{"id":1335,"date":"2021-10-12T04:55:00","date_gmt":"2021-10-12T02:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1335"},"modified":"2021-10-11T21:56:50","modified_gmt":"2021-10-11T19:56:50","slug":"dieser-kurze-moment","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1335","title":{"rendered":"Dieser kurze Moment"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Tage werden wieder k\u00fcrzer. Und ich finde, sie werden rasend schnell k\u00fcrzer. Wenn ich morgens beobachte, wie die Sonne aufgeht, dann muss ich zu einer Stelle viel weiter rechts in meinem Fensterausschnitt schauen. Immer weiter rutscht der Sonnenaufgang vom Osten hin zum S\u00fcdosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es f\u00e4llt mir gerade sehr schwer morgens aufzustehen. Es ist viel zu kuschelig im und viel zu kalt au\u00dferhalb vom Bett. Im Sommer schlafe ich bei offenem Fenster. Und als die N\u00e4chte anfingen k\u00fchl zu werden, schlief ich sogar noch besser. Auch jetzt ist das Fenster noch offen, doch inzwischen wache ich immer h\u00e4ufiger Nachts auf, weil mir kalt ist. Demn\u00e4chst werde ich das Fenster nur noch kippen k\u00f6nnen. Ich versuche diese Zeit ein wenig hinauszuz\u00f6gern.<\/p>\n\n\n\n<p>Morgens wenn ich wach werde, ist die Welt nun eine ganz andere, als noch vor ein paar Wochen. Drau\u00dfen zwitschern keine V\u00f6gel. Die Sonne schl\u00e4ft. Es ist dunkel und k\u00fchl und still. Nur in meinem Bett ist es kuschelig und warm. Ich liebe diesen Moment. Wenn ich mich zu einer Kugel einrolle, die W\u00e4rme und schwere der Bedecke sp\u00fcre und Geborgenheit atme. Nur noch ein paar Minuten. Nur noch kurz. <\/p>\n\n\n\n<p>Meine Hand wandert aus meiner Deckenburg zum Handy auf dem Nachttisch und startet die App mit der H\u00f6rbibel. Drei bis vier Kapitel werde ich h\u00f6ren, bis die App automatisch schlie\u00dft und ich meinen Tag starte. Jetzt ist meine liebste Zeit. Eingerollt lausche ich der Stimme und lasse die Bilder an mir vorbeiziehen, welche die biblischen Geschichten malen. Manche Geschichten sind unverst\u00e4ndlich und fremd, obwohl ich sie schon so oft geh\u00f6rt habe. Andere begr\u00fc\u00dfe ich wie alte und von Herzen geliebte Freunde. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt ist eine Zeit, in der ich nichts tun muss, in der nichts von mir verlangt wird. Nicht mal ich verlange etwas von mir, nicht einmal wach zu bleiben um jeden Preis. Ein Backupwecker ist gestellt, sollte ich \u00fcber einer Geschichte einschlafen (was in fr\u00f6hlicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit passiert).<\/p>\n\n\n\n<p>Ob ich noch einmal wegd\u00f6se oder wach bleibe &#8211;  in den meisten F\u00e4llen bleibt etwas von der Geschichte h\u00e4ngen. Doch das ist mir im Moment gar nicht das Wichtigste. Was das Sch\u00f6nste ist: ich freue mich auf diese kuschelige, spezielle Zeit mit Jesus. Und das tut unserer Beziehung sehr gut.  (Selbst wenn man beim Kuscheln ab und zu nochmal einschl\u00e4ft.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tage werden wieder k\u00fcrzer. Und ich finde, sie werden rasend schnell k\u00fcrzer. Wenn ich morgens beobachte, wie die Sonne aufgeht, dann muss ich zu einer Stelle viel weiter rechts in meinem Fensterausschnitt schauen. Immer weiter rutscht der Sonnenaufgang vom Osten hin zum S\u00fcdosten. Es f\u00e4llt mir gerade sehr schwer morgens aufzustehen. Es ist viel zu kuschelig im und viel zu kalt au\u00dferhalb vom Bett. Im Sommer schlafe ich bei offenem Fenster. Und als die N\u00e4chte anfingen k\u00fchl zu werden, schlief ich sogar noch besser. Auch jetzt ist das Fenster noch offen, doch inzwischen wache ich immer h\u00e4ufiger Nachts auf, weil mir kalt ist. Demn\u00e4chst werde ich das Fenster nur noch kippen k\u00f6nnen. Ich versuche diese Zeit ein wenig hinauszuz\u00f6gern. Morgens wenn ich wach werde, ist die Welt nun eine ganz andere, als noch vor ein paar Wochen. Drau\u00dfen zwitschern keine V\u00f6gel. Die Sonne schl\u00e4ft. Es ist dunkel und k\u00fchl und still. Nur in meinem Bett ist es kuschelig und warm. Ich liebe diesen Moment. Wenn ich mich zu einer Kugel einrolle, die W\u00e4rme und schwere der Bedecke sp\u00fcre und Geborgenheit atme. Nur noch ein paar Minuten. Nur noch kurz. Meine Hand wandert aus meiner Deckenburg zum Handy auf dem Nachttisch und startet die App mit der H\u00f6rbibel. Drei bis vier Kapitel werde ich h\u00f6ren, bis die App automatisch schlie\u00dft und ich meinen Tag starte. Jetzt ist meine liebste Zeit. Eingerollt lausche ich der Stimme und lasse die Bilder an mir vorbeiziehen, welche die biblischen Geschichten malen. Manche Geschichten sind unverst\u00e4ndlich und fremd, obwohl ich sie schon so oft geh\u00f6rt habe. Andere begr\u00fc\u00dfe ich wie alte und von Herzen geliebte Freunde. Jetzt ist eine Zeit, in der ich nichts tun muss, in der nichts von mir verlangt wird. Nicht mal ich verlange etwas von mir, nicht einmal wach zu bleiben um jeden Preis. Ein Backupwecker ist gestellt, sollte ich \u00fcber einer Geschichte einschlafen (was in fr\u00f6hlicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit passiert). Ob ich noch einmal wegd\u00f6se oder wach bleibe &#8211; in den meisten F\u00e4llen bleibt etwas von der Geschichte h\u00e4ngen. Doch das ist mir im Moment gar nicht das Wichtigste. Was das Sch\u00f6nste ist: ich freue mich auf diese kuschelige, spezielle Zeit mit Jesus. Und das tut unserer Beziehung sehr gut. 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