{"id":153,"date":"2019-04-30T07:18:00","date_gmt":"2019-04-30T07:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=153"},"modified":"2020-02-21T20:01:11","modified_gmt":"2020-02-21T20:01:11","slug":"hauptsache-der-fokus-stimmt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=153","title":{"rendered":"Hauptsache der Fokus stimmt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist, als w\u00fcrde man eine Parallelwelt betreten. Ein Zimmer, in dem alles ged\u00e4mpfter ist. Sogar der Sekundenzeiger der gro\u00dfen Uhr an der Wand braucht l\u00e4nger, bis er wandert. Vielleicht ist aber auch einfach nur die Batterie leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Es herrscht eine trockene Luft, hier im leeren Konferenzraum. Irgendwie abgestanden, obwohl gerade gel\u00fcftet wurde. Die eben noch frische Fr\u00fchlingsbrise hat praktisch schon Raumtemperatur und tut so, als sei sie nie drau\u00dfen gewesen. Aus der angrenzenden K\u00fcche meldet sich das asthmatische Keuchen des Kaffeeautomats. Normalerweise funktioniert er nicht, bzw. hat irgendwelche Bed\u00fcrfnisse, die kein Mensch ohne Maschinenbaustudium befriedigen kann. Doch heute l\u00e4sst er sich das zickige Ger\u00e4t eine Tasse abringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Studienbegleiterin kommt in den Konferenzraum und hat den erbeuteten Kaffee schwesterlich auf zwei Tassen verteilt. Wir nehmen \u00fcber Eck Platz, damit wir beide in ihren Laptop schauen k\u00f6nnen, auf dem sich der Plan f\u00fcr mein Studium befindet. Meine Studienfortschritte sind wie der Kaffee &#8211; mengenm\u00e4\u00dfig \u00fcbersichtlich aber die Qualit\u00e4t ist okay. Die n\u00e4chsten Schritte sind schnell festgelegt. Wenn man f\u00fcr ein Vollzeitstudium nur einen Tag in der Woche aufbringt, darf man keine Wunder erwarten. Meine Studienbegleiterin wei\u00df das, und zu mir dringt dieser Fakt nach mehreren Jahren nun auch langsam durch.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Gespr\u00e4ch ist eine Stunde eingeplant, die wir bei Weitem nicht brauchen. Und wie ich still gehofft hatte, nutzen wir die \u00fcbrige Zeit um zu reden. Diese Frau tut mir gut. Ich mag ihre Zielstrebigkeit, ihre Offenheit, Verletzlichkeit und ihre St\u00e4rke. Ich mag es hier, in diesem trockenen und warmen Konferenzraum zu sitzen und mich einer \u00e4lteren Frau anzuvertrauen.&nbsp;<strong>Sie nimmt mich ernst, gibt mir Raum, denkt und betet mit mir.<\/strong><br>Aber ich wei\u00df auch, dass meine N\u00f6te nicht mit ihr nach Hause gehen. Das entspannt mich. Meine Sorgen, meine \u00c4ngste und Gedanken geh\u00f6ren zu mir. Ich kann sie hier teilen, aber ich muss nicht darauf achten, dass sie f\u00fcr diese Frau eine Belastung werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Studienbegleiterin tut das, was sie am besten kann:&nbsp;<strong>Sie lenkt den Blick auf Jesus.<\/strong>&nbsp;Meinen und ihren. Sie \u00fcbernimmt das Beten. Sie f\u00fcgt in meine Alltagsberechnungen den Faktor Gott hinzu, wenn ich bei aller Planung und Engagement vergessen habe, dass ich dieses Leben nicht alleine lebe(n muss). Nicht mal im Studium.<br>Ich bin so dankbar f\u00fcr diese Frau. Und f\u00fcr alle anderen Menschen, die mich immer wieder daran erinnern,&nbsp;<strong>dass Jesus kein Add-On an meinen Alltag, sondern die Basis und das Zentrum ist.<\/strong>&nbsp;Dass er in jedem Moment bei mir ist und dieses Leben mit mir teilt. Dass es nicht um Ergebnisse, sondern um Beziehung geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind alles Dinge die ich wei\u00df, die mir aber nicht immer bewusst sind. Es sind Dinge, die ich immer wieder h\u00f6ren muss und h\u00f6ren will. Und die ich anderen Menschen weiter geben m\u00f6chte. In Situationen, wenn ich mal zuh\u00f6ren darf. Wenn ich den Raum f\u00fcr Gebet anbieten darf. Wenn ich den Blick von mir und von meinem Gegen\u00fcber zurecht r\u00fccke und uns daran erinnere, dass alles gar nicht so kompliziert ist, wie es sich oft darstellt.&nbsp;<strong>Am Ende geht es nicht um Leistung oder Ergebnisse. Nicht um Effizienz. Es geht um Beziehung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich nach einer Stunde den Konferenzraum verlasse und in die Wirklichkeit mit ihrer frischen Luft, den Klingeln von Telefonen aus den B\u00fcros, den wuselnden Studenten auf den G\u00e4ngen und dem funktionierenden Kaffeeautomaten in der Lobby zur\u00fcck komme, f\u00fchle ich mich leichter und bekomme mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ich freue mich auf und an meinem Alltag, der mir bis vor einer Stunde noch \u00fcberladen und grau vorkam.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie hat ein Dozent mal so sch\u00f6n gesagt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Die Hauptsache ist, dass das, was die Hauptsache ist, auch die Hauptsache bleibt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Eigentlich war das auf die Auslegung von Bibeltexten bezogen. Aber ich finde, es eignet sich auch gut als Alltagsmotto, wenn mal wieder zu viele Dinge gleichzeitig nach unserer Aufmerksamkeit schreien. Am Ende geht es um Beziehung zu Jesus, ihn besser kennen und vertrauen zu lernen. Das ist die Hauptsache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist, als w\u00fcrde man eine Parallelwelt betreten. Ein Zimmer, in dem alles ged\u00e4mpfter ist. Sogar der Sekundenzeiger der gro\u00dfen Uhr an der Wand braucht l\u00e4nger, bis er wandert. Vielleicht ist aber auch einfach nur die Batterie leer. Es herrscht eine trockene Luft, hier im leeren Konferenzraum. Irgendwie abgestanden, obwohl gerade gel\u00fcftet wurde. Die eben noch frische Fr\u00fchlingsbrise hat praktisch schon Raumtemperatur und tut so, als sei sie nie drau\u00dfen gewesen. Aus der angrenzenden K\u00fcche meldet sich das asthmatische Keuchen des Kaffeeautomats. Normalerweise funktioniert er nicht, bzw. hat irgendwelche Bed\u00fcrfnisse, die kein Mensch ohne Maschinenbaustudium befriedigen kann. Doch heute l\u00e4sst er sich das zickige Ger\u00e4t eine Tasse abringen. Meine Studienbegleiterin kommt in den Konferenzraum und hat den erbeuteten Kaffee schwesterlich auf zwei Tassen verteilt. Wir nehmen \u00fcber Eck Platz, damit wir beide in ihren Laptop schauen k\u00f6nnen, auf dem sich der Plan f\u00fcr mein Studium befindet. Meine Studienfortschritte sind wie der Kaffee &#8211; mengenm\u00e4\u00dfig \u00fcbersichtlich aber die Qualit\u00e4t ist okay. Die n\u00e4chsten Schritte sind schnell festgelegt. Wenn man f\u00fcr ein Vollzeitstudium nur einen Tag in der Woche aufbringt, darf man keine Wunder erwarten. Meine Studienbegleiterin wei\u00df das, und zu mir dringt dieser Fakt nach mehreren Jahren nun auch langsam durch. F\u00fcr das Gespr\u00e4ch ist eine Stunde eingeplant, die wir bei Weitem nicht brauchen. Und wie ich still gehofft hatte, nutzen wir die \u00fcbrige Zeit um zu reden. Diese Frau tut mir gut. Ich mag ihre Zielstrebigkeit, ihre Offenheit, Verletzlichkeit und ihre St\u00e4rke. Ich mag es hier, in diesem trockenen und warmen Konferenzraum zu sitzen und mich einer \u00e4lteren Frau anzuvertrauen.&nbsp;Sie nimmt mich ernst, gibt mir Raum, denkt und betet mit mir.Aber ich wei\u00df auch, dass meine N\u00f6te nicht mit ihr nach Hause gehen. Das entspannt mich. Meine Sorgen, meine \u00c4ngste und Gedanken geh\u00f6ren zu mir. Ich kann sie hier teilen, aber ich muss nicht darauf achten, dass sie f\u00fcr diese Frau eine Belastung werden. Meine Studienbegleiterin tut das, was sie am besten kann:&nbsp;Sie lenkt den Blick auf Jesus.&nbsp;Meinen und ihren. Sie \u00fcbernimmt das Beten. Sie f\u00fcgt in meine Alltagsberechnungen den Faktor Gott hinzu, wenn ich bei aller Planung und Engagement vergessen habe, dass ich dieses Leben nicht alleine lebe(n muss). Nicht mal im Studium.Ich bin so dankbar f\u00fcr diese Frau. Und f\u00fcr alle anderen Menschen, die mich immer wieder daran erinnern,&nbsp;dass Jesus kein Add-On an meinen Alltag, sondern die Basis und das Zentrum ist.&nbsp;Dass er in jedem Moment bei mir ist und dieses Leben mit mir teilt. Dass es nicht um Ergebnisse, sondern um Beziehung geht. Das sind alles Dinge die ich wei\u00df, die mir aber nicht immer bewusst sind. Es sind Dinge, die ich immer wieder h\u00f6ren muss und h\u00f6ren will. Und die ich anderen Menschen weiter geben m\u00f6chte. In Situationen, wenn ich mal zuh\u00f6ren darf. Wenn ich den Raum f\u00fcr Gebet anbieten darf. Wenn ich den Blick von mir und von meinem Gegen\u00fcber zurecht r\u00fccke und uns daran erinnere, dass alles gar nicht so kompliziert ist, wie es sich oft darstellt.&nbsp;Am Ende geht es nicht um Leistung oder Ergebnisse. Nicht um Effizienz. Es geht um Beziehung. Als ich nach einer Stunde den Konferenzraum verlasse und in die Wirklichkeit mit ihrer frischen Luft, den Klingeln von Telefonen aus den B\u00fcros, den wuselnden Studenten auf den G\u00e4ngen und dem funktionierenden Kaffeeautomaten in der Lobby zur\u00fcck komme, f\u00fchle ich mich leichter und bekomme mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ich freue mich auf und an meinem Alltag, der mir bis vor einer Stunde noch \u00fcberladen und grau vorkam. Wie hat ein Dozent mal so sch\u00f6n gesagt: Die Hauptsache ist, dass das, was die Hauptsache ist, auch die Hauptsache bleibt. Eigentlich war das auf die Auslegung von Bibeltexten bezogen. Aber ich finde, es eignet sich auch gut als Alltagsmotto, wenn mal wieder zu viele Dinge gleichzeitig nach unserer Aufmerksamkeit schreien. Am Ende geht es um Beziehung zu Jesus, ihn besser kennen und vertrauen zu lernen. Das ist die Hauptsache.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":594,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[8,33],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=153"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":595,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153\/revisions\/595"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/594"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}