{"id":1247,"date":"2021-05-25T05:36:00","date_gmt":"2021-05-25T03:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1247"},"modified":"2021-05-24T19:38:53","modified_gmt":"2021-05-24T17:38:53","slug":"zwischen-jammern-und-dankbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=1247","title":{"rendered":"Zwischen Jammern und Dankbarkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Immer wieder erwische ich mich beim Jammern. Das ist generell eine Schwachstelle bei mir. Ich f\u00fchle mich schnell \u00fcbersehen und\/oder benachteiligt. Inzwischen bin ich aber lange genug mit Jesus und mit freundlichen ermahnenden Menschen unterwegs, dass mir wenigstens bewusst wird, wenn ich wieder in den Jammermodus verfalle.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiner Erfahrung nach bringt es wenig, mir das Jammern zu verbieten. Es einfach zur Seite zu schieben sorgt nur daf\u00fcr, dass sich etwas in mir staut: Emotionen der unsch\u00f6nen Art. Und die brechen hervor, sobald ich nicht mehr die Kraft habe, den Deckel oben drauf zu halten. Das passiert dann meist in den ung\u00fcnstigsten Situationen: Am Abend beim \u00c4ltestentreffen meiner Gemeinde, wenn ich nach einem langen Tag ersch\u00f6pft bin. Bei einem l\u00e4ngeren Ausflug mit vielen Menschen. Beim Einkaufen, wenn ich in der Obstabteilung den dritten versehentlichen Schubser abbekommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Reaktionen sind selten laut, das entspricht nicht meinem Wesen. Aber ich kann fies werden, vor allem mit Worten. Inzwischen kann ich diese Worte in meinem Mund behalten. Aber sie sind trotzdem da. Messerscharf und nur formuliert, um zu verletzen. Das ist besch\u00e4mend und mein einziger Trost ist, dass sie mir wirklich nur noch selten \u00fcber die Lippen kommen. Dennoch zeigen sie mir, wie es in mir aussieht. Dass Jesus und meine Lieben mich trotzdem m\u00f6gen, macht mich unendlich dankbar. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem will ich nicht so bleiben. Ich m\u00f6chte, dass ich b\u00f6se Sachen gar nicht mehr in mir drin formuliere. Und ein erster Schritt ist da, mein Jammern als Indikator zu sehen, dass etwas in mir nicht stimmt. Dann muss ich mir Zeit nehmen, um rauszufinden, was das ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft sind es Sehns\u00fcchte. Sehns\u00fcchte nach etwas, das ich nicht habe, aber gerne h\u00e4tte&#8230;aber oftmals gar nicht wirklich brauche&#8230; Sondern einfach nur unglaublich gerne h\u00e4tte. Einen Garten zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Therapieansatz f\u00fcr so eine Jammerquelle: danken f\u00fcr das, was ich habe.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Danke f\u00fcr meine gro\u00dfe Wohnung, in der ich sicher wohnen kann.<\/li><li>Danke f\u00fcr die Harmonie mit den Menschen um mich herum.<\/li><li>Danke f\u00fcr die wundersch\u00f6ne Natur, den Wald und die Weinberge.<\/li><li>Danke, dass ich jederzeit den Garten von Freunden mit nutzen darf.<\/li><li>Danke, dass ich einen Balkon habe.<\/li><li>Danke, dass ich Zimmerpflanzen habe, die bereits seit \u00fcber einem Jahr bei mir <strong>leben<\/strong> &#8211; und sogar wachsen!<\/li><li>Danke f\u00fcr den Fr\u00fchling, die V\u00f6gel, den Geruch nach Blumen und frisch gem\u00e4htem Gras.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Einen Garten h\u00e4tte ich immer noch gerne. Aber mein inneres Jammern hat aufgeh\u00f6rt (vorerst&#8230;es kommt wieder, da bin ich ganz sicher). Den restlichen Wunsch lege ich Gott hin. Und suche immer mal wieder im Internet, ob sich ein Garten findet. Aber mein Gl\u00fcck h\u00e4ngt nicht davon ab. Ich bin reich beschenkt. Und ich bete, dass ich das niemals vergesse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder erwische ich mich beim Jammern. Das ist generell eine Schwachstelle bei mir. Ich f\u00fchle mich schnell \u00fcbersehen und\/oder benachteiligt. 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