{"id":347,"date":"2018-03-12T20:02:48","date_gmt":"2018-03-12T20:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=347"},"modified":"2020-02-20T17:05:23","modified_gmt":"2020-02-20T17:05:23","slug":"gastbeitrag-fastenerfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=347","title":{"rendered":"Gastbeitrag: Fastenerfahrungen"},"content":{"rendered":"\n<p> Ich freu mich so. Ihr Lieben, heute hab ich was Besonderes f\u00fcr euch. Diejenigen von euch, die diesen Blog regelm\u00e4\u00dfiger verfolgen wissen ja, dass ich mitten in der Fastenzeit stecke. Und zwar im W\u00f6rter-Fasten. Als ich das Fasten angek\u00fcndigt habe, hat sich unter anderem auch die liebe <strong>Petra H\u00f6fker <\/strong>gemeldet. Petra habe ich letzten Sommer bei einem Schreibseminar kennen gelernt. Sie ist eine ganz tolle Frau, lustig, herzlich, tief.<\/p>\n\n\n\n<p>Petra hat erz\u00e4hlt, dass Gott ihr etwas ganz \u00e4hnliches in der Fastenzeit aufs Herz gelegt hat wie das W\u00f6rter -Fasten. Sie fastet negative Bewertungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Wochen wurde ich immer neugieriger, wie es ihr wohl im Alltag geht. Da habe ich sie gefragt, ob sie uns nicht mal reinspitzen lassen w\u00fcrde in ihre Erlebnisse. Und sie hat ja gesagt!!<br>Hier ist ihr Minitagebuch f\u00fcr uns. Im Einleitungstext nimmt sie uns mit, wie das mit dem Bewertungsfasten geht. Das wird dann auch gleich meine n\u00e4chste Aufgabe f\u00fcr die kommende Woche. (Und f\u00fcr diejenigen von euch, die mit machen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Danke liebe Petra f\u00fcr deine Offenheit in diesem gro\u00dfartigen Text. Es ist sch\u00f6n Dich zu kennen.<\/p>\n\n\n\n<h6>Bewertung fasten &#8211; eine Einf\u00fchrung<\/h6>\n\n\n\n<p>Dieses Jahr habe ich von Gott wahrgenommen, dass ich \u201eBewertung\u201c fasten soll. Komisch, dachte ich.<br>Jedoch fiel mir gleich ein, dass ich oft morgens mit einem ratternden Gedankenzug im Kopf aufwache, alles, was am Tag zuvor nicht so gut war, was ich nicht geschafft hatte, oder wo ich versagt hatte, kommt mir in den Sinn. Auch Menschen, die mir nahestehen, bekommen so eine gedankliche Bewertung. Bei meinem Herzallerliebsten geht es dann auch oft \u00fcber die Gedanken hinaus. Und auch im ganz normalen Alltag, beim Autofahren, durch die Stadt laufen, beim Zusammentreffen mit Menschen an den verschiedensten Orten, kommen mir Gedanken der Bewertung in den Kopf gesprungen. Und, ja, ich sch\u00e4me mich, \u00fcberwiegend negative Gedanken. Keine gedanklichen Mordgel\u00fcste, nein, so ja nicht. Aber mir f\u00e4llt einfach zu oft das Negative an meinem Gegen\u00fcber auf. Sei es etwas \u00c4u\u00dferliches, oder etwas an seiner Art und Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>In Phillipper 4, 8 steht was ganz spannendes zu diesem Thema:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Konzentriert euch auf das, was anst\u00e4ndig und gerecht ist. Denkt \u00fcber das nach, was rein und liebenswert und bewunderungsw\u00fcrdig ist, \u00fcber Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen. Am Ende von Vers 9 steht dann \u2026 und der Gott des Friedens wird mit euch sein.<br><em>(NL Bibel)<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>und Bewertung, mein Fastenthema dieses Jahr. Vom Negativ -&gt; zum Positiv bewerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier gebe ich euch nun einen kleinen Einblick, wie es mir damit erging.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>21.02.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich faste Bewertung und nehme wahr, wieviel ich bewerte. \u201e Mensch, hat die sich ver\u00e4ndert, die Frisur steht ihr aber gar nicht\u201c, oder \u201e Wie die wieder angezogen ist\u2026\u201c. Spontane Gedanken, die einfach so kommen. Ich sch\u00e4me mich. Was mache ich damit. Gedacht ist gedacht. Ich denke, was ich gar nicht denken will. Wie gut, dass Gott mir gn\u00e4dig ist und mir vergibt. Ich habe die Person und ihre Lebenssituation gesegnet. Wie s\u00fcndig bin ich. Und dennoch geliebt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>22.02.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heute waren meine Augen ( meine Gedanken, die Augen meines Herzens) gn\u00e4dig. Durch meine Arbeit in einer Arztpraxis komme ich Menschen in ihrer K\u00f6rperlichkeit oft sehr nah. Heute habe ich mir eher Gedanken dar\u00fcber gemacht, was Jesus wohl zu ihnen sagen w\u00fcrde, wie Er ihnen begegnen w\u00fcrde. Und ich konnte segnen, ohne vorher bewertet zu haben. Den Anderen stehen lassen in seinem so ganz eigenen Sein und Jesus ihn\/sie durch mich lieben lassen. Das ist es, was ich wirklich will!<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich merke, je weniger ich mich selbst bewerte, desto mehr gelingt es mir auch mit meinem Gegen\u00fcber. Vorgestern hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. Ich nehme gerade an einer Fastenzeit Schreibwerkstatt teil. An diesem Tag war die \u00dcbung, einmal die Perspektive auf sich selbst zu wechseln. So habe ich mich einmal mit Gottes Augen, den Augen der echten, wahren Liebe angeschaut. So ganz spontan habe ich los geschrieben, mit dem Fokus darauf, das Gott eben nicht bewertet, sondern liebt \u2013 brutto. Und dies kam dabei heraus:&#8220;Da sitzt sie nun. Will wie immer alles gut und richtig machen. Will aber auch, dass die Andern alles gut und richtig machen. Sie hat ein Herz f\u00fcr die Schwachen. Wenn die aber nicht so wollen, wie sie, sich nicht auf das einlassen, was ihnen helfen k\u00f6nnte, dann wendet sie sich ab. Sie nennt sie dann vielleicht verletzt, \u00e4ngstlich. Keine harten Worte, aber eine harte Haltung. Da hat sie eine Mauer gebaut. Und damit ihr Herz verschlossen. Die K\u00e4lte geht nicht von den andern aus, sondern von ihr selbst. Eigentlich hat sie Schema F im Kopf und wenn Schema F nicht l\u00e4uft, ist es schlecht und falsch. Schwarz\/wei\u00df. Sie wundert sich, warum es so z\u00e4h ist mit den Beziehungen. Sie f\u00fchlt sich als Opfer. Sie entdeckt gerade, dass Erwachsene gar keine Opfer mehr sind. So wird sie lernen, proaktiv auch in diesen diffizilen Situationen zu sein. Sie wird nicht mehr innerlich Ver\u00e4nderung fordern, sondern genau das lieben lernen, was sie sieht. Sie wird offen werden f\u00fcr das, was Ich ihr schenken m\u00f6chte. Und sie wird es erkennen, auch wenn es anders aussieht, als sie dachte. \u2013 Ich liebe sie. Bei mir darf sie Kind sein. Trotzig, rebellisch und manchmal starr. Ich schicke sie immer wieder gest\u00e4rkt als Erwachsene in\u2019s Leben hinaus. Meine unsichtbare Hand h\u00e4lt sie, so dass sie nicht abrutscht. Mein Petralein!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war, bin einfach nur ber\u00fchrt. Gott ist so anders. Er sieht und kennt mich absolut genau und dennoch ist da einfach nur pure Liebe. Und diese Liebe liebt mich in die Ver\u00e4nderung. Weil ich schon vor der Ver\u00e4nderung geliebt bin!!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>23.02.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unterwegs mit dem Auto bei strahlendem Sonnenschein. Der Fr\u00fchling l\u00e4sst sich erahnen. An der Ampel \u00fcberquert eine Frau im strahlend wei\u00dfen Skianzug die Stra\u00dfe. Schwupp, da ist sie wieder, meine Begleiterin, die Bewertung. \u201eWie sieht die denn aus, wie bescheuert ist das denn, wir sind doch hier nicht auf der Piste, so kalt ist es nun auch wieder nicht,\u2026\u201c V\u00f6llig unbewusst purzeln diese Gedanken in meine Realit\u00e4t. Ich sch\u00e4me mich. \u201e Herr, was steckt da eigentlich in mir?\u201c Erschrecken tue ich mich auch. Ich bin ja gar nicht so nett, wie ich denke.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum faste ich Bewertung, steht sie wild gestikulierend auf der Matte der Kellert\u00fcr. Da scheint das Schloss kaputt zu sein. Ha, ich lege so viel Wert auf Echtheit. Und nun sehe ich mich echter, als mir lieb ist. Ich entscheide mich, nicht in die Falle \u201e Oh, ich Arme, ich kann ja nichts daf\u00fcr, es kommt halt einfach so \u201e zu tappen. Ich werde bei jedem Klappern des Kellert\u00fcrschlosses beten und vor allem segnen. Wie auch jetzt die Dame im wei\u00dfen Skianzug.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies Alles ging ja in Sekundenbruchteilen in meinem Kopf (und Herz) vor sich. Echt verr\u00fcckt. Ich denke, es wird Auswirkungen haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>24.02.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heute lese ich in der neu angekommenen Joyce, Dossier Gemeinde. Ich versinke in diesem Thema, steht es doch ganz oben auf meiner Jahresagenda. Oh,oh,oh, so viele Bewertungen reichen sich da in mir die Hand und tanzen Ringelreihn um mein Echtheit suchendes Herz. Ich sp\u00fcre die zwei Seelen in meiner Brust. Die Sehnsucht und Suche nach Echtheit und die Haltung der \u00dcberheblichkeit. Ich erkenne auch Hochmut. Indem ich bewerte, stelle ich mich \u00fcber mein Gegen\u00fcber. Wie hei\u00dft es doch gleich \u2013 Hochmut kommt vor dem Fall. Puh!! Dem Dem\u00fctigen aber gibt Gott Gnade.<br>Hier werde ich wieder mit den Niederungen meiner selbst konfrontiert . Es gibt so Etliches, f\u00fcr das ich um Vergebung bitte. Erkennen und bekennen, ein guter Weg. Trotzdem f\u00fchle ich mich mies.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>25.02.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zum Gottesdienst erz\u00e4hle ich meinem Mann von meinem Erleben und meinen Erkenntnissen der letzten Tage. Ich muss ein bisschen weinen. Da mischen sich wohl Selbstmitleid \u2013 und Bu\u00dftr\u00e4nen. Mein Schatz tr\u00f6stet mich ( beim Autofahren gar nicht so einfach) und meint dann augenzwinkernd: \u201eHey, k\u00f6nnte es sein, dass du gerade dein Glashaus, aus dem die Steine fliegen, verl\u00e4sst?\u201c Unter Tr\u00e4nen muss ich doch lachen. Recht hat er. Raus aus dem Glashaus, rein in\u2019s \u201eechte\u201c Leben!<br>Mir f\u00e4llt das Bibelwort ein, wo man den Splitter im Auge des N\u00e4chsten sieht, aber den eigenen Balken nicht wahrnimmt. Ich glaube, indem ich mich auf das \u201eBewertung fasten\u201c eingelassen habe, habe ich Gott erlaubt, mir meinen\/ meine Balken zu zeigen. Ich traue mich nur, diesen Fastenweg weiterzugehen, weil ich wei\u00df, dass ich eben Brutto geliebt bin. Aber hoppla, mein Kopf wei\u00df das sehr genau. Es r\u00fcttelt an der Kellert\u00fcr und die Selbstbewertung ist da.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>26.02. \u2013 03.03.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Tage waren nicht einfach. Die Selbstbewertung hat getobt und agiert. Ich habe mich mal vorsichtshalber versteckt.<br>\u00c4rger \u00fcber mich selbst, Scham und Selbstmitleid haben sich in meiner Gef\u00fchlslage abgewechselt. Mein Kopf wei\u00df so viel von Angenommensein, Geliebtsein, Vergebung. In meinem Versteck war es aber dunkel. Ich konnte nur die gl\u00fchenden Augen der Selbstbewertung erkennen. Sie haben mich angestarrt und ich fiel in die Schockstarre. L\u00e4hmung! Das Sickersystem Kopf Richtung Herz war au\u00dfer Kraft gesetzt.<br>Ich konnte die letzten Tage nicht schreiben und auch mein Reden mit Gott war auf ein Minimum beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute nun wieder Beginn eines Wandels. Zuversicht keimt auf. Ich kann andere, neue Gedanken denken. Gottes Treue kommt zum Tragen. So dieses \u201e wenn wir unsere Schuld bekennen, so ist Er treu und gerecht und rechnet uns unsere S\u00fcnden nicht mehr zu\u201c . Und wenn Er mir vergibt, kann ich mir (muss ich mir) selbst auch vergeben.<br>Und pl\u00f6tzlich wird es hell in meinem Versteck. Es ist, als h\u00e4tte ich nur eine Decke \u00fcber meinen Herzensantennen gehabt und die ist nun gel\u00fcftet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Hausputz geh\u00f6rt auskehren und l\u00fcften. Dieses Fasten ist f\u00fcr mich ein geistlicher Fr\u00fchlingshausputz der besonderen Art.Tja, dies war ja nun nur ein kleiner Einblick. Sieben Wochen sind ganz sch\u00f6n lang. Es geht weiter, immer wieder zitternd und zagend, aber doch im Vertrauen auf Gott, der es gut mit mir meint!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich freu mich so. Ihr Lieben, heute hab ich was Besonderes f\u00fcr euch. Diejenigen von euch, die diesen Blog regelm\u00e4\u00dfiger verfolgen wissen ja, dass ich mitten in der Fastenzeit stecke. Und zwar im W\u00f6rter-Fasten. Als ich das Fasten angek\u00fcndigt habe, hat sich unter anderem auch die liebe Petra H\u00f6fker gemeldet. Petra habe ich letzten Sommer bei einem Schreibseminar kennen gelernt. Sie ist eine ganz tolle Frau, lustig, herzlich, tief. Petra hat erz\u00e4hlt, dass Gott ihr etwas ganz \u00e4hnliches in der Fastenzeit aufs Herz gelegt hat wie das W\u00f6rter -Fasten. Sie fastet negative Bewertungen. Die letzten Wochen wurde ich immer neugieriger, wie es ihr wohl im Alltag geht. Da habe ich sie gefragt, ob sie uns nicht mal reinspitzen lassen w\u00fcrde in ihre Erlebnisse. Und sie hat ja gesagt!!Hier ist ihr Minitagebuch f\u00fcr uns. Im Einleitungstext nimmt sie uns mit, wie das mit dem Bewertungsfasten geht. Das wird dann auch gleich meine n\u00e4chste Aufgabe f\u00fcr die kommende Woche. (Und f\u00fcr diejenigen von euch, die mit machen.) Danke liebe Petra f\u00fcr deine Offenheit in diesem gro\u00dfartigen Text. Es ist sch\u00f6n Dich zu kennen. Bewertung fasten &#8211; eine Einf\u00fchrung Dieses Jahr habe ich von Gott wahrgenommen, dass ich \u201eBewertung\u201c fasten soll. Komisch, dachte ich.Jedoch fiel mir gleich ein, dass ich oft morgens mit einem ratternden Gedankenzug im Kopf aufwache, alles, was am Tag zuvor nicht so gut war, was ich nicht geschafft hatte, oder wo ich versagt hatte, kommt mir in den Sinn. Auch Menschen, die mir nahestehen, bekommen so eine gedankliche Bewertung. Bei meinem Herzallerliebsten geht es dann auch oft \u00fcber die Gedanken hinaus. Und auch im ganz normalen Alltag, beim Autofahren, durch die Stadt laufen, beim Zusammentreffen mit Menschen an den verschiedensten Orten, kommen mir Gedanken der Bewertung in den Kopf gesprungen. Und, ja, ich sch\u00e4me mich, \u00fcberwiegend negative Gedanken. Keine gedanklichen Mordgel\u00fcste, nein, so ja nicht. Aber mir f\u00e4llt einfach zu oft das Negative an meinem Gegen\u00fcber auf. Sei es etwas \u00c4u\u00dferliches, oder etwas an seiner Art und Weise. In Phillipper 4, 8 steht was ganz spannendes zu diesem Thema: Konzentriert euch auf das, was anst\u00e4ndig und gerecht ist. Denkt \u00fcber das nach, was rein und liebenswert und bewunderungsw\u00fcrdig ist, \u00fcber Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen. 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Heute habe ich mir eher Gedanken dar\u00fcber gemacht, was Jesus wohl zu ihnen sagen w\u00fcrde, wie Er ihnen begegnen w\u00fcrde. Und ich konnte segnen, ohne vorher bewertet zu haben. Den Anderen stehen lassen in seinem so ganz eigenen Sein und Jesus ihn\/sie durch mich lieben lassen. Das ist es, was ich wirklich will! Und ich merke, je weniger ich mich selbst bewerte, desto mehr gelingt es mir auch mit meinem Gegen\u00fcber. Vorgestern hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. Ich nehme gerade an einer Fastenzeit Schreibwerkstatt teil. An diesem Tag war die \u00dcbung, einmal die Perspektive auf sich selbst zu wechseln. So habe ich mich einmal mit Gottes Augen, den Augen der echten, wahren Liebe angeschaut. So ganz spontan habe ich los geschrieben, mit dem Fokus darauf, das Gott eben nicht bewertet, sondern liebt \u2013 brutto. Und dies kam dabei heraus:&#8220;Da sitzt sie nun. Will wie immer alles gut und richtig machen. Will aber auch, dass die Andern alles gut und richtig machen. Sie hat ein Herz f\u00fcr die Schwachen. Wenn die aber nicht so wollen, wie sie, sich nicht auf das einlassen, was ihnen helfen k\u00f6nnte, dann wendet sie sich ab. Sie nennt sie dann vielleicht verletzt, \u00e4ngstlich. Keine harten Worte, aber eine harte Haltung. Da hat sie eine Mauer gebaut. Und damit ihr Herz verschlossen. Die K\u00e4lte geht nicht von den andern aus, sondern von ihr selbst. Eigentlich hat sie Schema F im Kopf und wenn Schema F nicht l\u00e4uft, ist es schlecht und falsch. Schwarz\/wei\u00df. Sie wundert sich, warum es so z\u00e4h ist mit den Beziehungen. Sie f\u00fchlt sich als Opfer. Sie entdeckt gerade, dass Erwachsene gar keine Opfer mehr sind. So wird sie lernen, proaktiv auch in diesen diffizilen Situationen zu sein. Sie wird nicht mehr innerlich Ver\u00e4nderung fordern, sondern genau das lieben lernen, was sie sieht. Sie wird offen werden f\u00fcr das, was Ich ihr schenken m\u00f6chte. 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Schwupp, da ist sie wieder, meine Begleiterin, die Bewertung. \u201eWie sieht die denn aus, wie bescheuert ist das denn, wir sind doch hier nicht auf der Piste, so kalt ist es nun auch wieder nicht,\u2026\u201c V\u00f6llig unbewusst purzeln diese Gedanken in meine Realit\u00e4t. Ich sch\u00e4me mich. \u201e Herr, was steckt da eigentlich in mir?\u201c Erschrecken tue ich mich auch. Ich bin ja gar nicht so nett, wie ich denke. Kaum faste ich Bewertung, steht sie wild gestikulierend auf der Matte der Kellert\u00fcr. Da scheint das Schloss kaputt zu sein. Ha, ich lege so viel Wert auf Echtheit. Und nun sehe ich mich echter, als mir lieb ist. Ich entscheide mich, nicht in die Falle \u201e Oh, ich Arme, ich kann ja nichts daf\u00fcr, es kommt halt einfach so \u201e zu tappen. Ich werde bei jedem Klappern des Kellert\u00fcrschlosses beten und vor allem segnen. Wie auch jetzt die Dame im wei\u00dfen Skianzug. Dies Alles ging ja in Sekundenbruchteilen in meinem Kopf (und Herz) vor sich. 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Die Selbstbewertung hat getobt und agiert. Ich habe mich mal vorsichtshalber versteckt.\u00c4rger \u00fcber mich selbst, Scham und Selbstmitleid haben sich in meiner Gef\u00fchlslage abgewechselt. Mein Kopf wei\u00df so viel von Angenommensein, Geliebtsein, Vergebung. In meinem Versteck war es aber dunkel. Ich konnte nur die gl\u00fchenden Augen der Selbstbewertung erkennen. Sie haben mich angestarrt und ich fiel in die Schockstarre. L\u00e4hmung! Das Sickersystem Kopf Richtung Herz war au\u00dfer Kraft gesetzt.Ich konnte die letzten Tage nicht schreiben und auch mein Reden mit Gott war auf ein Minimum beschr\u00e4nkt. Heute nun wieder Beginn eines Wandels. Zuversicht keimt auf. Ich kann andere, neue Gedanken denken. Gottes Treue kommt zum Tragen. So dieses \u201e wenn wir unsere Schuld bekennen, so ist Er treu und gerecht und rechnet uns unsere S\u00fcnden nicht mehr zu\u201c . 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