. Ich merke, wie mir Rituale Halt geben. Mein Wecker erinnert mich jetzt zum Beispiel abends um acht daran, dass ich mich ein wenig zu Jesus setze. Dass die Bildschirme auch mal aus sein d\u00fcrfen. Dass Tee oder ein Spaziergang der Seele gut tun. Ja, ein Rhythmus, ein neuer Takt haben mir geholfen den Alltag zu meistern. Wobei &#8218;meistern&#8216;, vielleicht etwas hochgegriffen ist. 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Vor allem, weil wir uns gegenseitig an Jesus erinnern und wie sehr er uns lieb hat. Es tut gut, das von anderen zu h\u00f6ren. Das l\u00e4sst mich aufatmen. Das beruhigt mich. Gott ist der gleiche, egal wie sehr die Welt auch wackelt. Es ist nicht der erste Sturm, durch den er seine Menschen begleitet. Gott ist da. Er h\u00e4lt uns. Er liebt uns. Und weil es so gut tut das zu h\u00f6ren, will ich es dir und euch nochmal sagen: &#8222;Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. 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