{"id":390,"date":"2017-08-01T06:11:08","date_gmt":"2017-08-01T06:11:08","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=390"},"modified":"2020-02-21T11:36:13","modified_gmt":"2020-02-21T11:36:13","slug":"waesche-falten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=390","title":{"rendered":"W\u00e4sche falten"},"content":{"rendered":"\n<p>ouTube. Fasziniert verfolge ich auf dem Bildschirm, wie die bildh\u00fcbsche Asiatin Marie Kondo ihre W\u00e4sche zusammenlegt, so dass am Ende ein akkurat gefaltetes Rechteck entsteht. Das W\u00e4scherechteck steht auch noch aufrecht, so dass man es in einer Schublade platzieren kann und jederzeit ran kommt, ohne alles andere herauszurupfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eClever.\u201c<\/em>, denke ich mir und schiele zu meinem Schrank, in dem sich T-Shirts stapeln \u2013 oder sagen wir besser h\u00e4ufen (im ung\u00fcnstigeren Sinn des Wortes).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin begeistert! Mir ist nach Falten!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch vorher gibt es noch eine H\u00fcrde:&nbsp;<em>\u201eUmgebe Dich nur mit Dingen, die Dich gl\u00fccklich machen und trenne dich von allem anderen.\u201c<\/em>, l\u00e4chelt mich die Beraterin \u00fcber den Bildschirm an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie? Ich soll meine Sachen hergeben?&nbsp;<strong>Gl\u00fccklich oder nicht, meins ist meins!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich bin tats\u00e4chlich angefixt. Morgens einen Schrank zu \u00f6ffnen, in dem ausschlie\u00dflich Klamotten h\u00e4ngen \u2013 nein stehen -, die ich mag, und die mir nicht gleich fr\u00f6hlich entgegen fallen, hat was. Also mach ich mich ans Ausmisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst nur innerlich. Denn dumm ist, dass zu der Methode dieser Frau geh\u00f6rt, alle Gegenst\u00e4nde einer Kategorie (in diesem Fall Kleidung) aus s\u00e4mtlichen Zimmern und Schr\u00e4nken an einem zentralen Platz der Wohnung zu sammeln. Und schlie\u00dflich&nbsp;<strong>nur noch das zur\u00fcck zu r\u00e4umen, was man auch behalten will.<\/strong>&nbsp;Mir schwant, dass das eine gr\u00f6\u00dfere Aktion wird \u2013 f\u00fcr die mein Mann wahrscheinlich wenig Verst\u00e4ndnis aufbringen kann. Au\u00dferdem will ich vermeiden, dass ihm bewusst wird, was ich alles besitze. Wie soll ich sonst k\u00fcnftig in Frieden jammern, dass ich nichts anzuziehen habe?<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ich habe Gl\u00fcck: der Gatte ist am Wochenende verreist \u2013 sturmfrei.&nbsp;<strong>Voller Engagement r\u00e4ume ich Samstag Morgens also die Schr\u00e4nke leer<\/strong>&nbsp;und staple meine Kleidung auf dem Bett: Sommer, Winter, Geht-immer-Zeug, Sportsachen, Jacken, Hemdchen, Socken, G\u00fcrtel, Schals und T\u00fccher, Schuhe. Es dauert nur eine viertel Stunde. Als ich das Ergebnis meines Tuns mit vollem Bewusstsein wahrnehme, ist es bereits zu sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein riesiger Haufen an Klamotten, der sich auf, vor und neben dem Bett stapelt. Mir wird etwas flau. Die n\u00e4chsten Minuten verbringe ich in der K\u00fcche und versuche mich erst einmal zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Zeit und mehrere Kaffees sp\u00e4ter betrete ich vorsichtig das Schlafzimmer.<strong>&nbsp;Sind das wirklich alles meine Klamotten?<\/strong>&nbsp;Ich bin keine Shopping-Queen, wirklich nicht. Das letzte Mal, dass ich gezielt Shoppen war, ist mehrere Jahre her. Ansonsten bin ich eher auf Tauschb\u00f6rsen unterwegs. Aber ich bin auch unwillig irgendetwas wegzuwerfen. Offensichtlich. So stakse ich durch die W\u00e4scheberge und versuche einen Punkt zu finden, bei dem ich beginnen k\u00f6nnte. Ich finde einen Platz, der leer genug ist, dass ich mich im Schneidersitz niederlassen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gehe ich die Kleidung durch. Jedes einzelne St\u00fcck. Frage mich, ob ich es gerne trage, ob ich mich darin wohlf\u00fchle. Es bilden sich Stapel: &#8218;Ja&#8216;, &#8218;Nein&#8216;, &#8218;Wei\u00df nicht&#8216;. Der Wei\u00df-nicht-Stapel w\u00e4chst am schnellsten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich nach zwei Stunden durch bin, ist der Ja-Stapel sehr \u00fcbersichtlich. Der Nein-Stapel auch. Mein Blick wandert zum Ich-wei\u00df-Nicht-Stapel.&nbsp;<strong>Warum ist das so schwer?<\/strong>&nbsp;Ich nehme das erste Teil in die Hand. Eine Hose, die ich unbedingt haben wollte. Weil Sie an dem Model im Katalog so sch\u00f6n aussah. Mir war sie deutlich zu lang und sa\u00df auch sehr knapp, aber ich f\u00fchlte mich wie das Model. Und au\u00dferdem w\u00fcrde ich ja abnehmen und&nbsp;<em>dann<\/em>&nbsp;w\u00fcrde sie mir toll stehen!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hab nicht abgenommen. Bis heute nicht. Und diese Hose reibt mir genau das unter die Nase. Nein, keine Gl\u00fccksgef\u00fchle bei dieser Hose. Aber wenn ich sie hergebe, muss ich mich von der Illusion trennen, mit meinen 162 cm jemals wie ein 1,80 m gro\u00dfes,&nbsp;sommersprossiges Schwedenmodel auszusehen.&nbsp;<strong>Mir wird vage bewusst, dass keine Di\u00e4t der Welt meine Beine um 18 cm wachsen lassen wird.<\/strong>&nbsp;Kurz k\u00e4mpfe ich mit mir, dann wandert die Hose auf den Nein-Stapel.<\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chstes kommt ein T-Shirt, in das ich mal gepasst habe. Eines meiner wenigen Konzertshirts. Ich war so stolz darauf. Inzwischen zeigt es mir, dass ich die Konfektionsgr\u00f6\u00dfe gewechselt habe. Es wandert auf den Nein-Stapel. Und \u00fcberrascht stelle ich fest, dass ich erleichtert bin.&nbsp;<strong>Ich werde mich in dieses Shirt nicht mehr zur\u00fcck hungern.<\/strong>&nbsp;Weitere Teile folgen. Manche schaffen es auf den Ja-Stapel, weil sie letztendlich doch ein L\u00e4cheln auf mein Gesicht zaubern. Aber die meisten Dinge werden mein Leben verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends sitze ich mit Jesus zusammen im Wohnzimmer. Ich f\u00fchle mich gleichzeitig befreit und ersch\u00f6pft.&nbsp;<strong>Das war anstrengend.<\/strong>&nbsp;Im Flur stapeln sich die T\u00fcten. Ich werde sie Montags zur Kleiderkammer bringen. Ein Teil ist auch in den M\u00fcll gewandert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin nicht grunds\u00e4tzlich gegen Besitz und ich habe auch nicht vor auf die Minimalismuswelle aufzuspringen. Aber ins Nachdenken bin ich gekommen. Da sind Dinge in meiner Wohnung \u2013 meinem R\u00fcckzugsort, meinem Nest \u2013 die mir ein<strong>&nbsp;Gef\u00fchl der Minderwertigkeit<\/strong>&nbsp;vermitteln. Zum Beispiel nicht gro\u00df genug, nicht d\u00fcnn genug zu sein und au\u00dferdem noch falsch proportioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir kommt Psalm 139 in den Sinn.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Ich danke dir daf\u00fcr, dass ich wunderbar gemacht bin.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich lehne mich entspannt zur\u00fcck und&nbsp;<strong>genie\u00dfe das Gef\u00fchl, heute einen Kampf gewonnen zu haben.<\/strong>&nbsp;Auch wenn mir bewusst ist, dass das nicht der letzte seiner Art gewesen sein wird. Ich bin leider sehr anf\u00e4llig f\u00fcr Werbel\u00fcgen und nur allzu bereit ihnen zu glauben. Vielleicht auch deswegen, weil ich sie viel \u00f6fter h\u00f6re als Worte von Gott \u00fcber mich. Schade, denn diese sind viel netter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit den Fokus zu \u00e4ndern und ein bisschen mehr Liebe und Wertsch\u00e4tzung in mein Leben zu lassen. Ich glaube die n\u00e4chste Bibelarbeit m\u00f6chte ich dar\u00fcber machen,&nbsp;was Gott so \u00fcber die Sch\u00f6nheit seiner Kinder denkt. Die Innere und die \u00c4u\u00dfere. Und darauf freue ich mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das mit dem Kleiderschrank hat \u00fcbrigens funktioniert. Ich mache ihn nun gerne auf. Und ich darf jetzt au\u00dferdem mit vollem Recht jammern, dass ich kaum was zum Anziehen habe. \ud83d\ude42&nbsp;<strong>Aber Modelklamotten kommen mir da nicht mehr rein. Nicht mal gefaltet.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-container-2 wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-3 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"252\" height=\"448\" src=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieChaos_klein-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"395\" data-full-url=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieChaos_klein-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/laufforum24.de\/?attachment_id=395\" class=\"wp-image-395\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieChaos_klein-1.jpg 252w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieChaos_klein-1-169x300.jpg 169w\" sizes=\"(max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"252\" height=\"448\" src=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarie_Ausschuss-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"394\" data-full-url=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarie_Ausschuss-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/laufforum24.de\/?attachment_id=394\" class=\"wp-image-394\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarie_Ausschuss-1.jpg 252w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarie_Ausschuss-1-169x300.jpg 169w\" sizes=\"(max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"252\" height=\"448\" src=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieKleiderschrank_klein-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"396\" data-full-url=\"https:\/\/laufforum24.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieKleiderschrank_klein-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/laufforum24.de\/?attachment_id=396\" class=\"wp-image-396\" srcset=\"http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieKleiderschrank_klein-1.jpg 252w, http:\/\/nurheute.net\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/KonMarieKleiderschrank_klein-1-169x300.jpg 169w\" sizes=\"(max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ouTube. Fasziniert verfolge ich auf dem Bildschirm, wie die bildh\u00fcbsche Asiatin Marie Kondo ihre W\u00e4sche zusammenlegt, so dass am Ende ein akkurat gefaltetes Rechteck entsteht. Das W\u00e4scherechteck steht auch noch aufrecht, so dass man es in einer Schublade platzieren kann und jederzeit ran kommt, ohne alles andere herauszurupfen.&nbsp; \u201eClever.\u201c, denke ich mir und schiele zu meinem Schrank, in dem sich T-Shirts stapeln \u2013 oder sagen wir besser h\u00e4ufen (im ung\u00fcnstigeren Sinn des Wortes). Ich bin begeistert! Mir ist nach Falten!&nbsp; Doch vorher gibt es noch eine H\u00fcrde:&nbsp;\u201eUmgebe Dich nur mit Dingen, die Dich gl\u00fccklich machen und trenne dich von allem anderen.\u201c, l\u00e4chelt mich die Beraterin \u00fcber den Bildschirm an. Wie? Ich soll meine Sachen hergeben?&nbsp;Gl\u00fccklich oder nicht, meins ist meins! Aber ich bin tats\u00e4chlich angefixt. Morgens einen Schrank zu \u00f6ffnen, in dem ausschlie\u00dflich Klamotten h\u00e4ngen \u2013 nein stehen -, die ich mag, und die mir nicht gleich fr\u00f6hlich entgegen fallen, hat was. Also mach ich mich ans Ausmisten. Zun\u00e4chst nur innerlich. Denn dumm ist, dass zu der Methode dieser Frau geh\u00f6rt, alle Gegenst\u00e4nde einer Kategorie (in diesem Fall Kleidung) aus s\u00e4mtlichen Zimmern und Schr\u00e4nken an einem zentralen Platz der Wohnung zu sammeln. Und schlie\u00dflich&nbsp;nur noch das zur\u00fcck zu r\u00e4umen, was man auch behalten will.&nbsp;Mir schwant, dass das eine gr\u00f6\u00dfere Aktion wird \u2013 f\u00fcr die mein Mann wahrscheinlich wenig Verst\u00e4ndnis aufbringen kann. Au\u00dferdem will ich vermeiden, dass ihm bewusst wird, was ich alles besitze. Wie soll ich sonst k\u00fcnftig in Frieden jammern, dass ich nichts anzuziehen habe? Doch ich habe Gl\u00fcck: der Gatte ist am Wochenende verreist \u2013 sturmfrei.&nbsp;Voller Engagement r\u00e4ume ich Samstag Morgens also die Schr\u00e4nke leer&nbsp;und staple meine Kleidung auf dem Bett: Sommer, Winter, Geht-immer-Zeug, Sportsachen, Jacken, Hemdchen, Socken, G\u00fcrtel, Schals und T\u00fccher, Schuhe. Es dauert nur eine viertel Stunde. Als ich das Ergebnis meines Tuns mit vollem Bewusstsein wahrnehme, ist es bereits zu sp\u00e4t. Ein riesiger Haufen an Klamotten, der sich auf, vor und neben dem Bett stapelt. Mir wird etwas flau. Die n\u00e4chsten Minuten verbringe ich in der K\u00fcche und versuche mich erst einmal zu sammeln. Einige Zeit und mehrere Kaffees sp\u00e4ter betrete ich vorsichtig das Schlafzimmer.&nbsp;Sind das wirklich alles meine Klamotten?&nbsp;Ich bin keine Shopping-Queen, wirklich nicht. Das letzte Mal, dass ich gezielt Shoppen war, ist mehrere Jahre her. Ansonsten bin ich eher auf Tauschb\u00f6rsen unterwegs. Aber ich bin auch unwillig irgendetwas wegzuwerfen. Offensichtlich. So stakse ich durch die W\u00e4scheberge und versuche einen Punkt zu finden, bei dem ich beginnen k\u00f6nnte. Ich finde einen Platz, der leer genug ist, dass ich mich im Schneidersitz niederlassen kann. Und dann gehe ich die Kleidung durch. Jedes einzelne St\u00fcck. Frage mich, ob ich es gerne trage, ob ich mich darin wohlf\u00fchle. Es bilden sich Stapel: &#8218;Ja&#8216;, &#8218;Nein&#8216;, &#8218;Wei\u00df nicht&#8216;. Der Wei\u00df-nicht-Stapel w\u00e4chst am schnellsten. Als ich nach zwei Stunden durch bin, ist der Ja-Stapel sehr \u00fcbersichtlich. Der Nein-Stapel auch. Mein Blick wandert zum Ich-wei\u00df-Nicht-Stapel.&nbsp;Warum ist das so schwer?&nbsp;Ich nehme das erste Teil in die Hand. Eine Hose, die ich unbedingt haben wollte. Weil Sie an dem Model im Katalog so sch\u00f6n aussah. Mir war sie deutlich zu lang und sa\u00df auch sehr knapp, aber ich f\u00fchlte mich wie das Model. Und au\u00dferdem w\u00fcrde ich ja abnehmen und&nbsp;dann&nbsp;w\u00fcrde sie mir toll stehen! Ich hab nicht abgenommen. Bis heute nicht. Und diese Hose reibt mir genau das unter die Nase. Nein, keine Gl\u00fccksgef\u00fchle bei dieser Hose. Aber wenn ich sie hergebe, muss ich mich von der Illusion trennen, mit meinen 162 cm jemals wie ein 1,80 m gro\u00dfes,&nbsp;sommersprossiges Schwedenmodel auszusehen.&nbsp;Mir wird vage bewusst, dass keine Di\u00e4t der Welt meine Beine um 18 cm wachsen lassen wird.&nbsp;Kurz k\u00e4mpfe ich mit mir, dann wandert die Hose auf den Nein-Stapel. Als n\u00e4chstes kommt ein T-Shirt, in das ich mal gepasst habe. Eines meiner wenigen Konzertshirts. Ich war so stolz darauf. Inzwischen zeigt es mir, dass ich die Konfektionsgr\u00f6\u00dfe gewechselt habe. Es wandert auf den Nein-Stapel. Und \u00fcberrascht stelle ich fest, dass ich erleichtert bin.&nbsp;Ich werde mich in dieses Shirt nicht mehr zur\u00fcck hungern.&nbsp;Weitere Teile folgen. Manche schaffen es auf den Ja-Stapel, weil sie letztendlich doch ein L\u00e4cheln auf mein Gesicht zaubern. Aber die meisten Dinge werden mein Leben verlassen. Abends sitze ich mit Jesus zusammen im Wohnzimmer. Ich f\u00fchle mich gleichzeitig befreit und ersch\u00f6pft.&nbsp;Das war anstrengend.&nbsp;Im Flur stapeln sich die T\u00fcten. Ich werde sie Montags zur Kleiderkammer bringen. Ein Teil ist auch in den M\u00fcll gewandert. Ich bin nicht grunds\u00e4tzlich gegen Besitz und ich habe auch nicht vor auf die Minimalismuswelle aufzuspringen. Aber ins Nachdenken bin ich gekommen. Da sind Dinge in meiner Wohnung \u2013 meinem R\u00fcckzugsort, meinem Nest \u2013 die mir ein&nbsp;Gef\u00fchl der Minderwertigkeit&nbsp;vermitteln. Zum Beispiel nicht gro\u00df genug, nicht d\u00fcnn genug zu sein und au\u00dferdem noch falsch proportioniert. Mir kommt Psalm 139 in den Sinn. Ich danke dir daf\u00fcr, dass ich wunderbar gemacht bin. Ich lehne mich entspannt zur\u00fcck und&nbsp;genie\u00dfe das Gef\u00fchl, heute einen Kampf gewonnen zu haben.&nbsp;Auch wenn mir bewusst ist, dass das nicht der letzte seiner Art gewesen sein wird. Ich bin leider sehr anf\u00e4llig f\u00fcr Werbel\u00fcgen und nur allzu bereit ihnen zu glauben. Vielleicht auch deswegen, weil ich sie viel \u00f6fter h\u00f6re als Worte von Gott \u00fcber mich. Schade, denn diese sind viel netter. Zeit den Fokus zu \u00e4ndern und ein bisschen mehr Liebe und Wertsch\u00e4tzung in mein Leben zu lassen. Ich glaube die n\u00e4chste Bibelarbeit m\u00f6chte ich dar\u00fcber machen,&nbsp;was Gott so \u00fcber die Sch\u00f6nheit seiner Kinder denkt. Die Innere und die \u00c4u\u00dfere. Und darauf freue ich mich. Und das mit dem Kleiderschrank hat \u00fcbrigens funktioniert. Ich mache ihn nun gerne auf. Und ich darf jetzt au\u00dferdem mit vollem Recht jammern, dass ich kaum was zum Anziehen habe. \ud83d\ude42&nbsp;Aber Modelklamotten kommen mir da nicht mehr rein. Nicht mal gefaltet.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":503,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[8],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/390"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=390"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":397,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/390\/revisions\/397"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/503"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}