{"id":303,"date":"2018-07-17T06:09:00","date_gmt":"2018-07-17T06:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=303"},"modified":"2020-02-21T18:52:14","modified_gmt":"2020-02-21T18:52:14","slug":"rettungsplan-fuer-schattentage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=303","title":{"rendered":"Rettungsplan f\u00fcr Schattentage"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Es gibt diese Tage. Wo ich mir nichts recht machen kann. Wo mir morgens schon die Energie ausgegangen ist, bevor ich \u00fcberhaupt aufgestanden bin.<br>Drau\u00dfen scheint die Sonne. Der Tag gibt keinen Anlass f\u00fcr dunkle Gedanken.&nbsp;<strong>Dennoch sind sie da und weigern sich beharrlich wegzugehen.<\/strong>&nbsp;Ich h\u00f6re das Lachen von Menschen an der Bushaltestelle. Die V\u00f6gel zwitschern. Ich mache das Fenster zu und lasse den Rollladen ein St\u00fcck herunter. Kurz gebe ich mich der Illusion hin, dass es noch finstere Nacht sei und ich liegen bleiben darf. Aber es ist nicht Nacht, sondern schon kurz vor sieben. Mein treuer Mann hat mir einen Kaffee ans Bett gestellt. Nun k\u00e4mpfe ich mit mir, das als Anlass zu nehmen, einfach im Bett zu bleiben. Dummerweise muss ich aufs Klo.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwo zwischen zweiten Kaffee und erfolgreichem Aufschieben der Aufgaben klingelt mich meine Schwester an. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass es bereits sp\u00e4ter Vormittag ist. Wo ist die Zeit hin?!<br>Meine Schwester kennt mich. Sie findet die perfekte Mischung aus Zusprache und liebevollem Anschieben. Sie stellt mir Fragen und hilft mir damit, mich in meinem eigenen Gedankenchaos zurecht zu finden. Und langsam kommen auch meine eigenen Fragen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte mal eine &#8218;Checkliste&#8216; f\u00fcr schlechte Tage. Dinge, die ich abkl\u00e4ren wollte, bevor ich mich nach unten ziehen lasse.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Habe ich genug getrunken?<\/li><li>Wann war ich zuletzt an der frischen Luft?<\/li><li>War unter den letzten sieben Tagen ein freier Tag?<\/li><li>Habe ich Zeit mit Gott verbracht?<\/li><li>Habe ich mir etwas geg\u00f6nnt, was meiner Seele gut tut?<\/li><li>Habe ich mir in meiner freien Zeit einen R\u00fcckzugsort geschaffen oder war ich \u00fcber Medien, Telefon, etc. f\u00fcr jedermann erreichbar?<\/li><li>Wann habe ich mich zuletzt k\u00f6rperlich ausgepowert?<\/li><li>Wann habe ich zuletzt meine Lieblingsmenschen gesehen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf meine Liste ist ern\u00fcchternd.&nbsp;<strong>Ohne es zu merken, habe ich sowohl meinen Geist als auch meinen K\u00f6rper vernachl\u00e4ssigt.&nbsp;<\/strong>Ans Essen denke ich meist von allein, das ist nicht mein Problem. Aber Durst ignoriere ich gerne mal.<\/p>\n\n\n\n<p>Meinen Durst nach Gott und nach Menschen ignoriere ich \u00fcbrigens auch oft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar &#8218;muss&#8216; ich mich immer wieder mit Gott oder Bibel besch\u00e4ftigen, denn ohne Bibel predigt es sich schlecht.&nbsp;<strong>Aber Arbeitstreffen mit Gott sind nicht das gleiche wie entspanntes Kaffeetrinken auf dem Balkon.<\/strong>&nbsp;Seele baumeln lassen. Qualit\u00e4tszeit ohne Handy. Doch das letzte Mal ohne Handy ist lange her.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir d\u00e4mmert langsam, dass es gute Gr\u00fcnde f\u00fcr meine Ausgelaugt sein geben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Stunden sp\u00e4ter habe ich gen\u00fcgend Wasser getrunken um mich fitter zu f\u00fchlen. Es hat erstaunlich viel \u00dcberwindung gekostet.<br>Dank des Paketdienstes und eines defekten Aufzugs hab ich zehn Stockwerke im Schweinsgalopp runter und rauf bew\u00e4ltigt. Inzwischen bekomme ich wieder Luft.<br>Nun ist das Handy in einem anderen Zimmern und ich schreibe auf dem Balkon diesen Blogartikel, ein Schokoladeneis im Bauch. Der Tag wird heller.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann mache ich Termine mit Lieblingsmenschen aus. Keine Arbeitstreffen wie so oft (da geben sich meine Kontakte zu Gott oder Menschen nicht so viel), sondern&nbsp;<strong>Treffen die nichts weiter im Fokus haben als Zeit miteinander zu verbringen.<\/strong>&nbsp;Diese Treffen strahlen nun wie kleine Sterne in meinem Kalender.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Tag heute kann ich nicht frei nehmen. Aber zur Entspannung habe ich mir einen Kaffee und den Anfang vom 1. Johannesbrief geg\u00f6nnt, habe viel in meiner Bibel angemalt, unterstrichen und daneben geschrieben. Es sieht nicht sch\u00f6n sondern eher w\u00fcst aus, als h\u00e4tte jemand einen Farbkasten \u00fcber die Seiten gekippt. Ich mag es trotzdem.<\/p>\n\n\n\n<p>Den 1. Johannesbrief liebe ich, weil da wir Leser als&nbsp;<strong>&#8222;geliebte Kinder&#8220;<\/strong>&nbsp;angesprochen werden. Das l\u00e4sst mich ganz aufgeregt werden. Dann will ich mich immer bei dem alten Opa Johannes auf den Scho\u00df setzen, und sagen:&nbsp;<em>&#8222;Erz\u00e4hl mir nochmal wie es war, als Jesus friedlich geschlafen hat und ihr dachtet, euer Boot w\u00fcrde im Sturm sinken.&#8220;<\/em>&nbsp;Und dann w\u00fcrde Johannes lachen, laut und herzlich. Und seine Augen h\u00e4tten ganz viele und tiefe Lachf\u00e4ltchen, die sich bis hinunter in seinen dichten Bart ziehen w\u00fcrden. Und dann w\u00fcrde er erz\u00e4hlen, wie das war, damals, mit Jesus.Und ich muss mit Lachen, weil seine Fr\u00f6hlichkeit und Liebe so ansteckend sind. Und dann muss ich mir meine Sonnenbrille holen, weil der Tag pl\u00f6tzlich doch noch ganz hell geworden ist.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt diese Tage. Wo ich mir nichts recht machen kann. Wo mir morgens schon die Energie ausgegangen ist, bevor ich \u00fcberhaupt aufgestanden bin.Drau\u00dfen scheint die Sonne. Der Tag gibt keinen Anlass f\u00fcr dunkle Gedanken.&nbsp;Dennoch sind sie da und weigern sich beharrlich wegzugehen.&nbsp;Ich h\u00f6re das Lachen von Menschen an der Bushaltestelle. Die V\u00f6gel zwitschern. Ich mache das Fenster zu und lasse den Rollladen ein St\u00fcck herunter. Kurz gebe ich mich der Illusion hin, dass es noch finstere Nacht sei und ich liegen bleiben darf. Aber es ist nicht Nacht, sondern schon kurz vor sieben. Mein treuer Mann hat mir einen Kaffee ans Bett gestellt. Nun k\u00e4mpfe ich mit mir, das als Anlass zu nehmen, einfach im Bett zu bleiben. Dummerweise muss ich aufs Klo. Irgendwo zwischen zweiten Kaffee und erfolgreichem Aufschieben der Aufgaben klingelt mich meine Schwester an. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass es bereits sp\u00e4ter Vormittag ist. Wo ist die Zeit hin?!Meine Schwester kennt mich. Sie findet die perfekte Mischung aus Zusprache und liebevollem Anschieben. Sie stellt mir Fragen und hilft mir damit, mich in meinem eigenen Gedankenchaos zurecht zu finden. Und langsam kommen auch meine eigenen Fragen zur\u00fcck. Ich hatte mal eine &#8218;Checkliste&#8216; f\u00fcr schlechte Tage. Dinge, die ich abkl\u00e4ren wollte, bevor ich mich nach unten ziehen lasse. Habe ich genug getrunken? Wann war ich zuletzt an der frischen Luft? War unter den letzten sieben Tagen ein freier Tag? Habe ich Zeit mit Gott verbracht? Habe ich mir etwas geg\u00f6nnt, was meiner Seele gut tut? Habe ich mir in meiner freien Zeit einen R\u00fcckzugsort geschaffen oder war ich \u00fcber Medien, Telefon, etc. f\u00fcr jedermann erreichbar? Wann habe ich mich zuletzt k\u00f6rperlich ausgepowert? Wann habe ich zuletzt meine Lieblingsmenschen gesehen? Ein Blick auf meine Liste ist ern\u00fcchternd.&nbsp;Ohne es zu merken, habe ich sowohl meinen Geist als auch meinen K\u00f6rper vernachl\u00e4ssigt.&nbsp;Ans Essen denke ich meist von allein, das ist nicht mein Problem. Aber Durst ignoriere ich gerne mal. Meinen Durst nach Gott und nach Menschen ignoriere ich \u00fcbrigens auch oft. Zwar &#8218;muss&#8216; ich mich immer wieder mit Gott oder Bibel besch\u00e4ftigen, denn ohne Bibel predigt es sich schlecht.&nbsp;Aber Arbeitstreffen mit Gott sind nicht das gleiche wie entspanntes Kaffeetrinken auf dem Balkon.&nbsp;Seele baumeln lassen. Qualit\u00e4tszeit ohne Handy. Doch das letzte Mal ohne Handy ist lange her. Mir d\u00e4mmert langsam, dass es gute Gr\u00fcnde f\u00fcr meine Ausgelaugt sein geben k\u00f6nnte. Zwei Stunden sp\u00e4ter habe ich gen\u00fcgend Wasser getrunken um mich fitter zu f\u00fchlen. Es hat erstaunlich viel \u00dcberwindung gekostet.Dank des Paketdienstes und eines defekten Aufzugs hab ich zehn Stockwerke im Schweinsgalopp runter und rauf bew\u00e4ltigt. Inzwischen bekomme ich wieder Luft.Nun ist das Handy in einem anderen Zimmern und ich schreibe auf dem Balkon diesen Blogartikel, ein Schokoladeneis im Bauch. Der Tag wird heller. Dann mache ich Termine mit Lieblingsmenschen aus. Keine Arbeitstreffen wie so oft (da geben sich meine Kontakte zu Gott oder Menschen nicht so viel), sondern&nbsp;Treffen die nichts weiter im Fokus haben als Zeit miteinander zu verbringen.&nbsp;Diese Treffen strahlen nun wie kleine Sterne in meinem Kalender. Den Tag heute kann ich nicht frei nehmen. Aber zur Entspannung habe ich mir einen Kaffee und den Anfang vom 1. Johannesbrief geg\u00f6nnt, habe viel in meiner Bibel angemalt, unterstrichen und daneben geschrieben. Es sieht nicht sch\u00f6n sondern eher w\u00fcst aus, als h\u00e4tte jemand einen Farbkasten \u00fcber die Seiten gekippt. Ich mag es trotzdem. Den 1. Johannesbrief liebe ich, weil da wir Leser als&nbsp;&#8222;geliebte Kinder&#8220;&nbsp;angesprochen werden. Das l\u00e4sst mich ganz aufgeregt werden. Dann will ich mich immer bei dem alten Opa Johannes auf den Scho\u00df setzen, und sagen:&nbsp;&#8222;Erz\u00e4hl mir nochmal wie es war, als Jesus friedlich geschlafen hat und ihr dachtet, euer Boot w\u00fcrde im Sturm sinken.&#8220;&nbsp;Und dann w\u00fcrde Johannes lachen, laut und herzlich. Und seine Augen h\u00e4tten ganz viele und tiefe Lachf\u00e4ltchen, die sich bis hinunter in seinen dichten Bart ziehen w\u00fcrden. Und dann w\u00fcrde er erz\u00e4hlen, wie das war, damals, mit Jesus.Und ich muss mit Lachen, weil seine Fr\u00f6hlichkeit und Liebe so ansteckend sind. Und dann muss ich mir meine Sonnenbrille holen, weil der Tag pl\u00f6tzlich doch noch ganz hell geworden ist.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":539,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[56],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/303"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=303"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":540,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/303\/revisions\/540"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/539"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}