{"id":335,"date":"2018-04-10T06:50:16","date_gmt":"2018-04-10T06:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=335"},"modified":"2020-02-20T16:51:56","modified_gmt":"2020-02-20T16:51:56","slug":"wundervollkonferenz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=335","title":{"rendered":"Wundervollkonferenz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Vor zwei Wochen war ich mit ein paar M\u00e4dels meiner Gemeinde auf der Wundervollkonferenz &#8211; eine Konferenz f\u00fcr Frauen. Das war das Wochenende, an dem ich v\u00f6llig handy- und internetzbefreit war (was an und f\u00fcr sich schon Abenteuer genug f\u00fcr mich war.). Damit viel meine Idee von einer Quasi-Live-Berichterstattung, schon mal ins Wasser. Letzte Woche kam dann die Anfrage von der lieben Bettina, ob ich nicht f\u00fcr die Korrekte Bande (das Magazin der Jesus Freaks) etwas \u00fcber die Konferenz schreiben k\u00f6nnte. Da war er dann, der Ansto\u00df, mich nun doch mit den Erlebnissen auseinander zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gep\u00e4ck-Check: Schmusedecke, Kuschelkissen (2 St\u00fcck, hab ja auch zwei Arme), Notproviant, die Tasche mit den Klamotten &#8211; die ist zum Gl\u00fcck klein und \u00fcbersichtlich. Dennoch wird Denise etwas blass, als ich mit meinem Gep\u00e4ckberg auf ihren Kombi zugeschaukelt komme. Doch sie bringt alles unter. Auch die Taschen von den anderen beiden M\u00e4dels. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter sind wir auf der Autobahn. Muffins werden ausgepackt, selbst gebacken von Lissy. Ruth darf vorne sitzen, damit sie nicht kotzt. Die Stimmung ist gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufregung, Vorfreude. Wir sind auf dem Weg zur Wundervoll-Konferenz. Denise, Ruth und ich waren\u00a0vor zwei Jahren schon einmal dabei, f\u00fcr Lissy ist es Premiere. Wie auch beim letzten Mal mischen sich in die Vorfreude Bedenken: Wie wird es, wenn man 100 Frauen in ein Haus sperrt? Werden die anderen nett sein? Wird&#8217;s theologische Auseinandersetzungen geben? Was gibt&#8217;s zu Essen? Und vor allem: wird Gott an dem Wochenende da sein? Letzteres ist das, worauf jede von uns im Stillen hofft. Ein pers\u00f6nliches Wort von ihm. Ein Zublinzeln. Ein &#8218;du\u00a0<em>bist wichtig f\u00fcr mich&#8216;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Begr\u00fc\u00dft werden wir herzlich. Bekannte und neue Gesichter, st\u00fcrmische Umarmungen, viel L\u00e4cheln und Winken. Am Tisch sitzen wir vier trotzdem zusammen &#8211; soziale Sicherheit geht vor.<br>Dann geht das Programm los. Der Raum ist voll, die Konferenz bis auf den letzten Platz ausgebucht. M\u00e4dchen jeglichen Alters sind hier. Sarah, die Frau mit der Wundervoll-Idee, begr\u00fc\u00dft uns auf ihre strahlende Sarah-Art. Dann klingen die ersten Akkorde. Zwei Tage sp\u00e4ter werden uns die M\u00e4dels vom Lobpreis gestehen, dass es auch f\u00fcr sie nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, dass sich die Atmosph\u00e4re so schlagartig ver\u00e4ndert: Jesus ist da. Das wird das Wochenende \u00fcber so bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erspare euch die Einzelheiten meiner geistigen und geistlichen Erg\u00fcsse und koche meine Eindr\u00fccke f\u00fcr euch zusammen, praktisch ein Sirup:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Was mich am meisten ber\u00fchrt hat, war die&nbsp;<strong>Echtheit<\/strong>. Diese schonungslose Offenheit jeder einzelnen Frau, vor allem aber die der Referentinnen. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass man am Mikro die Hosen runterl\u00e4sst (im \u00fcbertragenen Sinn). Das wirkt ansteckend \u2013 Echtheit macht Mut zu sich selbst zu stehen.<\/li><li>Die zweite Erkenntnis: es gibt keine&nbsp;<strong>Schlange vor dem Damenklo<\/strong>, wenn frau auch die Herrentoilette benutzen darf. Sollte man mal dr\u00fcber nachdenken.<\/li><li>Die dritte Erkenntnis:&nbsp;<strong>Unterschiedlichkeit ist okay.<\/strong>&nbsp;Klar, theoretisch wei\u00df das jeder, aber ganz oft f\u00fchlt es sich halt nicht okay an, anders zu sein. Doch an diesem Wochenende wurde es vorgelebt. Am Mikro waren Frauen, so verschieden wie die Teilnehmerinnen: laut und schrill, ruhig und besonnen, jung und enthusiastisch, lebensmittig und voll mit Erfahrungen.&nbsp;<strong>Jesus vergleicht uns nicht, er liebt unsere Eigenheiten.<\/strong>&nbsp;Er nutzt diese Frauen und auch mich mit dem individuellen Cocktail an St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Spleens, den jede von uns hat.&nbsp;<em>Wie entspannend \u2013 ich darf ruhig, introvertiert, smalltalkunf\u00e4hig und manchmal lustig sein. Und Ruth, die neben mir sitzt, und so ganz anders ist mit ihren roten Locken, ihrer geballten Energie und den vielf\u00e4ltigen Gaben, ist genau so richtig. Selbst wenn sie im Auto vorne sitzen muss.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Am Sonntag fahren wir wieder nach Hause. Jede mit ihren eigenen Jesuserfahrungen. Lissy neben mir strahlt so sehr, dass ich mich frage, ob Glitzerstaub aus ihr herausfallen w\u00fcrde, w\u00fcrde man sie sch\u00fctteln. In zwei Jahren werden wir wieder dabei sein, so Gott will und wir leben. Bis dahin haben wir gen\u00fcgend Zeit echt zu sein und uns gegenseitig zu ermutigen, unsere jeweiligen St\u00e4rken zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in Allem waren es keine bahnbrechend neue Erfahrungen f\u00fcr mich. Aber es war so entspannend und sch\u00f6n ein Wochenende lang zu erleben, dass es wahr und lebbar ist, was ich glaube. Das hat gut getan und Motivation f\u00fcr den Alltag gegeben.&nbsp;<strong>Manche Wahrheiten muss ich einfach immer wieder h\u00f6ren. So lange, bis sie irgendwann mal vom Kopf ins Herz rutschen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Wochen war ich mit ein paar M\u00e4dels meiner Gemeinde auf der Wundervollkonferenz &#8211; eine Konferenz f\u00fcr Frauen. Das war das Wochenende, an dem ich v\u00f6llig handy- und internetzbefreit war (was an und f\u00fcr sich schon Abenteuer genug f\u00fcr mich war.). Damit viel meine Idee von einer Quasi-Live-Berichterstattung, schon mal ins Wasser. Letzte Woche kam dann die Anfrage von der lieben Bettina, ob ich nicht f\u00fcr die Korrekte Bande (das Magazin der Jesus Freaks) etwas \u00fcber die Konferenz schreiben k\u00f6nnte. Da war er dann, der Ansto\u00df, mich nun doch mit den Erlebnissen auseinander zu setzen. Gep\u00e4ck-Check: Schmusedecke, Kuschelkissen (2 St\u00fcck, hab ja auch zwei Arme), Notproviant, die Tasche mit den Klamotten &#8211; die ist zum Gl\u00fcck klein und \u00fcbersichtlich. Dennoch wird Denise etwas blass, als ich mit meinem Gep\u00e4ckberg auf ihren Kombi zugeschaukelt komme. Doch sie bringt alles unter. Auch die Taschen von den anderen beiden M\u00e4dels. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter sind wir auf der Autobahn. Muffins werden ausgepackt, selbst gebacken von Lissy. Ruth darf vorne sitzen, damit sie nicht kotzt. Die Stimmung ist gut. Aufregung, Vorfreude. Wir sind auf dem Weg zur Wundervoll-Konferenz. Denise, Ruth und ich waren\u00a0vor zwei Jahren schon einmal dabei, f\u00fcr Lissy ist es Premiere. Wie auch beim letzten Mal mischen sich in die Vorfreude Bedenken: Wie wird es, wenn man 100 Frauen in ein Haus sperrt? Werden die anderen nett sein? Wird&#8217;s theologische Auseinandersetzungen geben? Was gibt&#8217;s zu Essen? Und vor allem: wird Gott an dem Wochenende da sein? Letzteres ist das, worauf jede von uns im Stillen hofft. Ein pers\u00f6nliches Wort von ihm. Ein Zublinzeln. Ein &#8218;du\u00a0bist wichtig f\u00fcr mich&#8216;. Begr\u00fc\u00dft werden wir herzlich. Bekannte und neue Gesichter, st\u00fcrmische Umarmungen, viel L\u00e4cheln und Winken. Am Tisch sitzen wir vier trotzdem zusammen &#8211; soziale Sicherheit geht vor.Dann geht das Programm los. Der Raum ist voll, die Konferenz bis auf den letzten Platz ausgebucht. M\u00e4dchen jeglichen Alters sind hier. Sarah, die Frau mit der Wundervoll-Idee, begr\u00fc\u00dft uns auf ihre strahlende Sarah-Art. Dann klingen die ersten Akkorde. Zwei Tage sp\u00e4ter werden uns die M\u00e4dels vom Lobpreis gestehen, dass es auch f\u00fcr sie nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, dass sich die Atmosph\u00e4re so schlagartig ver\u00e4ndert: Jesus ist da. Das wird das Wochenende \u00fcber so bleiben. Ich erspare euch die Einzelheiten meiner geistigen und geistlichen Erg\u00fcsse und koche meine Eindr\u00fccke f\u00fcr euch zusammen, praktisch ein Sirup: Was mich am meisten ber\u00fchrt hat, war die&nbsp;Echtheit. Diese schonungslose Offenheit jeder einzelnen Frau, vor allem aber die der Referentinnen. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass man am Mikro die Hosen runterl\u00e4sst (im \u00fcbertragenen Sinn). Das wirkt ansteckend \u2013 Echtheit macht Mut zu sich selbst zu stehen. Die zweite Erkenntnis: es gibt keine&nbsp;Schlange vor dem Damenklo, wenn frau auch die Herrentoilette benutzen darf. Sollte man mal dr\u00fcber nachdenken. Die dritte Erkenntnis:&nbsp;Unterschiedlichkeit ist okay.&nbsp;Klar, theoretisch wei\u00df das jeder, aber ganz oft f\u00fchlt es sich halt nicht okay an, anders zu sein. Doch an diesem Wochenende wurde es vorgelebt. Am Mikro waren Frauen, so verschieden wie die Teilnehmerinnen: laut und schrill, ruhig und besonnen, jung und enthusiastisch, lebensmittig und voll mit Erfahrungen.&nbsp;Jesus vergleicht uns nicht, er liebt unsere Eigenheiten.&nbsp;Er nutzt diese Frauen und auch mich mit dem individuellen Cocktail an St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Spleens, den jede von uns hat.&nbsp;Wie entspannend \u2013 ich darf ruhig, introvertiert, smalltalkunf\u00e4hig und manchmal lustig sein. Und Ruth, die neben mir sitzt, und so ganz anders ist mit ihren roten Locken, ihrer geballten Energie und den vielf\u00e4ltigen Gaben, ist genau so richtig. Selbst wenn sie im Auto vorne sitzen muss. Am Sonntag fahren wir wieder nach Hause. Jede mit ihren eigenen Jesuserfahrungen. Lissy neben mir strahlt so sehr, dass ich mich frage, ob Glitzerstaub aus ihr herausfallen w\u00fcrde, w\u00fcrde man sie sch\u00fctteln. In zwei Jahren werden wir wieder dabei sein, so Gott will und wir leben. Bis dahin haben wir gen\u00fcgend Zeit echt zu sein und uns gegenseitig zu ermutigen, unsere jeweiligen St\u00e4rken zu leben. Alles in Allem waren es keine bahnbrechend neue Erfahrungen f\u00fcr mich. Aber es war so entspannend und sch\u00f6n ein Wochenende lang zu erleben, dass es wahr und lebbar ist, was ich glaube. Das hat gut getan und Motivation f\u00fcr den Alltag gegeben.&nbsp;Manche Wahrheiten muss ich einfach immer wieder h\u00f6ren. 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