{"id":179,"date":"2019-01-22T06:29:40","date_gmt":"2019-01-22T06:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=179"},"modified":"2020-02-21T19:44:24","modified_gmt":"2020-02-21T19:44:24","slug":"dreambox","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=179","title":{"rendered":"Dreambox"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>age mir, was hast Du vor mit Deinem einen, wilden, kostbaren Leben?<br>(Mary Oliver)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieses Zitat h\u00e4ngt bei meiner Freundin Christina auf dem Klo. Und zwar direkt auf Augenh\u00f6he, wenn man sitzt. Daher ist es ein Spruch, mit dem ich mehrmals pro Besuch konfrontiert bin, vor allem dann, wenn wir viel Tee trinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sage mir, was hast Du vor mit Deinem einen, wilden, kostbaren Leben?<br>Die Buchstaben scheinen von innen heraus zu leuchten. So als w\u00fcrden sie sicherstellen wollen, dass ich sie auch wirklich wahrnehme.<\/p>\n\n\n\n<p>Was habe ich vor?<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mama hatte eine Dreambox. Diese Idee hatte sie aus einer Zeitschrift und ich erinnere mich noch an den Tag, als Mama in die K\u00fcche kam, eine leere Pralinenschachtel nahm, einen der Aufkleber beschriftete, die sie sonst auf Gefriergut klebte und ihn mittig auf der Schachtel platzierte. Ich erinnere mich an das Leuchten in ihren Augen, das ich bis dahin nur selten gesehen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Das ist meine Dreambox.&#8220;<\/em>, erkl\u00e4rte sie meiner Schwester und mir.&nbsp;<em>&#8222;Hier sammle ich Geld f\u00fcr meine Tr\u00e4ume.&#8220;<\/em>&nbsp;Wir wollten gleich auch mitmachen, aber entgegen ihrer sonstigen Art lehnte Mama strikt ab.&nbsp;<em>&#8222;Das ist meine Dreambox, nicht eure. Ich liebe euch, aber das hier, das mache ich f\u00fcr mich. Wenn ihr eine solche Box haben wollt, dann m\u00fcsst ihr euch eine eigene machen. Ihr habt Taschengeld, ihr k\u00f6nnt selbst bestimmen, ob ihr das ausgebt oder spart. So mache ich es auch.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dann wanderte die Dreambox in den Sekret\u00e4r und war damit au\u00dferhalb unserer neugierigen Reichweite. Mama hat gesammelt und gespart. Und ein paar Kleinigkeiten hat sie sich auch erf\u00fcllt. Mal eine Handtasche oder einen Schal. Aber die wirklich gro\u00dfen Dinge, wie eine Fahrt mit den Hurtigruten oder einen Kaffee auf dem Eifelturm, das hat sie nie gemacht. Ihr Tod kam zu fr\u00fch und hat diese Tr\u00e4ume mit sich gerissen.<br>Ihre Dreambox aus dem Sekret\u00e4r zu nehmen und das Geld zu erben war eine der h\u00e4rtesten Lektionen meines bisherigen Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand von uns hat ewig Zeit, zumindest nicht auf dieser Seite der Lebens.<br>Unabh\u00e4ngig von der Anzahl der Jahre leben die meisten von uns in Umst\u00e4nden, die es uns erm\u00f6glichen manche Tr\u00e4ume wahr werden zu lassen. Das ist ein Privileg. Dennoch lassen wir oft Zeit verstreichen und verpassen wilde, wunderbare M\u00f6glichkeiten. Zumindest ist es bei mir so. Meistens ist es Jesus oder es sind Freunde (oder die Kombi \ud83d\ude42 ), die so lange an mir ziehen und schieben, bis ich mich traue ein paar Dinge anzupacken. Zum Beispiel diesen Blog.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr 2019 habe ich mir nun vorgenommen aktiv aus der Komfortzone heraus zu treten. Um mich nicht zu \u00fcberfordern (denn ich bin ein sehr \u00e4ngstlicher und sicherheitsbed\u00fcrftiger Mensch) habe ich den ersten Vorsatz, jeden Monat eine kleine Idee zu verwirklichen, eingekocht zu: einmal im Quartal. Also vier glitzernde Tr\u00e4ume zur Realit\u00e4t werden zu lassen. Dass hier sind sie f\u00fcr 2019:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>in das kleine Flugzeug eines Freundes steigen und die Welt von oben sehen (dabei m\u00f6glichst nicht sterben, nicht spucken und wenig schreien)<\/li><li>mit dem Rucksack f\u00fcr ein paar Tage auf der schw\u00e4bischen Alb wandern gehen, ohne vorher ein Gasthaus zu buchen<\/li><li>eine Nacht in einem Baumzelt schlafen, dem Rauschen der B\u00e4ume zuh\u00f6ren und durch das Moskitonetz hindurch Sterne z\u00e4hlen<\/li><li>nach Paris fahren und dort einen Kaffee auf dem Eifelturm trinken<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sage mir, was hast Du vor mit Deinem einen, wilden, kostbaren Leben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>age mir, was hast Du vor mit Deinem einen, wilden, kostbaren Leben?(Mary Oliver) Dieses Zitat h\u00e4ngt bei meiner Freundin Christina auf dem Klo. Und zwar direkt auf Augenh\u00f6he, wenn man sitzt. 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Ich erinnere mich an das Leuchten in ihren Augen, das ich bis dahin nur selten gesehen hatte. &#8222;Das ist meine Dreambox.&#8220;, erkl\u00e4rte sie meiner Schwester und mir.&nbsp;&#8222;Hier sammle ich Geld f\u00fcr meine Tr\u00e4ume.&#8220;&nbsp;Wir wollten gleich auch mitmachen, aber entgegen ihrer sonstigen Art lehnte Mama strikt ab.&nbsp;&#8222;Das ist meine Dreambox, nicht eure. Ich liebe euch, aber das hier, das mache ich f\u00fcr mich. Wenn ihr eine solche Box haben wollt, dann m\u00fcsst ihr euch eine eigene machen. Ihr habt Taschengeld, ihr k\u00f6nnt selbst bestimmen, ob ihr das ausgebt oder spart. So mache ich es auch.&#8220; Dann wanderte die Dreambox in den Sekret\u00e4r und war damit au\u00dferhalb unserer neugierigen Reichweite. Mama hat gesammelt und gespart. Und ein paar Kleinigkeiten hat sie sich auch erf\u00fcllt. Mal eine Handtasche oder einen Schal. 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