{"id":279,"date":"2018-10-16T06:00:46","date_gmt":"2018-10-16T06:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=279"},"modified":"2020-02-21T19:26:23","modified_gmt":"2020-02-21T19:26:23","slug":"schreibblockade","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=279","title":{"rendered":"Schreibblockade?!"},"content":{"rendered":"<div class=\"itemIntroText\">\n<p><b>Schreibblockade, die<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Eine&nbsp;Schreibblockade, auch Schreibstau genannt, ist ein psychisches Ph\u00e4nomen, bei dessen Auftreten die Autoren dauerhaft oder vor\u00fcbergehend nicht in der Lage sind zu schreiben. Sie kann als Spezialfall der Kreativit\u00e4tsblockade gesehen werden.&#8220;(Quelle: Wikipedia)<\/p>\n<p>Seit zwei Stunden starre ich aufs wei\u00dfe Blatt. Bzw. auf blinkenden Cursor vor wei\u00dfem Hintergrund.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"itemFullText\">\n<p><i>&#8222;Das Starren geh\u00f6rt zum Schreibprozess.&#8220;<\/i>, habe ich irgendwo mal gelesen.&nbsp;<i>&#8222;\u00dcbergehen Sie diesen wichtigen Schritt bei der Entwicklung Ihrer Schreibf\u00e4higkeit nicht, halten Sie es aus. Man kann nicht direkt mit dem Schreiben anfangen weil\u2026&#8220;<\/i>, die Begr\u00fcndung hab ich vergessen. Aber in mir steigt ein hysterisches Kichern hoch. Ich, eine Schriftstellerin, schon witzig die Vorstellung. Mein Lebenstraum. Und offensichtlich eine Schriftstellerin mit Schreibblockade. Wunderbar, ich liebe Klischees.<\/p>\n<p>Das tue ich. Wirklich. Schon immer.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an eine Unterrichtsstunde in der Grundschule. Deutsch. Der Lehrer brachte uns verschiedene Stilrichtungen bei und ein paar Konzepte, unter anderem auch das Konzept des Klischees. Ich sp\u00fcre bis heute die Entr\u00fcstung, dass er so etwas wundervolles mit einem so negativ klingenden Wort belegt. Klischee.<\/p>\n<p>Klischees\u2026das sind kaffeemahlende Omas, die in der Nachmittagssonne mit ihrer quietschenden Handm\u00fchle auf dem B\u00e4nkchen vor ihrem Haus sitzen. Klischees, das sind nickelbrillentragende Gesch\u00e4ftsleute, klein, blass, immer etwas hektisch und unsicher wirkend, zu denen man sich hinunterbeugen und ihnen einen Kuss auf die Halbglatze dr\u00fccken m\u00f6chte. Einfach, weil sie so schrecklich s\u00fc\u00df und nerv\u00f6s sind. Klischee, das ist Jesus mit halblangen Haaren, Lachf\u00e4ltchen um die Augen und Sandalen an den F\u00fc\u00dfen. Und Klischees sind dreitageb\u00e4rtige Schriftsteller mit Schreibblockade, die im Halbdunkel rauchend hinter einer Schreibmaschine sitzen, das Whiskeyglas neben sich. Wie ich. Gut, nun rauche ich nicht und die Liebe zum Whiskey hat sich bei mir auch nie entwickelt, ich schreibe nicht auf einer altmodischen Schreibmaschine und au\u00dferdem lacht mir die Sonne ins unbebartete Gesicht. Aber ansonsten entspreche ich genau dem Klischee.<\/p>\n<p>Ich mag Klischees. Das bringt mich zwar bei meinem Schreibproblem nicht weiter, sorgt aber f\u00fcr ein deutlich besseres Gef\u00fchl beim Starren. Ich schiele zur Uhr. Die Schreibzeit f\u00fcr heute ist fast rum. Gott sei Dank.<\/p>\n<p>Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Kontingent des Starrens und Wartens, das man offensichtlich erf\u00fcllen muss, bald voll ist und mir zu den vielen Ideen, die als Stichpunkte in meinem Notizbuch stehen, endlich ein Text einf\u00e4llt. Sonst wird es n\u00e4mlich eng mit dem Adventskalender dieses Jahr.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schreibblockade, die &#8222;Eine&nbsp;Schreibblockade, auch Schreibstau genannt, ist ein psychisches Ph\u00e4nomen, bei dessen Auftreten die Autoren dauerhaft oder vor\u00fcbergehend nicht in der Lage sind zu schreiben. Sie kann als Spezialfall der Kreativit\u00e4tsblockade gesehen werden.&#8220;(Quelle: Wikipedia) Seit zwei Stunden starre ich aufs wei\u00dfe Blatt. Bzw. auf blinkenden Cursor vor wei\u00dfem Hintergrund. &#8222;Das Starren geh\u00f6rt zum Schreibprozess.&#8220;, habe ich irgendwo mal gelesen.&nbsp;&#8222;\u00dcbergehen Sie diesen wichtigen Schritt bei der Entwicklung Ihrer Schreibf\u00e4higkeit nicht, halten Sie es aus. Man kann nicht direkt mit dem Schreiben anfangen weil\u2026&#8220;, die Begr\u00fcndung hab ich vergessen. Aber in mir steigt ein hysterisches Kichern hoch. Ich, eine Schriftstellerin, schon witzig die Vorstellung. Mein Lebenstraum. Und offensichtlich eine Schriftstellerin mit Schreibblockade. Wunderbar, ich liebe Klischees. Das tue ich. Wirklich. Schon immer. Ich erinnere mich an eine Unterrichtsstunde in der Grundschule. Deutsch. Der Lehrer brachte uns verschiedene Stilrichtungen bei und ein paar Konzepte, unter anderem auch das Konzept des Klischees. Ich sp\u00fcre bis heute die Entr\u00fcstung, dass er so etwas wundervolles mit einem so negativ klingenden Wort belegt. Klischee. Klischees\u2026das sind kaffeemahlende Omas, die in der Nachmittagssonne mit ihrer quietschenden Handm\u00fchle auf dem B\u00e4nkchen vor ihrem Haus sitzen. Klischees, das sind nickelbrillentragende Gesch\u00e4ftsleute, klein, blass, immer etwas hektisch und unsicher wirkend, zu denen man sich hinunterbeugen und ihnen einen Kuss auf die Halbglatze dr\u00fccken m\u00f6chte. Einfach, weil sie so schrecklich s\u00fc\u00df und nerv\u00f6s sind. 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Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Kontingent des Starrens und Wartens, das man offensichtlich erf\u00fcllen muss, bald voll ist und mir zu den vielen Ideen, die als Stichpunkte in meinem Notizbuch stehen, endlich ein Text einf\u00e4llt. 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