{"id":398,"date":"2017-08-08T06:15:57","date_gmt":"2017-08-08T06:15:57","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=398"},"modified":"2020-02-21T11:35:04","modified_gmt":"2020-02-21T11:35:04","slug":"schlechter-start","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=398","title":{"rendered":"Schlechter Start"},"content":{"rendered":"\n<p>Donnerstag, vor einer Woche&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>06:05 Uhr<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Tage waren so schw\u00fcl, dass es Nachts nur mit ge\u00f6ffneten hoffentlich-zieht\u2018s-durch-Fenstern auszuhalten ist. Das macht das Schlafen angenehmer, aber das Aufwachen laut. Heute ist es ein Presslufthammer vorm Haus&#8230;oder irgendetwas in dieser Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas dr\u00fcckt auf die Stimmung und ich durchforste mein noch traumweiches Gehirn, was los sein k\u00f6nnte. Ah ja, da ist es: Ein ebay-Einkauf gestern Abend. Gr\u00f6\u00dferer Betrag. PayPal anmelden heute. Wollte ich doch eigentlich nie. Hoffentlich war das kein Fehler einen gebrauchten Laptop zu kaufen. Was wenn er eine schwerwiegende Macke hat? Aber gebraucht ist viel g\u00fcnstiger als neu. Und mein PC schmiert langsam ab. Ich will doch auch weiterhin Blog schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>06:10 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Panik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>06:11 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich breche meine goldene Regel (Keine Kommunikationstechnik vor 9 Uhr morgens) und greife direkt nach dem Handy. What\u2019sApp. Gernot ist wach und ansprechbar. Gernot ist immer wach und ansprechbar. Er ist der Mensch f\u00fcr alles was mit Blog, Technik und Internet zu tun hat. Und mit Medizin. Heute brauche ich den Technik-Gernot.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schicke konfuse Nachrichten an ihn und stehe dann auf.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>06:14 Uhr<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Mann f\u00e4ngt das wild gewordene Huhn, das einmal seine Frau war, irgendwo im Flur ein, schafft es ins Wohnzimmer und versorgt\u2018s mit Kaffee. Gernot ruft an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>06:20 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Achim ist Richtung Arbeit aufgebrochen, das Telefonat ist beendet. Ich setze mich an den PC und k\u00fcmmere mich, mit Knoten im Bauch, um das Einrichten der Konten, die Bezahlung und beantworte gleich ein paar Mails &#8211; wo ich schon mal am Rechner bin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>08:00 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine leise Melodie vom Telefon rei\u00dft mich aus meiner Arbeit und erinnert mich daran, dass nun eine Zeit ist, in der ich kreativ sein darf. &#8222;Blog Zeit&#8220; steht auf dem Display. Entsetzt starre ich auf die Uhr.&nbsp;<strong>Hatten wir nicht eben erst kurz nach sechs?<\/strong>&nbsp;Ich hatte noch kein Fr\u00fchst\u00fcck; noch keine Zeit mit Gott. Und ich sehe aus wie ein angefahrener Igel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>08:03 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde diesen Tag am liebsten an den Nagel h\u00e4ngen,&nbsp;<strong>bis morgen durchschlafen und dann nochmal von vorn anfangen.<\/strong>&nbsp;Mein Terminplaner teilt mir mit, dass ich das vergessen kann. Aber eine Stunde bleibt mir noch. Also \u00f6ffne ich meinen altersschwachen Laptop, setze mich, des Akkus zuliebe, neben die Steckdose und tippe ein paar Zeilen f\u00fcr den Blog.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer den Artikel vom&nbsp;<a href=\"http:\/\/nurheute.net\/index.php\/de\/item\/178-das-gemeinsame-fruehstueck-entfaellt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fr\u00fchst\u00fcck<\/a>&nbsp;gelesen hat, wei\u00df ja: ich mag es, morgens meine Ruhe zu haben und die erste Zeit vom Tag eben nicht zu arbeiten, zu planen oder zu organisieren. Sondern sie mit meiner Bibel und meinem Notizbuch auf dem Sessel zu verbringen. Nicht erreichbar zu sein, nicht unterbrochen zu werden. Ich liebe es, mir morgens die Zeit im Bad zu nehmen. Und seit neuestem eine Stunde jeden Morgen, in der ich schreiben darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann erst starte ich in den Arbeitstag.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit zur Theorie.<\/p>\n\n\n\n<p>Tage wie heute sind zwar die Ausnahme, aber irgendwie sind sie es auch wieder nicht. Diese Stunden am Morgen bedeuten mir viel.&nbsp;<strong>Sie bedeuten vor allem, dass ich mir das zugestehe, was ich brauche, damit ich das geben kann, was gebraucht wird.<\/strong>&nbsp;Aber diese Zeit jeden Tag frei zu halten, ist ein Kampf. Denn es will sich immer irgendetwas reindr\u00e4ngen, was scheinbar wichtiger oder dringender ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sei es die K\u00fcche, die nach einem abendlichen Gemeindemeeting aussieht wie nach nem Bombeneinschlag \u2013<strong>&nbsp;noch schnell&nbsp;<\/strong>aufr\u00e4umen, dann k\u00f6nnte ich meine Kreativzeit entspannter verbringen. Oder sei es der Mailaccount, von dem ich wei\u00df, dass am Vorabend noch wichtige Mails eingegangen sind, die ich gerne&nbsp;<strong>vorher kurz<\/strong>&nbsp;beantworten w\u00fcrde \u2013 einfach damit es erledigt ist und ich mich besser auf Gott konzentrieren kann. Oder sei es Pinterest, wo ich nur zu gerne versacke, das ich aber doch gerne&nbsp;<strong>nur mal eben<\/strong>&nbsp;\u00f6ffne, um mich mit einem sch\u00f6nen Bild und einem motivierenden Spruch auf den Tag einzustimmen. Oder sei es das Bett, von dem ich mich partout nicht l\u00f6sen kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich wei\u00df, dass es mir auf die F\u00fc\u00dfe fallen wird, wenn ich diesen dr\u00e4ngelnden oder scheinbar angenehmeren Dingen nachgebe. Selbst eine Stunde l\u00e4nger schlafen, eine perfekt geputzte K\u00fcche oder ein leeres Mailpostfach, ersetzen nicht diese Zeit am Morgen. In der ich atmen darf und um meiner selbst Willen geliebt werde.&nbsp;<strong>Keine noch so fr\u00fch abgearbeitete ToDo Liste kann mir die Gewissheit geben, dass ich Zeit und Kraft auch an den richtigen Stellen einsetze.<\/strong>&nbsp;Dazu brauche ich die Ruhe am Morgen und die Zeit die Antwort auf die Frage zu h\u00f6ren:&nbsp;<em>&#8222;Wo m\u00f6chtest du mich heute haben, Jesus? Was ist heute wichtig?&#8220;<\/em>&nbsp;Nur leider wird mir das oft erst dann wieder bewusst, wenn ich diese Zeit geopfert habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heute Morgen war&#8217;s so. Um den Laptop und um PayPal h\u00e4tte ich mich auch ab neun Uhr k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Das Problem h\u00e4tte sich bis dahin nicht in Luft aufgel\u00f6st, sondern auf mich gewartet, ich bin mir sicher ;-).<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gut. Wieder ein Baustein im Ich-lern-das-schon-noch-Kasten. Aber wenigstens kam dieser Text hier dabei raus. Und Morgen fr\u00fch ist ein komplett neuer Tag.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"225\" src=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/TineBibel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-399\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/TineBibel.jpg 400w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/TineBibel-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, vor einer Woche&#8230; 06:05 Uhr Die letzten Tage waren so schw\u00fcl, dass es Nachts nur mit ge\u00f6ffneten hoffentlich-zieht\u2018s-durch-Fenstern auszuhalten ist. Das macht das Schlafen angenehmer, aber das Aufwachen laut. Heute ist es ein Presslufthammer vorm Haus&#8230;oder irgendetwas in dieser Richtung. Etwas dr\u00fcckt auf die Stimmung und ich durchforste mein noch traumweiches Gehirn, was los sein k\u00f6nnte. Ah ja, da ist es: Ein ebay-Einkauf gestern Abend. Gr\u00f6\u00dferer Betrag. PayPal anmelden heute. Wollte ich doch eigentlich nie. Hoffentlich war das kein Fehler einen gebrauchten Laptop zu kaufen. Was wenn er eine schwerwiegende Macke hat? Aber gebraucht ist viel g\u00fcnstiger als neu. Und mein PC schmiert langsam ab. Ich will doch auch weiterhin Blog schreiben. 06:10 Uhr Panik. 06:11 Uhr Ich breche meine goldene Regel (Keine Kommunikationstechnik vor 9 Uhr morgens) und greife direkt nach dem Handy. What\u2019sApp. Gernot ist wach und ansprechbar. Gernot ist immer wach und ansprechbar. Er ist der Mensch f\u00fcr alles was mit Blog, Technik und Internet zu tun hat. Und mit Medizin. Heute brauche ich den Technik-Gernot.&nbsp; Ich schicke konfuse Nachrichten an ihn und stehe dann auf. 06:14 Uhr Mein Mann f\u00e4ngt das wild gewordene Huhn, das einmal seine Frau war, irgendwo im Flur ein, schafft es ins Wohnzimmer und versorgt\u2018s mit Kaffee. Gernot ruft an. 06:20 Uhr Achim ist Richtung Arbeit aufgebrochen, das Telefonat ist beendet. Ich setze mich an den PC und k\u00fcmmere mich, mit Knoten im Bauch, um das Einrichten der Konten, die Bezahlung und beantworte gleich ein paar Mails &#8211; wo ich schon mal am Rechner bin.&nbsp; 08:00 Uhr Eine leise Melodie vom Telefon rei\u00dft mich aus meiner Arbeit und erinnert mich daran, dass nun eine Zeit ist, in der ich kreativ sein darf. &#8222;Blog Zeit&#8220; steht auf dem Display. Entsetzt starre ich auf die Uhr.&nbsp;Hatten wir nicht eben erst kurz nach sechs?&nbsp;Ich hatte noch kein Fr\u00fchst\u00fcck; noch keine Zeit mit Gott. Und ich sehe aus wie ein angefahrener Igel. 08:03 Uhr W\u00fcrde diesen Tag am liebsten an den Nagel h\u00e4ngen,&nbsp;bis morgen durchschlafen und dann nochmal von vorn anfangen.&nbsp;Mein Terminplaner teilt mir mit, dass ich das vergessen kann. Aber eine Stunde bleibt mir noch. Also \u00f6ffne ich meinen altersschwachen Laptop, setze mich, des Akkus zuliebe, neben die Steckdose und tippe ein paar Zeilen f\u00fcr den Blog. Wer den Artikel vom&nbsp;Fr\u00fchst\u00fcck&nbsp;gelesen hat, wei\u00df ja: ich mag es, morgens meine Ruhe zu haben und die erste Zeit vom Tag eben nicht zu arbeiten, zu planen oder zu organisieren. Sondern sie mit meiner Bibel und meinem Notizbuch auf dem Sessel zu verbringen. Nicht erreichbar zu sein, nicht unterbrochen zu werden. Ich liebe es, mir morgens die Zeit im Bad zu nehmen. Und seit neuestem eine Stunde jeden Morgen, in der ich schreiben darf. Dann erst starte ich in den Arbeitstag. Soweit zur Theorie. Tage wie heute sind zwar die Ausnahme, aber irgendwie sind sie es auch wieder nicht. Diese Stunden am Morgen bedeuten mir viel.&nbsp;Sie bedeuten vor allem, dass ich mir das zugestehe, was ich brauche, damit ich das geben kann, was gebraucht wird.&nbsp;Aber diese Zeit jeden Tag frei zu halten, ist ein Kampf. Denn es will sich immer irgendetwas reindr\u00e4ngen, was scheinbar wichtiger oder dringender ist. Sei es die K\u00fcche, die nach einem abendlichen Gemeindemeeting aussieht wie nach nem Bombeneinschlag \u2013&nbsp;noch schnell&nbsp;aufr\u00e4umen, dann k\u00f6nnte ich meine Kreativzeit entspannter verbringen. Oder sei es der Mailaccount, von dem ich wei\u00df, dass am Vorabend noch wichtige Mails eingegangen sind, die ich gerne&nbsp;vorher kurz&nbsp;beantworten w\u00fcrde \u2013 einfach damit es erledigt ist und ich mich besser auf Gott konzentrieren kann. Oder sei es Pinterest, wo ich nur zu gerne versacke, das ich aber doch gerne&nbsp;nur mal eben&nbsp;\u00f6ffne, um mich mit einem sch\u00f6nen Bild und einem motivierenden Spruch auf den Tag einzustimmen. Oder sei es das Bett, von dem ich mich partout nicht l\u00f6sen kann.&nbsp; Aber ich wei\u00df, dass es mir auf die F\u00fc\u00dfe fallen wird, wenn ich diesen dr\u00e4ngelnden oder scheinbar angenehmeren Dingen nachgebe. Selbst eine Stunde l\u00e4nger schlafen, eine perfekt geputzte K\u00fcche oder ein leeres Mailpostfach, ersetzen nicht diese Zeit am Morgen. In der ich atmen darf und um meiner selbst Willen geliebt werde.&nbsp;Keine noch so fr\u00fch abgearbeitete ToDo Liste kann mir die Gewissheit geben, dass ich Zeit und Kraft auch an den richtigen Stellen einsetze.&nbsp;Dazu brauche ich die Ruhe am Morgen und die Zeit die Antwort auf die Frage zu h\u00f6ren:&nbsp;&#8222;Wo m\u00f6chtest du mich heute haben, Jesus? 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