{"id":326,"date":"2018-05-22T08:36:44","date_gmt":"2018-05-22T08:36:44","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=326"},"modified":"2020-04-28T10:51:26","modified_gmt":"2020-04-28T10:51:26","slug":"entspannen-fuer-anfaenger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=326","title":{"rendered":"Entspannen f\u00fcr Anf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo zur\u00fcck!<\/p>\n\n\n\n<p>Danke, dass ihr auf mich gewartet habt.<\/p>\n\n\n\n<h5>Was in den letzten Wochen geschah&#8230;.<\/h5>\n\n\n\n<p>Es ist ein Tag nachdem ich euch geschrieben habe, dass ich eine Pause brauche.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun starre ich abwechselnd auf den Terminkalender und das Telefon. Heute habe ich mein Mentorengespr\u00e4ch. Am liebsten w\u00fcrde ich es verschieben, weil ich mich so sch\u00e4me. Ich f\u00fchle mich antriebslos, habe gleichzeitig Sehnsucht nach Jesus, aber keinerlei Lust zu beten. Was soll ich meiner Mentorin sagen: &#8222;Danke, dass du Zeit, Aufmerksamkeit und Kraft in mich investierst, aber hast du was dagegen, wenn ich mich ins Bett lege, w\u00e4hrend wir telefonieren?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Absagen will ich den Termin aber auch nicht, immerhin hat sie das Zeitfenster seit Wochen f\u00fcr mich frei gehalten. Da klingelt auch schon das Telefon. Ich beschlie\u00dfe die Flucht nach vorne und antworte ehrlich auf die Frage, wie es mir in den letzten Wochen ging. Das f\u00e4llt mir sehr schwer. Ich w\u00fcrde lieber sagen, dass ich in meinen Projekten weiter gekommen bin, dass ich mich in den F\u00fcrbittegebeten f\u00fcr meine Gemeinde verliere und nun eine Auszeit gemeinsam mit Jesus habe um &#8222;Gartenarbeit&#8220; zu betreiben, wobei nat\u00fcrlich ein Gro\u00dfteil der Arbeit bereits erledigt ist. (Der Entschluss ist ja auch schon 48 Stunden alt.) Ja, das w\u00fcrde ich gerne sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen muss ich zugeben, dass gerade \u00fcberhaupt nichts l\u00e4uft.&nbsp;<strong>Dass ich Schwierigkeiten habe morgens aus dem Bett zu kommen, und dass mir vor der Aussicht auf eine weiteren, endlos langen Tag graut.<\/strong>&nbsp;Dass ich nicht wei\u00df woher es kommt, denn ich bin am richtigen Platz in meinem Leben und ich bin dort mit wunderbaren Menschen. Ich habe keinen Grund zur Klage. Doch statt Dankbarkeit wachsen in mir Neid und Bitterkeit. Statt Energie erlebe ich Ersch\u00f6pfung. Trauerarbeit ist anstrengend und konfus und \u00fcberhaupt nicht\u2026effektiv. Und au\u00dferdem ist meine Wohnung dreckig. \u00dcber meinem Kopf scheint ein riesiges Neonschild zu blinken.&nbsp;<strong>&#8218;Versager&#8216;.<\/strong>&nbsp;In rot. Ich guck schon gar nicht mehr nach oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Heiterkeitsausbruch meiner Mentorin irritiert mich.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Fantasie, die sich in den letzten Tagen in skandinavienkrimifarbener Beklemmung entwickelt hat, hatte sie k\u00fchle S\u00e4tze gesagt wie:&nbsp;<em>&#8222;M\u00e4dchen, bekomm dein Leben auf die Reihe, so kann ich mit dir nicht arbeiten.&#8220;<\/em>&nbsp;Oder etwas realistischer: ernstes Schweigen, tiefes Einatmen und dann f\u00fcrsorgliches&nbsp;<em>&#8222;Nun rei\u00df dich aber mal zusammen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nichts von alle dem.&nbsp;<strong>Meine Mentorin lacht. Ein heiteres, am\u00fcsiertes Lachen, das die schweren Vorh\u00e4nge ein St\u00fcck anhebt und etwas Licht und Farbe in meinen Kopf bringt.<\/strong>&nbsp;Als sie sich wieder beruhigt hat, reden wir kurz \u00fcber die Bitterkeit. Dann gibt sie mir einen Gebetsimpuls, ich bete, sie schweigt. Und&nbsp;<strong>Jesus zeigt mir, wo die Ursache meiner Bitterkeit liegt. Einfach so.<\/strong>&nbsp;Innerhalb von einer Minute. Die Wurzel liegt vor mir, die ich doch in wochenlanger Arbeit suchen und ausgraben sollte. Ich musste nichts tun. Nicht mal auf die Knie gehen &#8211; ich h\u00e4nge nach wie vor bequem im Sessel. Mit Kaffee in der Hand und Telefon am Ohr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann &#8218;verschreibt&#8216; mir diese wunderbare Frau ein &#8218;Rezept&#8216; f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen. Es lautet:&nbsp;<strong>Entspannen. Die negativen Gef\u00fchle durchleben d\u00fcrfen.<\/strong>&nbsp;Weinen. Lachen. Morgens mal liegen bleiben und eben erst sp\u00e4ter anfangen zu arbeiten. Mit Jesus schweigen, wenn es nichts zu sagen gibt. Am Tag nur die Aufgaben erledigen, die wirklich gemacht werden m\u00fcssen. Immer mal Abends mit meinem Mann auf die besonderen Momente des Lebens ansto\u00dfen und die Erfolge der letzten Monate feiern. Ansonsten: kein Aktionismus, sondern lesen, Videos schauen, tr\u00e4umend auf dem Balkon sitzen. Ihrer Erfahrung nach sei Jesus da auch oft, man h\u00e4tte also nette Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Hatte ich nicht genau das so gro\u00df im letzten Beitrag geschrieben? Dass Jesus nett ist und dass es nicht nur Zeiten der Arbeit im Gem\u00fcsebeet geben wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dass Jesus so nett ist und es gar keine Stunden im Beet geben sollte\u2026das hat mich dann doch schlicht \u00fcberfordert.&nbsp;<strong>Heimlich hab ich dann trotzdem ab und zu noch ein bisschen gebuddelt. Aber es gab nichts mehr zu tun.<\/strong>&nbsp;Die Ursache war klar, die Wurzel lag eingepackt bei Jesus.&nbsp;<strong>Irgendwann wird er sie sich mit mir ansehen. Aber nicht jetzt. Jetzt ist Entspannungszeit.<\/strong>&nbsp;Also runter fahren. Dem Rezept meiner Mentorin folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste, dass es wahr ist. Dass ich Zeit brauche. Aber Wissen ist eine Sache. Mir die Zeit und Ruhe tats\u00e4chlich zu g\u00f6nnen, war ein t\u00e4glicher Kampf (der nicht immer erfolgreich war).&nbsp;<strong>Es war als ob Jesus meinen Lebenswagen auf eine leicht absch\u00fcssige Stra\u00dfe Richtung Entspannung gelenkt h\u00e4tte und nun fr\u00f6hlich Gas geben wollte, w\u00e4hrend ich an der Handbremse hing und aus Leibeskr\u00e4ften schrie.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Arbeit! Die Abgabetermine! Der Blog!&nbsp;<s>Meine<\/s>&nbsp;Deine Gemeinde!<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Jesus im Fahrtwind immer wieder jubelte: &#8222;Es passiert nichts. Entspann dich, nimm dir einen Keks und genie\u00df die Fahrt. Und heute Abend grillen wir!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war\u2026nicht so euphorisch. Aber habe mich drauf eingelassen. Habe versucht die Stimmen, die mir sagen dass ich faul, unf\u00e4hig und eine Entt\u00e4uschung bin, zu ignorieren. Habe mich in die Trauer gest\u00fcrzt und in die sch\u00f6nen Momente. Habe versucht mich nicht zu rechtfertigen, wenn ich Mittags ersch\u00f6pft auf dem K\u00fcchenfu\u00dfboden sa\u00df, geheult habe und im n\u00e4chsten Moment gelacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit haben darf. Und ich bin dankbar, dass mir Menschen immer wieder die Erlaubnis zum Entspannen gegeben haben. Dass auch viele von euch sich gemeldet haben und mir zugesprochen haben, dass das jetzt okay ist. Wie hat eine ganz liebe Frau geschrieben:&nbsp;<strong>&#8222;Jesus mit Haut dran.&#8220;<\/strong>, das seid ihr f\u00fcr mich. Danke daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ganz langsam kommt die Lust am Leben zur\u00fcck. Die Impulse zu schreiben. Das Herzklopfen morgens, dass ein neuer Tag wartet, voller M\u00f6glichkeiten und Abenteuer. Das ist nicht jeden Tag so. Aber es gibt sie wieder, diese Tage. Und das macht mich froh. Danke, dass ihr auf mich gewartet habt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zur\u00fcck! Danke, dass ihr auf mich gewartet habt. Was in den letzten Wochen geschah&#8230;. Es ist ein Tag nachdem ich euch geschrieben habe, dass ich eine Pause brauche. Nun starre ich abwechselnd auf den Terminkalender und das Telefon. Heute habe ich mein Mentorengespr\u00e4ch. Am liebsten w\u00fcrde ich es verschieben, weil ich mich so sch\u00e4me. Ich f\u00fchle mich antriebslos, habe gleichzeitig Sehnsucht nach Jesus, aber keinerlei Lust zu beten. Was soll ich meiner Mentorin sagen: &#8222;Danke, dass du Zeit, Aufmerksamkeit und Kraft in mich investierst, aber hast du was dagegen, wenn ich mich ins Bett lege, w\u00e4hrend wir telefonieren?&#8220; Absagen will ich den Termin aber auch nicht, immerhin hat sie das Zeitfenster seit Wochen f\u00fcr mich frei gehalten. Da klingelt auch schon das Telefon. Ich beschlie\u00dfe die Flucht nach vorne und antworte ehrlich auf die Frage, wie es mir in den letzten Wochen ging. Das f\u00e4llt mir sehr schwer. Ich w\u00fcrde lieber sagen, dass ich in meinen Projekten weiter gekommen bin, dass ich mich in den F\u00fcrbittegebeten f\u00fcr meine Gemeinde verliere und nun eine Auszeit gemeinsam mit Jesus habe um &#8222;Gartenarbeit&#8220; zu betreiben, wobei nat\u00fcrlich ein Gro\u00dfteil der Arbeit bereits erledigt ist. (Der Entschluss ist ja auch schon 48 Stunden alt.) Ja, das w\u00fcrde ich gerne sagen. Stattdessen muss ich zugeben, dass gerade \u00fcberhaupt nichts l\u00e4uft.&nbsp;Dass ich Schwierigkeiten habe morgens aus dem Bett zu kommen, und dass mir vor der Aussicht auf eine weiteren, endlos langen Tag graut.&nbsp;Dass ich nicht wei\u00df woher es kommt, denn ich bin am richtigen Platz in meinem Leben und ich bin dort mit wunderbaren Menschen. Ich habe keinen Grund zur Klage. Doch statt Dankbarkeit wachsen in mir Neid und Bitterkeit. Statt Energie erlebe ich Ersch\u00f6pfung. Trauerarbeit ist anstrengend und konfus und \u00fcberhaupt nicht\u2026effektiv. 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Ihrer Erfahrung nach sei Jesus da auch oft, man h\u00e4tte also nette Gesellschaft. Hatte ich nicht genau das so gro\u00df im letzten Beitrag geschrieben? Dass Jesus nett ist und dass es nicht nur Zeiten der Arbeit im Gem\u00fcsebeet geben wird? Aber dass Jesus so nett ist und es gar keine Stunden im Beet geben sollte\u2026das hat mich dann doch schlicht \u00fcberfordert.&nbsp;Heimlich hab ich dann trotzdem ab und zu noch ein bisschen gebuddelt. Aber es gab nichts mehr zu tun.&nbsp;Die Ursache war klar, die Wurzel lag eingepackt bei Jesus.&nbsp;Irgendwann wird er sie sich mit mir ansehen. Aber nicht jetzt. Jetzt ist Entspannungszeit.&nbsp;Also runter fahren. Dem Rezept meiner Mentorin folgen. Ich wusste, dass es wahr ist. Dass ich Zeit brauche. Aber Wissen ist eine Sache. 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Habe versucht mich nicht zu rechtfertigen, wenn ich Mittags ersch\u00f6pft auf dem K\u00fcchenfu\u00dfboden sa\u00df, geheult habe und im n\u00e4chsten Moment gelacht. Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit haben darf. Und ich bin dankbar, dass mir Menschen immer wieder die Erlaubnis zum Entspannen gegeben haben. Dass auch viele von euch sich gemeldet haben und mir zugesprochen haben, dass das jetzt okay ist. Wie hat eine ganz liebe Frau geschrieben:&nbsp;&#8222;Jesus mit Haut dran.&#8220;, das seid ihr f\u00fcr mich. Danke daf\u00fcr. Und ganz langsam kommt die Lust am Leben zur\u00fcck. Die Impulse zu schreiben. Das Herzklopfen morgens, dass ein neuer Tag wartet, voller M\u00f6glichkeiten und Abenteuer. Das ist nicht jeden Tag so. Aber es gibt sie wieder, diese Tage. Und das macht mich froh. 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