{"id":71,"date":"2020-01-07T08:10:00","date_gmt":"2020-01-07T08:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=71"},"modified":"2020-02-21T00:20:13","modified_gmt":"2020-02-21T00:20:13","slug":"winterlicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=71","title":{"rendered":"Winterlicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Drau\u00dfen ist es kalt. Richtig kalt. Dem neuen Jahr scheint eingefallen zu sein, dass es mit dem Winter beginnt und legt sich bei uns m\u00e4chtig in&#8217;s Zeug. Leider nicht mit Schnee. Aber mit Minustemperaturen, Nebel, Raureif auf den Gr\u00e4sern und B\u00e4umen und mit pastellfarbenem Himmel, sollte er denn mal hell werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Auszeit tat so gut. Und sie war lang. Ich habe jeden Tag genossen. Das Treffen mit Freunden, die langen Spazierg\u00e4nge, die Woche am Meer und die Stunden auf der Couch bei gedimmten Licht und Kerzen. Inzwischen ist die Weihnachtsdeko wieder abgebaut. Die freie Zeit ist vorbei, das Leben nimmt Fahrt auf. Doch es f\u00e4llt mir schwer in Schwung zu kommen. Eigentlich seltsam, schlie\u00dflich sollte ich doch vor Energie f\u00f6rmlich gl\u00fchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise strotzt mein Januar von guten Vors\u00e4tzen und Projektideen. Herrlich unrealistisch aber trotzdem inspirierend. Und wenn dann nur einer der Vors\u00e4tze h\u00e4ngen bleibt, feiere ich mich schon wild. Dieses Jahr ist es anders. Ruhiger irgendwie. Keine neuen Projekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Bibel recht hat, dann gibt es f\u00fcr alles eine Zeit. Und bei mir scheint gerade eine Zeit f\u00fcr das Innere anzustehen. Vielleicht der letzte Frost vor dem inneren Fr\u00fchling? Vielleicht doch erst die Mitte vom Winter, von Ruhe und Einkehr. Fr\u00fcher h\u00e4tte ich das als Bedrohung empfunden. Ich wollte immer inneren Sommer: Wachstum, reife Fr\u00fcchte, funkenspr\u00fchendes Leben.<br>Jetzt sitze ich hier, mit Tee und schaue \u00fcber das Wolkenmeer, das sich unter mir in&#8217;s Remstal kuschelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerer Winter ist gar nicht schlimm. Wurzeln ausbilden, die Kraft auf den inneren Wachstum lenken. Mit Jesus langsam und St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die inneren Zimmer abgehen und ein bisschen sortieren. \u00dcber manche Erinnerung leise lachen, herumalbern, weinen. Loslassen und abgeben oder behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es tut mir gut den Zustand der eigenen Seele neugierig zu akzeptieren. Anstatt genervt darauf zu bestehen, dass es doch eigentlich anders sein m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben nimmt trotzdem Fahrt auf. Aber noch bin ich gelassen. Versuche (einmal mehr) zu begreifen, dass man ohnehin nur an einem Ort gleichzeitig sein kann. Und wenn man da eh schon ist, kann man sich dort auch investieren. Die Seele und Gedanken gleichzeitig noch an drei andere Orte zu schicken und die Sorgen und emotionalen Situationen dieser Orte alle gleichzeitig zu tragen, macht nur krank.<\/p>\n\n\n\n<p> Oder, um aus einem meiner Urlaubsb\u00fccher zu zitieren (frei aus meinem Ged\u00e4chtnis): <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p> <em>&#8222;Wenn Sie vor einer T\u00fcr stehen und warten, stehen Sie vor einer T\u00fcr und warten.<\/em><\/p><p><em>Wenn Sie sich mit Ihrer Frau streiten, streiten Sie sich mit Ihrer Frau.<\/em><\/p><p><em>Das ist Achtsamkeit.<\/em><\/p><p><em>Wenn Sie vor einer T\u00fcr stehen und warten und sich dabei in Gedanken noch mit Ihrer Frau streiten, dann ist das nicht achtsam, dann ist das einfach nur bl\u00f6d.&#8220;<\/em> <\/p><cite> (Achtsam Morden von Karsten Dusse. Buchempfehlung f\u00fcr alle mit Sinn f\u00fcr und Spa\u00df am pechschwarzen Humor.) <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich euch allen einen gesegneten Start in&#8217;s Neue Jahr. Und den Mut die Jahreszeit zu erforschen und zu genie\u00dfen, in der ihr gerade steckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen ist es kalt. Richtig kalt. Dem neuen Jahr scheint eingefallen zu sein, dass es mit dem Winter beginnt und legt sich bei uns m\u00e4chtig in&#8217;s Zeug. Leider nicht mit Schnee. Aber mit Minustemperaturen, Nebel, Raureif auf den Gr\u00e4sern und B\u00e4umen und mit pastellfarbenem Himmel, sollte er denn mal hell werden. Meine Auszeit tat so gut. Und sie war lang. Ich habe jeden Tag genossen. Das Treffen mit Freunden, die langen Spazierg\u00e4nge, die Woche am Meer und die Stunden auf der Couch bei gedimmten Licht und Kerzen. Inzwischen ist die Weihnachtsdeko wieder abgebaut. Die freie Zeit ist vorbei, das Leben nimmt Fahrt auf. Doch es f\u00e4llt mir schwer in Schwung zu kommen. Eigentlich seltsam, schlie\u00dflich sollte ich doch vor Energie f\u00f6rmlich gl\u00fchen. Normalerweise strotzt mein Januar von guten Vors\u00e4tzen und Projektideen. Herrlich unrealistisch aber trotzdem inspirierend. Und wenn dann nur einer der Vors\u00e4tze h\u00e4ngen bleibt, feiere ich mich schon wild. Dieses Jahr ist es anders. Ruhiger irgendwie. Keine neuen Projekte. Wenn die Bibel recht hat, dann gibt es f\u00fcr alles eine Zeit. Und bei mir scheint gerade eine Zeit f\u00fcr das Innere anzustehen. Vielleicht der letzte Frost vor dem inneren Fr\u00fchling? Vielleicht doch erst die Mitte vom Winter, von Ruhe und Einkehr. Fr\u00fcher h\u00e4tte ich das als Bedrohung empfunden. Ich wollte immer inneren Sommer: Wachstum, reife Fr\u00fcchte, funkenspr\u00fchendes Leben.Jetzt sitze ich hier, mit Tee und schaue \u00fcber das Wolkenmeer, das sich unter mir in&#8217;s Remstal kuschelt. Innerer Winter ist gar nicht schlimm. Wurzeln ausbilden, die Kraft auf den inneren Wachstum lenken. Mit Jesus langsam und St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die inneren Zimmer abgehen und ein bisschen sortieren. \u00dcber manche Erinnerung leise lachen, herumalbern, weinen. Loslassen und abgeben oder behalten. Es tut mir gut den Zustand der eigenen Seele neugierig zu akzeptieren. Anstatt genervt darauf zu bestehen, dass es doch eigentlich anders sein m\u00fcsste. Das Leben nimmt trotzdem Fahrt auf. Aber noch bin ich gelassen. Versuche (einmal mehr) zu begreifen, dass man ohnehin nur an einem Ort gleichzeitig sein kann. Und wenn man da eh schon ist, kann man sich dort auch investieren. Die Seele und Gedanken gleichzeitig noch an drei andere Orte zu schicken und die Sorgen und emotionalen Situationen dieser Orte alle gleichzeitig zu tragen, macht nur krank. Oder, um aus einem meiner Urlaubsb\u00fccher zu zitieren (frei aus meinem Ged\u00e4chtnis): &#8222;Wenn Sie vor einer T\u00fcr stehen und warten, stehen Sie vor einer T\u00fcr und warten. Wenn Sie sich mit Ihrer Frau streiten, streiten Sie sich mit Ihrer Frau. Das ist Achtsamkeit. Wenn Sie vor einer T\u00fcr stehen und warten und sich dabei in Gedanken noch mit Ihrer Frau streiten, dann ist das nicht achtsam, dann ist das einfach nur bl\u00f6d.&#8220; (Achtsam Morden von Karsten Dusse. Buchempfehlung f\u00fcr alle mit Sinn f\u00fcr und Spa\u00df am pechschwarzen Humor.) In diesem Sinne w\u00fcnsche ich euch allen einen gesegneten Start in&#8217;s Neue Jahr. 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