{"id":433,"date":"2017-11-07T07:06:52","date_gmt":"2017-11-07T07:06:52","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=433"},"modified":"2020-02-20T23:11:11","modified_gmt":"2020-02-20T23:11:11","slug":"und-taeglich-gruesst-das-murmeltier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=433","title":{"rendered":"Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Restaurant. 21 Uhr Abends. Das Kind am Nachbartisch ist quengelig und heult. Mich packt der Neid. Nicht, weil ich auch ein quengelndes Kind m\u00f6chte (heute mal nicht), sondern, weil dieses kleine Wesen sich nach Lust und Laune auff\u00fchren darf. Am liebsten w\u00fcrde ich jetzt n\u00e4mlich mitmachen. Zwischen meinen Schl\u00e4fen hat sich vor einer halben Stunde ein hartn\u00e4ckiges Pochen festgesetzt. Au\u00dferdem tauchte die nicht sehr hilfreiche Frage in meinem Kopf auf, ob ein halb voller Teller Spaghetti ein ausreichend angenehmes Kopfkissen abgeben w\u00fcrde. Die Tatsache, dass ein gro\u00dfer Teil von mir mit einem sehns\u00fcchtig-begeisterten\u00a0<em>&#8222;Ja, absolut!&#8220;<\/em>\u00a0antwortet, beschreibt meinen Zustand wohl ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, ich hab mich nicht in die Spaghetti abgelegt. Irgendwann in den letzten Jahren bin ich erwachsen geworden. (Wann und vor allem warum, kann ich nicht so genau sagen.) Um mich herum ist eine Gruppe lieber Menschen, die sich angeregt unterhalten und, im Gegensatz zu mir, v\u00f6llig wach sind. Obwohl deren Tag genau so lang war. Ich versuche den Gespr\u00e4chen zu folgen, stimme ins Lachen ein und hoffe, dass es nicht auff\u00e4llt, dass ich den Faden l\u00e4ngst verloren habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Menschen, die scheinen ein schier unersch\u00f6pfliches Reservoir an Energie zu besitzen. Ich geh\u00f6re leider nicht dazu. Das hat mich lange Zeit sehr ge\u00e4rgert.&nbsp;<strong>Ich empfinde mein niedriges Energielevel als unfair.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Lieblingsgenre bei B\u00fcchern sind Krimis und Thriller. Am liebsten die, wo die unerschrockene Kommissarin bei Tag und bei Nacht an einem Fall arbeitet, bis sie den T\u00e4ter gestellt hat. Was habe ich mich oft in solche Situationen getr\u00e4umt. Ich \u2026 unfassbar klug \u2026 unfassbar gut aussehend \u2026 unfassbar erfolgreich &#8230; und unfassbar wach. Realistischer w\u00e4re f\u00fcr mich allerdings die Rolle von Dornr\u00f6schen. Nur dass ich zum Einschlafen keine Spindel brauche.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine eigene M\u00fcdigkeit war f\u00fcr mich immer gleichbedeutend mit Faulheit und mangelnder Disziplin. Instinktiv suche ich mir Menschen, die ein viel geringeres Schlafpensum brauchen und vergleiche mich mit diesen. Das perfekte Rezept zur Unzufriedenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht wie oft ich Jesus die Ohren voll geheult habe, weil das mit dem weniger Schlafen bei mir einfach nicht klappt und weil ich das schlimm finde. Weil ich doch gerne wie mein Traumbild von der Kommissarin w\u00e4re. Aber ich bin nicht so. Weniger schlafen geht ein paar Tage gut, dann kommen Dauerkopfschmerzen, \u00dcbelkeit und ich fange mir irgendein Virus ein. L\u00e4ngere M\u00fcdigkeit endet bei mir zu 90 % in &#8217;ner fetten Erk\u00e4ltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch anstatt, dass Jesus mir einfach einen Energieschub gibt oder mir einen gr\u00f6\u00dferen Akku spendiert, l\u00e4sst er mich die Psalmen lesen. Dort finde ich folgenden Vers:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Ja, der Besch\u00fctzer Israels schl\u00e4ft und schlummert nicht. Ps. 121,4<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Kurz darauf h\u00f6re ich zu genau dieser Stelle eine Andacht. Dort werde ich mit der Aussage konfrontiert, dass Schlaf nichts B\u00f6ses ist, dass jeder Mensch ihn braucht und dass Schlaf sogar geistliche Komponenten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlaf ist die Aktivit\u00e4t, die wir mehr praktizieren, als jede andere. Circa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Entzieht man dem menschlichen K\u00f6rper Schlaf, wird er nach und nach seine Funktionen einstellen.&nbsp;<strong>Jeder Mensch muss schlafen \u2013 doch Gott schl\u00e4ft nicht. Jesus ist immer wach.<\/strong>&nbsp;Er muss nicht schlafen. Er wacht \u00fcber uns, er wird nicht m\u00fcde, nicht unaufmerksam.&nbsp;<strong>Schlaf ist f\u00fcr mich nun eine t\u00e4gliche Erinnerung geworden, dass ich nicht Gott bin.<\/strong>&nbsp;Ich habe nicht seine Reichweite, nicht seine Spannkraft, nicht seine \u00dcbersicht und nicht seine Kontrolle.&nbsp;<strong>Er<\/strong>&nbsp;hat die Kontrolle und das Tag und Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zweite, was ich lernen darf ist, dass Schlaf, ein&nbsp;<strong>starkes Bild f\u00fcr Vertrauen<\/strong>&nbsp;ist. Niemals sind wir so verletzlich und ausgeliefert, wie wenn wir schlafen. Auch wenn ich in meinem Schlafzimmer relativ sicher bin, teilen viele Menschen dieses Privileg nicht. In der Bibel gab es Menschen \u2013 zum Beispiel K\u00f6nig David \u2013 der oft nicht in Sicherheit schlafen konnte. Jeden Abend bewusst unter Gottes Fl\u00fcgeln Zuflucht zu suchen hilft mir, mich auch im Alltag immer bewusster auf Ihn zu verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also mache ich das nun; und zwar zunehmend entspannter:&nbsp;<strong>unter Gottes Fl\u00fcgel krabbeln und schlafen. Kraft tanken f\u00fcr den n\u00e4chsten, wundervollen, wilden, chaotischen Tag.<\/strong>&nbsp;Und wenn mir Mittags die Energie ausgeht\u2026lege ich mich kurz hin, wenn es m\u00f6glich ist. Schnellaufladung, damit es bis zum Abend reicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, sonderlich gl\u00fccklich bin ich dar\u00fcber nicht. Ich h\u00e4tte lieber das Energielevel meiner besten Freundin oder meiner Schw\u00e4gerin. Ich finde es fantastisch, was diese Menschen an einem Tag alles schaffen und dabei gelassen, freundlich und lustig bleiben. Ich kann das nicht. Schade. Aber ich kann andere Sachen. Offensichtlich braucht Gott mich f\u00fcr den Dienst, in den er mich gestellt hat, nicht mit einem 18 Stunden Akku. Vielleicht kuschelt er auch nur gerne mit mir und hat mich gern bei sich unter seinem Fl\u00fcgel.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kuschle ich eben und er kann auf mich aufpassen. Denn er schl\u00e4ft ja nicht. W\u00e4hrend ich auftanke, arbeitet er mit anderen seiner Kinder, die gerade wach sind. Ich bin nicht Gott, ich muss die Welt nicht retten. Das hat er schon gemacht. Morgen darf ich wieder ein bisschen mitspielen und meinen Teil beitragen. Aber jetzt schlafe ich erst mal eine Runde. Es ist n\u00e4mlich schon wieder nach 21 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Restaurant. 21 Uhr Abends. Das Kind am Nachbartisch ist quengelig und heult. Mich packt der Neid. Nicht, weil ich auch ein quengelndes Kind m\u00f6chte (heute mal nicht), sondern, weil dieses kleine Wesen sich nach Lust und Laune auff\u00fchren darf. Am liebsten w\u00fcrde ich jetzt n\u00e4mlich mitmachen. Zwischen meinen Schl\u00e4fen hat sich vor einer halben Stunde ein hartn\u00e4ckiges Pochen festgesetzt. Au\u00dferdem tauchte die nicht sehr hilfreiche Frage in meinem Kopf auf, ob ein halb voller Teller Spaghetti ein ausreichend angenehmes Kopfkissen abgeben w\u00fcrde. Die Tatsache, dass ein gro\u00dfer Teil von mir mit einem sehns\u00fcchtig-begeisterten\u00a0&#8222;Ja, absolut!&#8220;\u00a0antwortet, beschreibt meinen Zustand wohl ausreichend. Nein, ich hab mich nicht in die Spaghetti abgelegt. Irgendwann in den letzten Jahren bin ich erwachsen geworden. (Wann und vor allem warum, kann ich nicht so genau sagen.) Um mich herum ist eine Gruppe lieber Menschen, die sich angeregt unterhalten und, im Gegensatz zu mir, v\u00f6llig wach sind. Obwohl deren Tag genau so lang war. Ich versuche den Gespr\u00e4chen zu folgen, stimme ins Lachen ein und hoffe, dass es nicht auff\u00e4llt, dass ich den Faden l\u00e4ngst verloren habe. Es gibt Menschen, die scheinen ein schier unersch\u00f6pfliches Reservoir an Energie zu besitzen. Ich geh\u00f6re leider nicht dazu. Das hat mich lange Zeit sehr ge\u00e4rgert.&nbsp;Ich empfinde mein niedriges Energielevel als unfair. Mein Lieblingsgenre bei B\u00fcchern sind Krimis und Thriller. Am liebsten die, wo die unerschrockene Kommissarin bei Tag und bei Nacht an einem Fall arbeitet, bis sie den T\u00e4ter gestellt hat. Was habe ich mich oft in solche Situationen getr\u00e4umt. Ich \u2026 unfassbar klug \u2026 unfassbar gut aussehend \u2026 unfassbar erfolgreich &#8230; und unfassbar wach. Realistischer w\u00e4re f\u00fcr mich allerdings die Rolle von Dornr\u00f6schen. Nur dass ich zum Einschlafen keine Spindel brauche. Meine eigene M\u00fcdigkeit war f\u00fcr mich immer gleichbedeutend mit Faulheit und mangelnder Disziplin. Instinktiv suche ich mir Menschen, die ein viel geringeres Schlafpensum brauchen und vergleiche mich mit diesen. Das perfekte Rezept zur Unzufriedenheit. Ich wei\u00df nicht wie oft ich Jesus die Ohren voll geheult habe, weil das mit dem weniger Schlafen bei mir einfach nicht klappt und weil ich das schlimm finde. Weil ich doch gerne wie mein Traumbild von der Kommissarin w\u00e4re. Aber ich bin nicht so. Weniger schlafen geht ein paar Tage gut, dann kommen Dauerkopfschmerzen, \u00dcbelkeit und ich fange mir irgendein Virus ein. L\u00e4ngere M\u00fcdigkeit endet bei mir zu 90 % in &#8217;ner fetten Erk\u00e4ltung. Doch anstatt, dass Jesus mir einfach einen Energieschub gibt oder mir einen gr\u00f6\u00dferen Akku spendiert, l\u00e4sst er mich die Psalmen lesen. Dort finde ich folgenden Vers: Ja, der Besch\u00fctzer Israels schl\u00e4ft und schlummert nicht. Ps. 121,4 Kurz darauf h\u00f6re ich zu genau dieser Stelle eine Andacht. Dort werde ich mit der Aussage konfrontiert, dass Schlaf nichts B\u00f6ses ist, dass jeder Mensch ihn braucht und dass Schlaf sogar geistliche Komponenten hat. Schlaf ist die Aktivit\u00e4t, die wir mehr praktizieren, als jede andere. Circa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Entzieht man dem menschlichen K\u00f6rper Schlaf, wird er nach und nach seine Funktionen einstellen.&nbsp;Jeder Mensch muss schlafen \u2013 doch Gott schl\u00e4ft nicht. Jesus ist immer wach.&nbsp;Er muss nicht schlafen. Er wacht \u00fcber uns, er wird nicht m\u00fcde, nicht unaufmerksam.&nbsp;Schlaf ist f\u00fcr mich nun eine t\u00e4gliche Erinnerung geworden, dass ich nicht Gott bin.&nbsp;Ich habe nicht seine Reichweite, nicht seine Spannkraft, nicht seine \u00dcbersicht und nicht seine Kontrolle.&nbsp;Er&nbsp;hat die Kontrolle und das Tag und Nacht. Das zweite, was ich lernen darf ist, dass Schlaf, ein&nbsp;starkes Bild f\u00fcr Vertrauen&nbsp;ist. Niemals sind wir so verletzlich und ausgeliefert, wie wenn wir schlafen. Auch wenn ich in meinem Schlafzimmer relativ sicher bin, teilen viele Menschen dieses Privileg nicht. In der Bibel gab es Menschen \u2013 zum Beispiel K\u00f6nig David \u2013 der oft nicht in Sicherheit schlafen konnte. Jeden Abend bewusst unter Gottes Fl\u00fcgeln Zuflucht zu suchen hilft mir, mich auch im Alltag immer bewusster auf Ihn zu verlassen. Also mache ich das nun; und zwar zunehmend entspannter:&nbsp;unter Gottes Fl\u00fcgel krabbeln und schlafen. Kraft tanken f\u00fcr den n\u00e4chsten, wundervollen, wilden, chaotischen Tag.&nbsp;Und wenn mir Mittags die Energie ausgeht\u2026lege ich mich kurz hin, wenn es m\u00f6glich ist. Schnellaufladung, damit es bis zum Abend reicht. Nein, sonderlich gl\u00fccklich bin ich dar\u00fcber nicht. Ich h\u00e4tte lieber das Energielevel meiner besten Freundin oder meiner Schw\u00e4gerin. Ich finde es fantastisch, was diese Menschen an einem Tag alles schaffen und dabei gelassen, freundlich und lustig bleiben. Ich kann das nicht. Schade. Aber ich kann andere Sachen. Offensichtlich braucht Gott mich f\u00fcr den Dienst, in den er mich gestellt hat, nicht mit einem 18 Stunden Akku. Vielleicht kuschelt er auch nur gerne mit mir und hat mich gern bei sich unter seinem Fl\u00fcgel. Dann kuschle ich eben und er kann auf mich aufpassen. Denn er schl\u00e4ft ja nicht. W\u00e4hrend ich auftanke, arbeitet er mit anderen seiner Kinder, die gerade wach sind. Ich bin nicht Gott, ich muss die Welt nicht retten. Das hat er schon gemacht. Morgen darf ich wieder ein bisschen mitspielen und meinen Teil beitragen. Aber jetzt schlafe ich erst mal eine Runde. Es ist n\u00e4mlich schon wieder nach 21 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":434,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[8],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/433"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=433"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":439,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/433\/revisions\/439"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/434"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}