{"id":116,"date":"2019-08-13T07:30:00","date_gmt":"2019-08-13T07:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laufforum24.de\/?p=116"},"modified":"2020-02-21T00:31:46","modified_gmt":"2020-02-21T00:31:46","slug":"mein-geheimer-garten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nurheute.net\/?p=116","title":{"rendered":"Mein Geheimer Garten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Neulich traf ich mich mit ein paar Freundinnen. Wir versuchen seit einigen Monaten durch das Arbeitsheft von&nbsp;<em>&#8222;Tochter Gottes erhebe dich&#8220; von Inka Hammond<\/em>&nbsp;zu kommen. So richtig weit sind wir noch nicht, aber wir genie\u00dfen die Abende, die wir gemeinsam verbringen k\u00f6nnen. Im Kapitel, das f\u00fcr diesen Abend geplant war, ging es um Herzensg\u00e4rten. Das meint einen Platz im inneren des Menschen, an den man sich zur\u00fcck ziehen kann; zur Ruhe kommen; Jesus begegnen. Ein Ort, wo man nichts leisten muss, sondern einfach sein darf. Dieser Herzensgarten sieht f\u00fcr jeden Menschen anders aus. Und die Frage war: wenn man ihn sich vorstellt und frei gestalten darf, wie w\u00fcrde er dann f\u00fcr einen selbst aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es war spannend zu h\u00f6ren, was f\u00fcr Tr\u00e4ume die anderen M\u00e4dels von einem Garten haben: verwunschen hinter alten Mauern mit geheimen Verstecken; park\u00e4hnlich mit gro\u00dfen weiten Fl\u00e4chen voller Wiesen und B\u00e4umen; mit kleinem See oder einem Bach; verspielt und k\u00fcnstlerisch wie in der barocken Epoche; oder eine fr\u00f6hliche Mischung aus allem.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere G\u00e4rten waren tats\u00e4chlich so unterschiedlich wie unsere Pers\u00f6nlichkeiten. Und es machte Spa\u00df mit dem Gedanken zu spielen, G\u00e4rtnerin zu sein. Vor allem ich verlor mich sofort in Bildern und wilden Phantasien. Nat\u00fcrlich w\u00e4re mein Garten wundervoll &#8211; selbst die verwilderten Teile w\u00fcrden Romantik ausstrahlen und nicht etwa Vernachl\u00e4ssigung; die Mauern von Blumen \u00fcberwuchert mit einem gusseisernen Tor, das direkt an einen Strand f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die einzige, die zur\u00fcckhaltender mit dem Thema umging, war Manu. Auffallender Weise, die einzige Real-Gartenbesitzerin in unserer Runde. Ihr zaghafter Einwurf war, dass ein Garen echt viel Arbeit ist und auch mit leidenschaftlichem Aufwand nicht zwingend so aussieht, wie man ihn sich w\u00fcnscht.&nbsp;<em>&#8222;Ich habe eine Vorstellung davon, wie er sein k\u00f6nnte. Aber seit Jahren spiegelt er mir stur mein Versagen. Ich finde am Gartenbild so gar nichts entspannendes. Der wird einfach nicht so, wie ich ihn mir w\u00fcnsche. Aber hey&#8230;&#8220;<\/em>, sie muss auf ihre wunderbare Manuart grinsen,&nbsp;<em>&#8222;&#8230;wie findet ihr eigentlich meine Distelzucht neben dem Gartent\u00fcrchen?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich muss gestehen, seit diesem Abend bastle ich in meinem Kopf an meinem Herzensgarten. Und Manus Einwurf wird mir immer pr\u00e4senter. So wie ihr realer Garten will auch mein Herzensgarten will nicht so, wie ich ihn gerne h\u00e4tte. Er ist nicht pl\u00f6tzlich da, nur weil ich das so beschlossen habe. Auch ein innerer Ort will angelegt und gepflegt werden. Dinge m\u00fcssen wachsen. Das braucht Zeit. Manche Dinge, wie negative Gedanken, die ich so lange heimlich kultiviert habe, nehmen Dingen, die ich gerne \u00fcber mich und andere denken w\u00fcrden, Platz und Licht. Sie m\u00fcssen gehen, gej\u00e4tet werden. Offensichtlich gibt es auch im Herzensgarten Disteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich mag diesen Gedanken eines geheimen Ortes. Ich mag es, mir auszumalen, wie ich dort sitze, gemeinsam mit Gott und einfach schweigen kann. Wie wir durch das Tor auf das Meer sehen und manchmal einen Strandspaziergang machen. Ich mag die Vorstellung, dass das alles in mir ist und ich mehr und mehr Zugang zu diesem Ort haben darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es eine Inschrift \u00fcber dem Eingang geben m\u00fcsste, dann w\u00e4re es, glaube ich, Psalm 91.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Wer unter dem Schutz des h\u00f6chsten Gottes lebt, darf ruhen bei ihm, der alle Macht hat. Er sagt zum Herrn: \u00bbDu bist meine Zuflucht, bei dir bin ich sicher wie in einer Burg. Mein Gott, ich vertraue dir!\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens \u00fcbersetzt eine englische Version &#8222;den Schutz des h\u00f6chsten Gottes&#8220; als Secret Place. Und das klingt doch schon sehr nach dem geheimen Garten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich traf ich mich mit ein paar Freundinnen. Wir versuchen seit einigen Monaten durch das Arbeitsheft von&nbsp;&#8222;Tochter Gottes erhebe dich&#8220; von Inka Hammond&nbsp;zu kommen. So richtig weit sind wir noch nicht, aber wir genie\u00dfen die Abende, die wir gemeinsam verbringen k\u00f6nnen. Im Kapitel, das f\u00fcr diesen Abend geplant war, ging es um Herzensg\u00e4rten. Das meint einen Platz im inneren des Menschen, an den man sich zur\u00fcck ziehen kann; zur Ruhe kommen; Jesus begegnen. Ein Ort, wo man nichts leisten muss, sondern einfach sein darf. Dieser Herzensgarten sieht f\u00fcr jeden Menschen anders aus. Und die Frage war: wenn man ihn sich vorstellt und frei gestalten darf, wie w\u00fcrde er dann f\u00fcr einen selbst aussehen? Es war spannend zu h\u00f6ren, was f\u00fcr Tr\u00e4ume die anderen M\u00e4dels von einem Garten haben: verwunschen hinter alten Mauern mit geheimen Verstecken; park\u00e4hnlich mit gro\u00dfen weiten Fl\u00e4chen voller Wiesen und B\u00e4umen; mit kleinem See oder einem Bach; verspielt und k\u00fcnstlerisch wie in der barocken Epoche; oder eine fr\u00f6hliche Mischung aus allem. Unsere G\u00e4rten waren tats\u00e4chlich so unterschiedlich wie unsere Pers\u00f6nlichkeiten. Und es machte Spa\u00df mit dem Gedanken zu spielen, G\u00e4rtnerin zu sein. Vor allem ich verlor mich sofort in Bildern und wilden Phantasien. Nat\u00fcrlich w\u00e4re mein Garten wundervoll &#8211; selbst die verwilderten Teile w\u00fcrden Romantik ausstrahlen und nicht etwa Vernachl\u00e4ssigung; die Mauern von Blumen \u00fcberwuchert mit einem gusseisernen Tor, das direkt an einen Strand f\u00fchrt. Die einzige, die zur\u00fcckhaltender mit dem Thema umging, war Manu. 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Dinge m\u00fcssen wachsen. Das braucht Zeit. Manche Dinge, wie negative Gedanken, die ich so lange heimlich kultiviert habe, nehmen Dingen, die ich gerne \u00fcber mich und andere denken w\u00fcrden, Platz und Licht. Sie m\u00fcssen gehen, gej\u00e4tet werden. Offensichtlich gibt es auch im Herzensgarten Disteln. Aber ich mag diesen Gedanken eines geheimen Ortes. Ich mag es, mir auszumalen, wie ich dort sitze, gemeinsam mit Gott und einfach schweigen kann. Wie wir durch das Tor auf das Meer sehen und manchmal einen Strandspaziergang machen. Ich mag die Vorstellung, dass das alles in mir ist und ich mehr und mehr Zugang zu diesem Ort haben darf. Wenn es eine Inschrift \u00fcber dem Eingang geben m\u00fcsste, dann w\u00e4re es, glaube ich, Psalm 91. Wer unter dem Schutz des h\u00f6chsten Gottes lebt, darf ruhen bei ihm, der alle Macht hat. Er sagt zum Herrn: \u00bbDu bist meine Zuflucht, bei dir bin ich sicher wie in einer Burg. 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