{"id":1302,"date":"2021-08-24T04:30:00","date_gmt":"2021-08-24T02:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1302"},"modified":"2021-08-24T09:44:22","modified_gmt":"2021-08-24T07:44:22","slug":"angst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1302","title":{"rendered":"Angst"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute Morgen kam sie wieder, die Angst. Es ist ungew\u00f6hnlich, dass sie sich bei Helligkeit an mich heranschleicht. Doch diesmal tut sie es. Nachts war sie nicht zu sp\u00fcren. Da habe ich mich noch, friedlich vor mich hin schmatzend, umgedreht und dem n\u00e4chtlichen Regen gelauscht, bevor ich weiterschlief. Doch jetzt, wo ich dabei bin die F\u00fc\u00dfe aus dem Bett zu schwingen und den Tag anzupacken, greift sie nach mir. Sie erwischt mich unerwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Du schaffst das nicht.&#8220; Die Stimme in meinem Hinterkopf ist kalt und emotionslos. Vielleicht schwingt ein Hauch von Geringsch\u00e4tzung darin. &#8222;Du schaffst das alles nicht.&#8220; Ich lasse mich zur\u00fcck in die Kissen fallen. Versuche ruhig zu atmen. Versuche in Gedanken durchzugehen, was ich heute alles machen m\u00f6chte und machen werde. Weil ich es kann. Weil ich Dinge schaffen kann. Doch die Gedanken wollen sich nicht recht ordnen lassen. Alles fliegt durcheinander. Die kleinen und gro\u00dfen Aufgaben. Die wichtigen und die nebens\u00e4chlichen. &#8222;Ich schaffe das nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich presse meine H\u00e4nde auf die Augen und versuche mich zu konzentrieren. Fantasien von entt\u00e4uschten Gesichtern flimmern \u00fcber die Innenseite meiner Lider: Freunde, Fremde, ich selbst, Jesus. Alle sehen sie mich schweigend und entt\u00e4uscht an. Entt\u00e4uscht, weil ich versagt habe. Weil ich nicht gut genug, nicht engagiert genug, nicht ausdauernd genug war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hole das Bild von Jesus noch einmal zur\u00fcck. Seine Augen sind traurig. Entt\u00e4uscht wendet er sich ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich zwinge mich hinzusehen. Und dann sage ich mir laut und deutlich (naja&#8230;innerlich deutlich&#8230;\u00e4u\u00dferlich genuschelt): L\u00fcge. Ich wei\u00df, dass es eine L\u00fcge ist. So wie ich ihn gerade gesehen haben, so ist Jesus nicht. Auch wenn es in meinem emotionalen Zustand durchaus Sinn ergibt, dass Jesus sich abwenden w\u00fcrde, wei\u00df ich, dass er es niemals tun wird. Er hat es versprochen. Er hat es sogar aufschreiben lassen. Er hat sich festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Er hat gesagt: \u00bbIch will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.\u00ab<\/p><cite>(Hebr. 13,5b)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Gott antwortet: \u00bbKann eine Mutter ihren S\u00e4ugling vergessen? Bringt sie es \u00fcbers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu \u00fcberlassen? Und selbst wenn sie es vergessen w\u00fcrde \u2013 ich vergesse dich niemals! <\/p><cite>(Jes. 49,15)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gott ist nicht entt\u00e4uscht. Es ist eine L\u00fcge die mir meine inneren Stimmen einfl\u00fcstern wollen. Eine L\u00fcge, die ich lange geglaubt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Studienleiter hat darauf bestanden, dass wir bestimmte Bibelverse auswendig lernen. Ich fand das v\u00f6llig \u00fcbertrieben, immerhin bin ich keine f\u00fcnf mehr. Aber nun bin ich froh. Dankbar, dass ich, noch immer die Augen geschlossen, auf wichtige Verse zugreifen kann, die sich zuerst in meinen Kopf und auch nach und nach in mein Herz eingegraben haben.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich \u00fcber dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird \u00fcber dich mit Jauchzen fr\u00f6hlich sein. <\/p><cite>(Zefanja 3,17)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich bin geliebt. Ich bin wertvoll. Ich bin gesegnet. Das alles ist nicht von meiner Leistung abh\u00e4ngig, sondern allein von Gottes Entscheidung. Und er hat sich f\u00fcr mich entschieden. Wer etwas anderes sagt, der l\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauert dennoch einige Zeit, bis ich aufstehen kann. Beten mag heute Morgen auch nicht richtig klappen. Also h\u00e4nge ich mich innerlich an Jesus, schniefe ein wenig und verhalte mich wie ein Kind, das Albtr\u00e4ume hatte. Lasse mich tr\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Versuche lieb zu mir zu sein und langsam zu machen. Heute gibt es mehr Kaffee als sonst. Und eine extra gro\u00dfe Kanne Tee dazu. Heute werde ich nicht sonderlich produktiv sein. Aber das muss ich auch nicht. Heute Morgen hat meine Seele eine Schlacht gegen die Angst geschlagen. Und ich bin ein bisschen stolz, dass sie nach dem Schwert Gottes als Waffe gegriffen hat. Es wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Morgen kam sie wieder, die Angst. Es ist ungew\u00f6hnlich, dass sie sich bei Helligkeit an mich heranschleicht. Doch diesmal tut sie es. Nachts war sie nicht zu sp\u00fcren. Da habe ich mich noch, friedlich vor mich hin schmatzend, umgedreht und dem n\u00e4chtlichen Regen gelauscht, bevor ich weiterschlief. Doch jetzt, wo ich dabei bin die F\u00fc\u00dfe aus dem Bett zu schwingen und den Tag anzupacken, greift sie nach mir. Sie erwischt mich unerwartet. &#8222;Du schaffst das nicht.&#8220; Die Stimme in meinem Hinterkopf ist kalt und emotionslos. Vielleicht schwingt ein Hauch von Geringsch\u00e4tzung darin. &#8222;Du schaffst das alles nicht.&#8220; Ich lasse mich zur\u00fcck in die Kissen fallen. Versuche ruhig zu atmen. Versuche in Gedanken durchzugehen, was ich heute alles machen m\u00f6chte und machen werde. Weil ich es kann. Weil ich Dinge schaffen kann. Doch die Gedanken wollen sich nicht recht ordnen lassen. Alles fliegt durcheinander. Die kleinen und gro\u00dfen Aufgaben. Die wichtigen und die nebens\u00e4chlichen. &#8222;Ich schaffe das nicht.&#8220; Ich presse meine H\u00e4nde auf die Augen und versuche mich zu konzentrieren. Fantasien von entt\u00e4uschten Gesichtern flimmern \u00fcber die Innenseite meiner Lider: Freunde, Fremde, ich selbst, Jesus. Alle sehen sie mich schweigend und entt\u00e4uscht an. Entt\u00e4uscht, weil ich versagt habe. Weil ich nicht gut genug, nicht engagiert genug, nicht ausdauernd genug war. Ich hole das Bild von Jesus noch einmal zur\u00fcck. Seine Augen sind traurig. Entt\u00e4uscht wendet er sich ab. Ich zwinge mich hinzusehen. Und dann sage ich mir laut und deutlich (naja&#8230;innerlich deutlich&#8230;\u00e4u\u00dferlich genuschelt): L\u00fcge. Ich wei\u00df, dass es eine L\u00fcge ist. So wie ich ihn gerade gesehen haben, so ist Jesus nicht. Auch wenn es in meinem emotionalen Zustand durchaus Sinn ergibt, dass Jesus sich abwenden w\u00fcrde, wei\u00df ich, dass er es niemals tun wird. Er hat es versprochen. Er hat es sogar aufschreiben lassen. Er hat sich festgelegt. Er hat gesagt: \u00bbIch will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.\u00ab (Hebr. 13,5b) Gott antwortet: \u00bbKann eine Mutter ihren S\u00e4ugling vergessen? Bringt sie es \u00fcbers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu \u00fcberlassen? Und selbst wenn sie es vergessen w\u00fcrde \u2013 ich vergesse dich niemals! (Jes. 49,15) Gott ist nicht entt\u00e4uscht. Es ist eine L\u00fcge die mir meine inneren Stimmen einfl\u00fcstern wollen. Eine L\u00fcge, die ich lange geglaubt habe. Mein Studienleiter hat darauf bestanden, dass wir bestimmte Bibelverse auswendig lernen. Ich fand das v\u00f6llig \u00fcbertrieben, immerhin bin ich keine f\u00fcnf mehr. Aber nun bin ich froh. Dankbar, dass ich, noch immer die Augen geschlossen, auf wichtige Verse zugreifen kann, die sich zuerst in meinen Kopf und auch nach und nach in mein Herz eingegraben haben. Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich \u00fcber dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird \u00fcber dich mit Jauchzen fr\u00f6hlich sein. (Zefanja 3,17) Ich bin geliebt. Ich bin wertvoll. Ich bin gesegnet. Das alles ist nicht von meiner Leistung abh\u00e4ngig, sondern allein von Gottes Entscheidung. Und er hat sich f\u00fcr mich entschieden. Wer etwas anderes sagt, der l\u00fcgt. Es dauert dennoch einige Zeit, bis ich aufstehen kann. Beten mag heute Morgen auch nicht richtig klappen. Also h\u00e4nge ich mich innerlich an Jesus, schniefe ein wenig und verhalte mich wie ein Kind, das Albtr\u00e4ume hatte. Lasse mich tr\u00f6sten. Versuche lieb zu mir zu sein und langsam zu machen. Heute gibt es mehr Kaffee als sonst. 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