{"id":136,"date":"2019-06-18T19:23:00","date_gmt":"2019-06-18T19:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=136"},"modified":"2020-02-21T20:07:12","modified_gmt":"2020-02-21T20:07:12","slug":"gedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=136","title":{"rendered":"Gedanken"},"content":{"rendered":"\n<p>Langsam kommt die wilde Fahrt zu ihrem Ende und ich treibe in ruhigeres Gew\u00e4sser.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten beiden Wochen waren voll mit den wunderbarsten Menschen. Lange und tiefe Gespr\u00e4che, zusammen sitzen, essen, lachen, manchmal weinen, noch mehr essen. Gott Lieder zusingen, Spazierg\u00e4nge, Umarmungen, schweigen, zuh\u00f6ren, sich selbst \u00f6ffnen. Es gab lange N\u00e4chte und viel zu fr\u00fche Morgenstunden, Kr\u00e4uter zupfen auf der Wiese, hektisches sich-nach-Zecken-absuchen, Steine aus dem Schuh pulen, an fremden Kocht\u00f6pfen riechen und sich in H\u00e4ngematten fallen lassen. Regentropfen an Fensterscheiben z\u00e4hlen, Seifenblasen jagen und skeptisch das (Un)Wetter am Horizont beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>An Pfingsten kommt unser Gemeindeleben mit der Gemeindefreizeit zu seinem quirligen H\u00f6hepunkt. Alles scheint gleichzeitig zu passieren: die Gebete, die Gemeinschaft, viel Inputs und Lehre, Workshops, Lobpreis, Seelsorge. Und hatte ich das gemeinsame Essen schon erw\u00e4hnt? Doch kaum ist man da, ist es auch schon wieder vorbei und die n\u00e4chsten Treffen, Konferenzen und Meetings warten. Neue alte Freunde treffen, fremde Gottesdienste, die irgendwie doch vertraut sind, weil man die Menschen dort kennen und lieben gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Jahr auf&#8217;s Neue freue ich mich auf die Pfingstzeit und gerate doch schon dezent in Panik, kurz bevor sie losgeht. F\u00fcr eine Introvertierte wie mich, die auch mit ihrer Raufasertapete gut ein paar Tage allein bleiben kann, ist das Pfingstchaos ein bisschen (sehr) unheimlich. Trotzdem w\u00fcrde ich es um nichts in der Welt verpassen wollen. Dazu ist es einfach zu sch\u00f6n. (Kurze Anmerkung und Blick hinter die Kulissen&#8230;direkt nach der Freizeit habe ich fast 1 1\/2 Tage durchgeschlafen. Und das lag nicht daran, dass ich auf der Freizeit die N\u00e4chte durchgemacht h\u00e4tte. \ud83d\ude42 )<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es waren nicht nur einfache Zeiten. Wir waren und sind konfrontiert mit Krankheit, in diesem Jahr sogar mit einem schrecklichen Todesfall. Mit \u00c4ngsten, Gottes Schweigen, Verzweiflung, unbeantworteten Fragen und Hilflosigkeit. Das alles passiert direkt neben dem Gl\u00fcck, den erf\u00fcllten Tr\u00e4umen, den beantworteten Gebeten, den Jubelrufen.&nbsp;<strong>Vielleicht ist dieses direkte Nebeneinander, das sich-nicht-ignorieren-k\u00f6nnen, eines der tiefsten Geheimnisse von Gottes Gemeinde.&nbsp;<\/strong>Es ist eine Zerrei\u00dfprobe f\u00fcr jeden Charakter, sich gleichzeitig mit den Lachenden zu freuen und mit den Trauernden zu weinen. Vor allem dann, wenn man sich instinktiv eine andere Verteilung w\u00fcnschen w\u00fcrde. Das Unverst\u00e4ndliche gemeinsam zu (er)tragen ist schwer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pfingstzeit ist f\u00fcr mich wie&nbsp;<strong>emotionales Wildwasserrafting<\/strong>. Wild, unvorhersehbar, unglaublich kurze Reaktionszeiten, anstrengend, zwischenzeitig wie eine eiskalte Dusche, dann wieder Stolz, Erfolg, Lachen, Ausgelassenheit. Nun endet die kurze aber heftige Fahrt f\u00fcr dieses Jahr. In drei Tagen werde ich mir den Rucksack auf den R\u00fccken schnallen und f\u00fcr ein paar Tage am Rande der Zivilisation herumstreunen. Zur Ruhe kommen. Mit Jesus reden und schweigen. Atmen. Der Sonne zublinzeln und Sterne z\u00e4hlen. Wasserf\u00e4lle suchen. Ohne Achim diesmal, aber Ruth kommt mit. (Alleine bin ich halt doch zu sehr Angsthase. Noch.)<\/p>\n\n\n\n<p>Daher werde ich mich nun in meine&nbsp;<strong>Sommerpause<\/strong>&nbsp;verabschieden. Wir lesen uns wieder am&nbsp;<strong>16.07.<\/strong>, wenn ihr m\u00f6gt. (Das w\u00fcrde mich sehr freuen.) Ich hoffe, dass ich das bald mit dem Blogabo hinbekomme, damit ihr euch die Termine nicht immer merken m\u00fcsst.<\/p>\n\n\n\n<p>Segen f\u00fcr euch und eure Zeit. Genie\u00dft die Sonne und die Abendspazierg\u00e4nge mit Gott, wenn die Tageshitze vor\u00fcber ist. (1.Mose 3,8a)<\/p>\n\n\n\n<p>Eure Tine<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam kommt die wilde Fahrt zu ihrem Ende und ich treibe in ruhigeres Gew\u00e4sser. Die letzten beiden Wochen waren voll mit den wunderbarsten Menschen. Lange und tiefe Gespr\u00e4che, zusammen sitzen, essen, lachen, manchmal weinen, noch mehr essen. Gott Lieder zusingen, Spazierg\u00e4nge, Umarmungen, schweigen, zuh\u00f6ren, sich selbst \u00f6ffnen. Es gab lange N\u00e4chte und viel zu fr\u00fche Morgenstunden, Kr\u00e4uter zupfen auf der Wiese, hektisches sich-nach-Zecken-absuchen, Steine aus dem Schuh pulen, an fremden Kocht\u00f6pfen riechen und sich in H\u00e4ngematten fallen lassen. Regentropfen an Fensterscheiben z\u00e4hlen, Seifenblasen jagen und skeptisch das (Un)Wetter am Horizont beobachten. An Pfingsten kommt unser Gemeindeleben mit der Gemeindefreizeit zu seinem quirligen H\u00f6hepunkt. Alles scheint gleichzeitig zu passieren: die Gebete, die Gemeinschaft, viel Inputs und Lehre, Workshops, Lobpreis, Seelsorge. Und hatte ich das gemeinsame Essen schon erw\u00e4hnt? Doch kaum ist man da, ist es auch schon wieder vorbei und die n\u00e4chsten Treffen, Konferenzen und Meetings warten. Neue alte Freunde treffen, fremde Gottesdienste, die irgendwie doch vertraut sind, weil man die Menschen dort kennen und lieben gelernt hat. Jedes Jahr auf&#8217;s Neue freue ich mich auf die Pfingstzeit und gerate doch schon dezent in Panik, kurz bevor sie losgeht. F\u00fcr eine Introvertierte wie mich, die auch mit ihrer Raufasertapete gut ein paar Tage allein bleiben kann, ist das Pfingstchaos ein bisschen (sehr) unheimlich. Trotzdem w\u00fcrde ich es um nichts in der Welt verpassen wollen. Dazu ist es einfach zu sch\u00f6n. (Kurze Anmerkung und Blick hinter die Kulissen&#8230;direkt nach der Freizeit habe ich fast 1 1\/2 Tage durchgeschlafen. 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