{"id":307,"date":"2018-07-03T06:00:27","date_gmt":"2018-07-03T06:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=307"},"modified":"2020-02-21T18:50:29","modified_gmt":"2020-02-21T18:50:29","slug":"es-ist-meine-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=307","title":{"rendered":"Es ist meine Entscheidung"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>Das Telefon klingelt. Schon zum dritten Mal heute Vormittag. Die Nummer ist unterdr\u00fcckt und ich habe eine grobe Ahnung wer es sein k\u00f6nnte. Ich gehe nicht ran. Mein schlechtes Gewissen nagt an mir, aber meine Entscheidung steht. Ich werde morgen Mittag zur\u00fcck rufen, jetzt bereite ich meine Predigt vor und werde mich nicht unterbrechen lassen. Beherzt schalte ich das Telefon ab und der Anrufbeantworter geht ran. Der Anrufer spricht keine Nachricht auf.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Ich h\u00f6re meine eigene Stimme sagen: &#8222;Nein, es tut mir leid, ich kann dir bei dieser Sache nicht helfen. Aber frag doch Anne, die ist fit mit sowas.&#8220; Ich bin gleichzeitig entsetzt und beeindruckt. Meine G\u00fcte kann ich ruhig klingen, w\u00e4hrend sich alles in mir beim Nein-Sagen windet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>&#8222;Du hast \u00fcberhaupt keine Zeit mehr.&#8220; Ihr Blick ist vorwurfsvoll. Ich muss mich zusammenrei\u00dfen um nicht sofort einzuknicken. Schnell gehe ich in Gedanken die letzten Wochen durch. Es ist nicht wahr. Wir haben uns mehrfach getroffen und telefoniert. Ich lasse ihren Vorwurf im Raum stehen und mache mir einen inneren Vermerk dieses Thema sp\u00e4ter in Ruhe noch einmal durchzudenken.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>&#8222;Dann mache deine Arbeit doch sp\u00e4ter und komm jetzt mit in&#8217;s Caf\u00e9. Du kannst dir deine Zeit doch frei einteilen.&#8220; Ja, das kann ich. Und ich habe mich entschieden nach einem Plan zu arbeiten, der mich sicher ans Ziel bringt. Ich werde meine Projekte nicht schieben um dann die N\u00e4chte vor der Deadline, mit dem Adrenalin- und Koffeinspiegel eines kaffees\u00fcchtigen Bungeejumpers, durcharbeiten. Das habe ich oft genug getan um zu wissen, dass diese N\u00e4chte nicht sch\u00f6n sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Vor einiger Zeit hatte ich mit Bitterkeit zu k\u00e4mpfen. Sie durchzog \u00fcber Wochen in kleinen, kaum wahrnehmbaren, Adern mein Denken und F\u00fchlen und war insgesamt ganz gut zu \u00fcberspielen. Doch dann wurde sie innerhalb von wenigen Tagen zu einem dicken Nebel, die meine Sicht auf Situationen und Menschen einf\u00e4rbte. Auf der Suche nach der Ursache wurde mir bewusst: &#8222;Du nimmst in deinem eigenen Leben eine Opferrolle ein. Du vers\u00e4umst es Entscheidungen zu treffen und bist dann frustriert, wenn andere sie f\u00fcr dich treffen oder das umsetzen, zu dem du dich nicht entscheiden konntest.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine erschreckende Wahrheit. Ich habe viele Tr\u00e4ume, bin aber viel zu feige sie anzugehen. Und selbst wenn ich ein paar kleinere umsetzen m\u00f6chte und Raum daf\u00fcr schaffe, kommt meist so viel dazwischen, dass mir mein Zeitplan um die Ohren fliegt. Der Frust steigt und ebenso das Gef\u00fchl, fremdgesteuert zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit einigen Wochen nun setze ich in meinem Alltag neue Grenzen und Akzente. Zaghaft, das muss ich zugeben. Aber ich sp\u00fcre bereits die Auswirkungen. Ohne die Unterbrechung von Telefon oder Mails bin ich konzentrierter und am Ende vom Tag zufriedener. Die Treffen und Telefonate mit Menschen finden auch jetzt noch statt. Aber ich vereinbare nun Zeiten daf\u00fcr. Das st\u00f6\u00dft nicht \u00fcberall auf Gegenliebe. Doch unterm Strich, tut es uns allen gut. Denn ich bin bei den Gespr\u00e4chen viel pr\u00e4senter. Ich f\u00fchle mich weniger gehetzt (weil ich doch eigentlich was ganz anderes tun m\u00fcsste). Ich bin mehr in der Gegenwart, kann mich auf mein Gegen\u00fcber konzentrieren, habe das Handy aus und nicht wie fr\u00fcher neben mir auf dem Tisch. Das macht mich zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber meine Tr\u00e4ume denke ich nun bewusster nach und bespreche sie mit Jesus. Viele dieser Tr\u00e4ume werden Tr\u00e4ume bleiben und das ist okay so. Allerdings habe ich beschlossen mich bewusst mit anderen Menschen zu freuen, die diese Tr\u00e4ume umsetzen. Ich h\u00e4tte die Chance gehabt die Tr\u00e4ume anzugehen und habe mich dagegen entschieden. Niemand anderes hat Schuld. Es ist allein meine Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Tr\u00e4ume haben das Potential zu Pl\u00e4nen zu werden, wenn ich mich nur traue. Es gibt nun zwei Stunden in der Woche, wo ich mich mit diesen Tr\u00e4umen besch\u00e4ftige, wo ich frech plane und so tue als h\u00e4tte ich keine Angst. Ich habe begriffen, dass ich niemandem einen Vorwurf machen kann, wenn ich mein Leben nicht so lebe, wie ich das m\u00f6chte. Ich bin kein Opfer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Telefon klingelt. Schon zum dritten Mal heute Vormittag. Die Nummer ist unterdr\u00fcckt und ich habe eine grobe Ahnung wer es sein k\u00f6nnte. Ich gehe nicht ran. Mein schlechtes Gewissen nagt an mir, aber meine Entscheidung steht. Ich werde morgen Mittag zur\u00fcck rufen, jetzt bereite ich meine Predigt vor und werde mich nicht unterbrechen lassen. Beherzt schalte ich das Telefon ab und der Anrufbeantworter geht ran. Der Anrufer spricht keine Nachricht auf. Ich h\u00f6re meine eigene Stimme sagen: &#8222;Nein, es tut mir leid, ich kann dir bei dieser Sache nicht helfen. Aber frag doch Anne, die ist fit mit sowas.&#8220; Ich bin gleichzeitig entsetzt und beeindruckt. Meine G\u00fcte kann ich ruhig klingen, w\u00e4hrend sich alles in mir beim Nein-Sagen windet. &#8222;Du hast \u00fcberhaupt keine Zeit mehr.&#8220; Ihr Blick ist vorwurfsvoll. Ich muss mich zusammenrei\u00dfen um nicht sofort einzuknicken. Schnell gehe ich in Gedanken die letzten Wochen durch. Es ist nicht wahr. Wir haben uns mehrfach getroffen und telefoniert. Ich lasse ihren Vorwurf im Raum stehen und mache mir einen inneren Vermerk dieses Thema sp\u00e4ter in Ruhe noch einmal durchzudenken. &#8222;Dann mache deine Arbeit doch sp\u00e4ter und komm jetzt mit in&#8217;s Caf\u00e9. Du kannst dir deine Zeit doch frei einteilen.&#8220; Ja, das kann ich. Und ich habe mich entschieden nach einem Plan zu arbeiten, der mich sicher ans Ziel bringt. Ich werde meine Projekte nicht schieben um dann die N\u00e4chte vor der Deadline, mit dem Adrenalin- und Koffeinspiegel eines kaffees\u00fcchtigen Bungeejumpers, durcharbeiten. Das habe ich oft genug getan um zu wissen, dass diese N\u00e4chte nicht sch\u00f6n sind. Vor einiger Zeit hatte ich mit Bitterkeit zu k\u00e4mpfen. Sie durchzog \u00fcber Wochen in kleinen, kaum wahrnehmbaren, Adern mein Denken und F\u00fchlen und war insgesamt ganz gut zu \u00fcberspielen. Doch dann wurde sie innerhalb von wenigen Tagen zu einem dicken Nebel, die meine Sicht auf Situationen und Menschen einf\u00e4rbte. Auf der Suche nach der Ursache wurde mir bewusst: &#8222;Du nimmst in deinem eigenen Leben eine Opferrolle ein. Du vers\u00e4umst es Entscheidungen zu treffen und bist dann frustriert, wenn andere sie f\u00fcr dich treffen oder das umsetzen, zu dem du dich nicht entscheiden konntest.&#8220; Das ist eine erschreckende Wahrheit. Ich habe viele Tr\u00e4ume, bin aber viel zu feige sie anzugehen. Und selbst wenn ich ein paar kleinere umsetzen m\u00f6chte und Raum daf\u00fcr schaffe, kommt meist so viel dazwischen, dass mir mein Zeitplan um die Ohren fliegt. Der Frust steigt und ebenso das Gef\u00fchl, fremdgesteuert zu sein. Seit einigen Wochen nun setze ich in meinem Alltag neue Grenzen und Akzente. Zaghaft, das muss ich zugeben. Aber ich sp\u00fcre bereits die Auswirkungen. Ohne die Unterbrechung von Telefon oder Mails bin ich konzentrierter und am Ende vom Tag zufriedener. Die Treffen und Telefonate mit Menschen finden auch jetzt noch statt. Aber ich vereinbare nun Zeiten daf\u00fcr. Das st\u00f6\u00dft nicht \u00fcberall auf Gegenliebe. Doch unterm Strich, tut es uns allen gut. Denn ich bin bei den Gespr\u00e4chen viel pr\u00e4senter. Ich f\u00fchle mich weniger gehetzt (weil ich doch eigentlich was ganz anderes tun m\u00fcsste). Ich bin mehr in der Gegenwart, kann mich auf mein Gegen\u00fcber konzentrieren, habe das Handy aus und nicht wie fr\u00fcher neben mir auf dem Tisch. Das macht mich zufrieden. \u00dcber meine Tr\u00e4ume denke ich nun bewusster nach und bespreche sie mit Jesus. 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