{"id":1289,"date":"2021-08-03T04:45:00","date_gmt":"2021-08-03T02:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1289"},"modified":"2021-08-02T10:50:40","modified_gmt":"2021-08-02T08:50:40","slug":"geborgenheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1289","title":{"rendered":"Geborgenheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Geborgenheit. Das Wort springt mich f\u00f6rmlich an, als ich in dem Buch \u00fcber das Fasten bl\u00e4ttere. Ich sp\u00fcre, wie eine tiefe Sehnsucht in mir nach oben fluten will. Ich dr\u00fccke sie schnell nach unten. Sp\u00e4ter. Ich werde eine ganze Woche lang Zeit haben Dinge nach oben kommen zu lassen. Jetzt muss ich noch einen Text fertig schreiben, Mails beantworten, die Wohnung halbwegs sauber bekommen und nat\u00fcrlich: packen. Es ist unfassbar, was man f\u00fcr eine Woche des Nicht-Essens alles an Gep\u00e4ck dabei haben muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort kam wieder. Und mit ihm das Gef\u00fchl. Ein zweischneidiges Gef\u00fchl f\u00fcr mich. Warum eigentlich? Wer m\u00f6chte sich nicht geborgen und sicher f\u00fchlen?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>So wunderbar ist deine G\u00fcte, gro\u00dfer Gott, dass wir Menschenkinder unter dem Schatten deiner Fl\u00fcgel&nbsp;Geborgenheit&nbsp;finden. <\/p><cite>Psalm 36,8<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Geborgenheit bei Jesus m\u00f6chte ich haben. Nein, ich will sie nicht nur haben, ich will sie auch sp\u00fcren. Also bete ich. Versuche zu beten. Ich wei\u00df nicht was ich erwartet habe in dieser Woche. Vielleicht eine dauerhafte, sp\u00fcrbare Pr\u00e4senz Gottes. Ein Schweben \u00fcber dem Alltag. Aber ich schwebe nicht. Ich schreie auch nicht nach Pizza. Zumindest nicht laut. Stattdessen sp\u00fcre ich einen kurzen liebevollen Impuls, fast wie einen inneren Stupser, der mir gleich am Anfang sagt: <em>&#8222;Mach einfach. K\u00fcmmere dich um dich selbst und um andere. Ich bin dabei.&#8220;<\/em> Also tue ich das.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Mittwoch passiert es dann. Beim Morgensport. Mir war schon den ganzen Morgen \u00fcber kalt. Der Kreislauf mag nicht so richtig in Schwung kommen. Selbst das Kneippbecken haben nicht geholfen. Inzwischen kommt meine \u00dcbelkeit in Wellen. Ich bin w\u00fctend auf meinen K\u00f6rper und entt\u00e4uscht. Ich hab ihn doch so lieb gepflegt die letzten Tage, hab mich zu ihm mit Leberwickeln in&#8217;s Bett gelegt, hab ihm Ruhe geg\u00f6nnt, frische Luft und Bewegung. Habe ihn gew\u00e4ssert und geb\u00fcrstet. Und nun streikt er. Ich schaffe es gerade noch zu einer Bank. Pl\u00f6tzlich sind die Frauen um mich herum. Ich werde hingelegt F\u00fc\u00dfe nach oben und versuche&nbsp; die Nebel vor meinen Augen wegzubekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann sp\u00fcre ich eine warme Hand auf meiner Stirn und die Zeit macht einen Satz. Pl\u00f6tzlich bin ich nicht mehr erwachsen, sondern wieder Kind und die Hand ist die meiner Mama. Sanft, warm, beruhigend, tr\u00f6stend. Eine Hand die sagt &#8222;Alles ist gut. Ich bin da, ich gehe nicht weg.&#8220; Ich sp\u00fcre die Liebe meiner Mama. Und dahinter, gr\u00f6\u00dfer und w\u00e4rmer, die z\u00e4rtliche Liebe Gottes f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Geborgenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gef\u00fchl ist geblieben. Nicht so intensiv wie in dem Moment dort auf der Wiese. Aber es ist immer noch da. Eine verlorene Erinnerung ist zur\u00fcck, kostbar wie ein Juwel. Erst war ich sehr vorsichtig damit, aus Angst mich daran zu verletzen oder es kaputt zu machen. Doch auch jetzt, einige Tage sp\u00e4ter leuchtet diese Erinnerung wie ein warmes Abendlampenlicht durch Herbstfenster. Ein Kopfwissen \u00fcber Gott ist ins Herz gerutscht und darf dort nun Wurzeln schlagen und wachsen. Ich darf diesen Raum in meinem Herzen betreten. Und es kam ein weiteres Wort, ein weiteres Gef\u00fchl dazu: Dankbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke Jesus, dass du uns z\u00e4rtlicher liebst, als sogar eine Mama es k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbelkeit ging \u00fcbrigens auch weg. Dank einer warmen Hand und einem L\u00f6ffel Honig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geborgenheit. Das Wort springt mich f\u00f6rmlich an, als ich in dem Buch \u00fcber das Fasten bl\u00e4ttere. Ich sp\u00fcre, wie eine tiefe Sehnsucht in mir nach oben fluten will. Ich dr\u00fccke sie schnell nach unten. Sp\u00e4ter. Ich werde eine ganze Woche lang Zeit haben Dinge nach oben kommen zu lassen. Jetzt muss ich noch einen Text fertig schreiben, Mails beantworten, die Wohnung halbwegs sauber bekommen und nat\u00fcrlich: packen. Es ist unfassbar, was man f\u00fcr eine Woche des Nicht-Essens alles an Gep\u00e4ck dabei haben muss. Das Wort kam wieder. Und mit ihm das Gef\u00fchl. Ein zweischneidiges Gef\u00fchl f\u00fcr mich. Warum eigentlich? Wer m\u00f6chte sich nicht geborgen und sicher f\u00fchlen? So wunderbar ist deine G\u00fcte, gro\u00dfer Gott, dass wir Menschenkinder unter dem Schatten deiner Fl\u00fcgel&nbsp;Geborgenheit&nbsp;finden. Psalm 36,8 Diese Geborgenheit bei Jesus m\u00f6chte ich haben. Nein, ich will sie nicht nur haben, ich will sie auch sp\u00fcren. Also bete ich. Versuche zu beten. Ich wei\u00df nicht was ich erwartet habe in dieser Woche. Vielleicht eine dauerhafte, sp\u00fcrbare Pr\u00e4senz Gottes. Ein Schweben \u00fcber dem Alltag. Aber ich schwebe nicht. Ich schreie auch nicht nach Pizza. Zumindest nicht laut. Stattdessen sp\u00fcre ich einen kurzen liebevollen Impuls, fast wie einen inneren Stupser, der mir gleich am Anfang sagt: &#8222;Mach einfach. K\u00fcmmere dich um dich selbst und um andere. Ich bin dabei.&#8220; Also tue ich das. Am Mittwoch passiert es dann. Beim Morgensport. Mir war schon den ganzen Morgen \u00fcber kalt. Der Kreislauf mag nicht so richtig in Schwung kommen. Selbst das Kneippbecken haben nicht geholfen. Inzwischen kommt meine \u00dcbelkeit in Wellen. Ich bin w\u00fctend auf meinen K\u00f6rper und entt\u00e4uscht. Ich hab ihn doch so lieb gepflegt die letzten Tage, hab mich zu ihm mit Leberwickeln in&#8217;s Bett gelegt, hab ihm Ruhe geg\u00f6nnt, frische Luft und Bewegung. Habe ihn gew\u00e4ssert und geb\u00fcrstet. Und nun streikt er. Ich schaffe es gerade noch zu einer Bank. Pl\u00f6tzlich sind die Frauen um mich herum. Ich werde hingelegt F\u00fc\u00dfe nach oben und versuche&nbsp; die Nebel vor meinen Augen wegzubekommen. Und dann sp\u00fcre ich eine warme Hand auf meiner Stirn und die Zeit macht einen Satz. Pl\u00f6tzlich bin ich nicht mehr erwachsen, sondern wieder Kind und die Hand ist die meiner Mama. Sanft, warm, beruhigend, tr\u00f6stend. Eine Hand die sagt &#8222;Alles ist gut. Ich bin da, ich gehe nicht weg.&#8220; Ich sp\u00fcre die Liebe meiner Mama. Und dahinter, gr\u00f6\u00dfer und w\u00e4rmer, die z\u00e4rtliche Liebe Gottes f\u00fcr mich. Geborgenheit. Das Gef\u00fchl ist geblieben. Nicht so intensiv wie in dem Moment dort auf der Wiese. Aber es ist immer noch da. Eine verlorene Erinnerung ist zur\u00fcck, kostbar wie ein Juwel. Erst war ich sehr vorsichtig damit, aus Angst mich daran zu verletzen oder es kaputt zu machen. Doch auch jetzt, einige Tage sp\u00e4ter leuchtet diese Erinnerung wie ein warmes Abendlampenlicht durch Herbstfenster. Ein Kopfwissen \u00fcber Gott ist ins Herz gerutscht und darf dort nun Wurzeln schlagen und wachsen. Ich darf diesen Raum in meinem Herzen betreten. Und es kam ein weiteres Wort, ein weiteres Gef\u00fchl dazu: Dankbarkeit. Danke Jesus, dass du uns z\u00e4rtlicher liebst, als sogar eine Mama es k\u00f6nnte. Die \u00dcbelkeit ging \u00fcbrigens auch weg. Dank einer warmen Hand und einem L\u00f6ffel Honig.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1291,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1289"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1294,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289\/revisions\/1294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1291"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nurheute.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}