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Dienstag, 20 Februar 2018 06:00

Danke-Woche

Mein Lieblings-Serien-Zitat:
Sohn: "Mama, Papa, wie geht es euch?"
Mutter: "Ich kann nicht klagen."
Vater: "Sicher kann sie das. Gib ihr 'ne Minute."

Die erste Fastenwoche ist vorbei. Eine Woche ohne Rumjammern. Und es kam mal wieder alles anders als erwartet.

Gemäß dem Satz "Kenne deine Schwachpunkte." hatte ich mich bzgl. des Klagens darauf gefasst gemacht, vor allem bei den abendlichen Gesprächen mit meinem Mann extrem aufpassen zu müssen. Denn das ist normalerweise der Zeitpunkt, wo ich mir gerne die Zügel schießen lasse. Mein Mann ist ein geduldiger Zuhörer und damit kommt es vor, dass ich bei einer Kanne Tee oder einem Glas Wein das Frust-Ventil öffne und mir alles von der Seele jammere. Bis der Druck so weit unten ist, dass ich friedlich ins Bett verschwinden kann.

Aber die Jammergespräche blieben diese Woche aus. Stattdessen war es eine Woche voller Dankbarkeit.

Nun wollte ich mich ja aufs Danken konzentrieren, somit kann man (berechtigt) anmerken, dass ich mich einfach hätte freuen können und gut. In der zweiten Hälfte der Woche ging das auch. Aber in der ersten Hälfte der Woche, war ich völlig irritiert. Ich hatte das Ziel erreicht, bevor ich ins Rennen gestartet war. Es war ein Geschenk. Ein Geschenk, dass ich partout nicht annehmen wollte, weil ich es mir nicht erarbeitet hatte.

Ich wollte mich, bevor ich das Geschenk genießen konnte, aktiv vom Jammern fernhalten. Nur gab es nichts zum Jammern; das Bedürfnis war einfach nicht da (sehr untypisch für mich). Ich hatte eine Woche voller Lachen, voller Leichtigkeit und Zeiten mit Jesus, ohne mich darum bemühen zu müssen.

Der Hauptgedanke, der mich dabei unbewusst belastete war: "Das ist doch unfair allen anderen gegenüber, die jetzt gerade zu kämpfen haben. Ich hätte Zeit und Energie zu kämpfen, ich habe das Experiment angestoßen und mir fällt nun einfach alles in den Schoß." Jesus brauchte einige Zeit um mich davon zu überzeugen, dass er mit jedem, der sich - auf welche Art auch immer - auf die Fastenzeit einlässt, seinen eigenen Weg geht und jeder Weg ein guter ist. Und dass es außerdem nicht mein, sondern sein Projekt ist. Hmpf. Platzverweis.

Als ich endlich loslassen konnte, begann ich zaghaft die Momente der Dankbarkeit zu genießen. Noch nicht wirklich ausgelassen, sondern eher still. Ich hatte Angst, dass jede kleinste innere Gedanken-Bewegung diesen fragilen und wunderschönen Moment zerstören könnte.

Am Wochenende kam eine Mail von Nici, die den wundervollen Blog MICH und HONIG schreibt. Auf diesen Seiten verbrachte ich dann einige Zeit schmökernd. Nici macht unter anderem Bible Art Journaling und hier endlich platzte bei mir der Knoten. Seitdem habe ich jede freie Minute auf der Couch und mit meiner Journal Bibel verbracht.

Die Bibel ist ein Geschenk meiner besten Freundin und war bisher ungenutzt. Die Hemmung in die jungfräuliche Bibel zu malen, war zu groß. Aber Nicis Blog hat mir so viel Lust darauf gemacht…also habe ich angefangen. Erst mal nur mit Buntstiften.

Fazit der ersten Woche: Es war schön. Dankbarkeit als Gefühl, ohne Konkretes in Worte fassen zu können…oder zu müssen. Momente der Intimität mit Jesus, während ich via Hörspiel die Geschichten von Narnia zum ersten Mal höre. In Gedanken und Gebeten bei euch, neugierig, wie es euch wohl gerade geht und was ihr erlebt.