{"id":424,"date":"2017-10-24T07:56:21","date_gmt":"2017-10-24T07:56:21","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=424"},"modified":"2020-02-21T18:20:38","modified_gmt":"2020-02-21T18:20:38","slug":"erst-machen-dann-fragen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=424","title":{"rendered":"Erst machen, dann fragen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Gerade ist wieder viel los. Die Tage beginnen fr\u00fch und enden sp\u00e4t. Dazwischen tobt das Chaos. Das ist nicht nur bei mir so. Wohin ich gerade h\u00f6re in der Gemeinde und im Freundeskreis, bei den meisten tanzt der Alltag Tango; und man versucht Schritt zu halten. Freundlich zu bleiben. Vielleicht sogar gelassen. Doch am Ende vom Tag ist man froh, wenn man nicht zu viele Menschen angeblafft hat (zumindest geht es mir so) und sich der Stapel an Aufgaben, wenn schon nicht verkleinert, zumindest nicht vergr\u00f6\u00dfert hat. Meine Fehlerquote steigt. Das \u00e4rgert mich. Dinge werden erst knapp vor der Deadline fertig, was zus\u00e4tzlichen Stress ausl\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdr\u00fcckt werdet; ich werde sie euch abnehmen. (Mat 11,28)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich kenne den Vers aus Matth\u00e4us 11 auswendig. Okay, zugegeben, ich kenne ihn im Lutherdeutsch auswendig. Da steht dann was von&nbsp;<strong>m\u00fchselig, beladen und von erquicken<\/strong>. Der Vers wird so oft genannt, dass sich diese alten Worte eingebrannt haben, ohne, dass ich sie jemals in meiner normalen Sprache gebrauchen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ich oft erlebt habe, dass Jesus mir begegnet und hilft, f\u00fchlt sich das Versprechen dieses Verses im Moment seltsam leer f\u00fcr mich an.&nbsp;<strong>Es ist ein bisschen wie Zuckerwatte. Es ist s\u00fc\u00df, aber sobald man es im Mund hat, zerf\u00e4llt die Wolke zu Nichts.<\/strong>&nbsp;Nur ist das doch so gar nicht Gottes Art &#8211; leere Versprechungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mir den Vers noch einmal angesehen. Und das was drum herum steht. Es geht darum, dass Jesus zeigen will, wer und wie der Vater wirklich ist. Es geht um Beziehung. Es geht darum einen Schritt zur\u00fcck zu gehen und sich darauf zu konzentrieren, was wirklich z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was z\u00e4hlt in meinem Leben wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Dinge sind laut, viele sind dringend. Manche davon sind auch wichtig. Aber Jesus verspricht:&nbsp;<em>&#8222;Die wirklich wichtigen, werden dich nicht stressen. Du kannst sie tragen, du wirst sie nicht als schwer empfinden. Schau genau hin, ich zeig&#8217;s dir.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nur mache ich im Moment genau das Gegenteil.&nbsp;<strong>Gerade habe ich -das muss ich gestehen- mein allmorgendliches Fr\u00fchst\u00fcck mit Gott geopfert.<\/strong>&nbsp;Geopfert f\u00fcr eine Stunde mehr Schlaf. In solch stressigen Zeiten brauche ich den Schlaf dringend, um zu funktionieren. Diese Zeit fehlt mir nun, um Gott zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat dazu gef\u00fchrt, dass ich gerade etwas fantastisches erleben darf.&nbsp;<strong>Ich darf erleben, wie Gott mich sucht.<\/strong>&nbsp;Er schl\u00fcpft in die kleinsten Zeitfenster. Er \u00fcberrascht mich zum Beispiel bei meinem 20-Minuten-Spaziergang im Wald, w\u00e4hrend einer Seminarpause oder setzt sich Abends still an mein Bett, w\u00e4hrend ich auf den Schlaf warte und es mir vor den zu erwartenden Albtr\u00e4umen gruselt. Erstaunt stelle ich fest, wie unsere Beziehung eine neue Dimension gewinnt. Es ist sch\u00f6n, von Jesus gesucht zu werden. Gemeinschaft geschenkt zu bekommen, ohne selbst etwas dazu beizusteuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, ich m\u00f6chte nicht daf\u00fcr werben, die eigene Zeit mit Gott zu kappen, um darauf zu warten, dass Gott von sich aus hinter einem her kommt. \ud83d\ude09 Auch wenn er das wahrscheinlich tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn gleichzeitig passiert noch etwas anderes: mir geht \u00fcber den Tag hinweg Zeit verloren.&nbsp;<strong>Es ist fast wie bei Michael Endes &#8218;Momo&#8216;, wo die grauen Herren den Menschen die Zeit stehlen und diese ab da freudlos durch den Tag hetzen.<\/strong>&nbsp;Mir fehlt die Zeit, um mich auf das zu fokussieren, was wirklich z\u00e4hlt. Und weil ich gerade keine Zeit habe zu fokussieren und auszusortieren, versuche ich einfach alles zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>So gesellt sich eine Aufgabe zur n\u00e4chsten. Es wird immer mehr. Die Zeit rast und ich f\u00fchle mich getrieben. Es ist alles so wichtig, so laut und so dr\u00e4ngend. Das, was leise ist, zu kappen (und dazu geh\u00f6rt leider auch Jesus; Schreien scheint so gar nicht sein Ding zu sein) und dem Lauten Raum zu geben &#8211; in diese Falle tappe ich immer wieder.&nbsp;<strong>Paulo Coelho<\/strong>&nbsp;hat einmal gesagt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201cAnd a mistake repeated more than once is a decision.\u201d<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde ich mir gerade die Zeit nehmen \u00fcber diesen Ausspruch nachzudenken, m\u00fcsste ich dem guten Herrn Coelho wahrscheinlich recht geben.&nbsp;<strong>Erfahrungsgem\u00e4\u00df gibt es immer irgendwo einen Punkt, an dem ich mich entschieden habe, den bequemen Weg zu gehen.<\/strong>&nbsp;Neue Aufgaben nicht erst in Ruhe mit Jesus zu besprechen, sondern gleich Ja zu sagen (f\u00e4llt mir deutlich leichter als Nein). Nicht zu priorisieren. Jedoch kommt dann der Punkt, an dem sich das Joch schwer anf\u00fchlt. Ich f\u00fchle mich beladen. Das ist ein sicheres Zeichen, dass es nicht von Jesus ist, was da auf meinen Schultern rumliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist es mir bewusst, doch ein Ausstieg klappt nicht so schnell, wie ich es gerne h\u00e4tte. Denn nun habe ich schon bei einigen Dingen zugesagt. Und einfach mein Wort, das ich gegeben habe, zur\u00fcck zu ziehen, ist nicht mein Ding. Also Z\u00e4hne zusammen bei\u00dfen, durchhalten und bei neuen Aufgaben abw\u00e4gen: erst Gott und was ihm wichtig ist. Und dann die restliche Zeit mit den Aufgaben f\u00fcllen, die anfallen. Was \u00fcbrig bleibt mit einem &#8218;Nein&#8216; konfrontieren, delegieren oder auch mal entscheiden, es unerledigt lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon schr\u00e4g, dass einem manche Dinge so bewusst sind und sich doch so schwer umsetzen lassen. W\u00fcnscht mir Gl\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke an euch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade ist wieder viel los. Die Tage beginnen fr\u00fch und enden sp\u00e4t. Dazwischen tobt das Chaos. Das ist nicht nur bei mir so. Wohin ich gerade h\u00f6re in der Gemeinde und im Freundeskreis, bei den meisten tanzt der Alltag Tango; und man versucht Schritt zu halten. Freundlich zu bleiben. Vielleicht sogar gelassen. Doch am Ende vom Tag ist man froh, wenn man nicht zu viele Menschen angeblafft hat (zumindest geht es mir so) und sich der Stapel an Aufgaben, wenn schon nicht verkleinert, zumindest nicht vergr\u00f6\u00dfert hat. Meine Fehlerquote steigt. Das \u00e4rgert mich. Dinge werden erst knapp vor der Deadline fertig, was zus\u00e4tzlichen Stress ausl\u00f6st. Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdr\u00fcckt werdet; ich werde sie euch abnehmen. (Mat 11,28) Ich kenne den Vers aus Matth\u00e4us 11 auswendig. Okay, zugegeben, ich kenne ihn im Lutherdeutsch auswendig. Da steht dann was von&nbsp;m\u00fchselig, beladen und von erquicken. Der Vers wird so oft genannt, dass sich diese alten Worte eingebrannt haben, ohne, dass ich sie jemals in meiner normalen Sprache gebrauchen w\u00fcrde. Obwohl ich oft erlebt habe, dass Jesus mir begegnet und hilft, f\u00fchlt sich das Versprechen dieses Verses im Moment seltsam leer f\u00fcr mich an.&nbsp;Es ist ein bisschen wie Zuckerwatte. Es ist s\u00fc\u00df, aber sobald man es im Mund hat, zerf\u00e4llt die Wolke zu Nichts.&nbsp;Nur ist das doch so gar nicht Gottes Art &#8211; leere Versprechungen. Ich habe mir den Vers noch einmal angesehen. Und das was drum herum steht. Es geht darum, dass Jesus zeigen will, wer und wie der Vater wirklich ist. Es geht um Beziehung. Es geht darum einen Schritt zur\u00fcck zu gehen und sich darauf zu konzentrieren, was wirklich z\u00e4hlt. Was z\u00e4hlt in meinem Leben wirklich? Viele Dinge sind laut, viele sind dringend. Manche davon sind auch wichtig. Aber Jesus verspricht:&nbsp;&#8222;Die wirklich wichtigen, werden dich nicht stressen. Du kannst sie tragen, du wirst sie nicht als schwer empfinden. Schau genau hin, ich zeig&#8217;s dir.&#8220; Nur mache ich im Moment genau das Gegenteil.&nbsp;Gerade habe ich -das muss ich gestehen- mein allmorgendliches Fr\u00fchst\u00fcck mit Gott geopfert.&nbsp;Geopfert f\u00fcr eine Stunde mehr Schlaf. In solch stressigen Zeiten brauche ich den Schlaf dringend, um zu funktionieren. Diese Zeit fehlt mir nun, um Gott zu suchen. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass ich gerade etwas fantastisches erleben darf.&nbsp;Ich darf erleben, wie Gott mich sucht.&nbsp;Er schl\u00fcpft in die kleinsten Zeitfenster. Er \u00fcberrascht mich zum Beispiel bei meinem 20-Minuten-Spaziergang im Wald, w\u00e4hrend einer Seminarpause oder setzt sich Abends still an mein Bett, w\u00e4hrend ich auf den Schlaf warte und es mir vor den zu erwartenden Albtr\u00e4umen gruselt. Erstaunt stelle ich fest, wie unsere Beziehung eine neue Dimension gewinnt. Es ist sch\u00f6n, von Jesus gesucht zu werden. Gemeinschaft geschenkt zu bekommen, ohne selbst etwas dazu beizusteuern. Nein, ich m\u00f6chte nicht daf\u00fcr werben, die eigene Zeit mit Gott zu kappen, um darauf zu warten, dass Gott von sich aus hinter einem her kommt. \ud83d\ude09 Auch wenn er das wahrscheinlich tun w\u00fcrde. Denn gleichzeitig passiert noch etwas anderes: mir geht \u00fcber den Tag hinweg Zeit verloren.&nbsp;Es ist fast wie bei Michael Endes &#8218;Momo&#8216;, wo die grauen Herren den Menschen die Zeit stehlen und diese ab da freudlos durch den Tag hetzen.&nbsp;Mir fehlt die Zeit, um mich auf das zu fokussieren, was wirklich z\u00e4hlt. Und weil ich gerade keine Zeit habe zu fokussieren und auszusortieren, versuche ich einfach alles zu machen. So gesellt sich eine Aufgabe zur n\u00e4chsten. Es wird immer mehr. Die Zeit rast und ich f\u00fchle mich getrieben. Es ist alles so wichtig, so laut und so dr\u00e4ngend. Das, was leise ist, zu kappen (und dazu geh\u00f6rt leider auch Jesus; Schreien scheint so gar nicht sein Ding zu sein) und dem Lauten Raum zu geben &#8211; in diese Falle tappe ich immer wieder.&nbsp;Paulo Coelho&nbsp;hat einmal gesagt: \u201cAnd a mistake repeated more than once is a decision.\u201d W\u00fcrde ich mir gerade die Zeit nehmen \u00fcber diesen Ausspruch nachzudenken, m\u00fcsste ich dem guten Herrn Coelho wahrscheinlich recht geben.&nbsp;Erfahrungsgem\u00e4\u00df gibt es immer irgendwo einen Punkt, an dem ich mich entschieden habe, den bequemen Weg zu gehen.&nbsp;Neue Aufgaben nicht erst in Ruhe mit Jesus zu besprechen, sondern gleich Ja zu sagen (f\u00e4llt mir deutlich leichter als Nein). Nicht zu priorisieren. Jedoch kommt dann der Punkt, an dem sich das Joch schwer anf\u00fchlt. Ich f\u00fchle mich beladen. Das ist ein sicheres Zeichen, dass es nicht von Jesus ist, was da auf meinen Schultern rumliegt. Nun ist es mir bewusst, doch ein Ausstieg klappt nicht so schnell, wie ich es gerne h\u00e4tte. Denn nun habe ich schon bei einigen Dingen zugesagt. Und einfach mein Wort, das ich gegeben habe, zur\u00fcck zu ziehen, ist nicht mein Ding. Also Z\u00e4hne zusammen bei\u00dfen, durchhalten und bei neuen Aufgaben abw\u00e4gen: erst Gott und was ihm wichtig ist. Und dann die restliche Zeit mit den Aufgaben f\u00fcllen, die anfallen. Was \u00fcbrig bleibt mit einem &#8218;Nein&#8216; konfrontieren, delegieren oder auch mal entscheiden, es unerledigt lassen. Schon schr\u00e4g, dass einem manche Dinge so bewusst sind und sich doch so schwer umsetzen lassen. W\u00fcnscht mir Gl\u00fcck. 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